Legendariuminoffiziell · Tolkien-Referenz
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Kalevala

Finnisches Nationalepos, zusammengestellt von Elias Lönnrot (1835/1849) — der Keim des Legendariums

Weitere Namen

Kullervo

ca. 1 Min

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Kurz gesagtAntwort-Kapsel

Elias Lönnrot nähte das Kalevala aus Liedern zusammen, die er in Karelien sammelte: der alte Sänger Väinämöinen, der Schmied Ilmarinen, der den Sampo schmiedet, und Kullervo, die in die Sklaverei verkaufte Waise, die ein Mädchen verführt, das sich als seine Schwester erweist, und die das eigene Schwert fragt, ob es sein schuldiges Blut trinken will. Tolkien las es in der Schule in Kirbys Übersetzung und kam nie davon los. 1914 begann er, die Kullervo-Geschichte als eigene Erzählung neu zu fassen — der allererste Schritt, sagte er, zu Legenden, die zu seinen erfundenen Sprachen passen sollten — und Túrin Turambar, der ebenfalls sein Schwert befragt, ehe er sich hineinstürzt, ist diese Geschichte erwachsen geworden.

Kalevala, Titelblatt der Erstausgabe 1835Elias Lönnrots Sammlung finnischer Volksdichtung. Tolkien las sie als Schüler in Kirbys Übersetzung und lernte Finnisch, um sie im Original zu lesen.© Elias Lönnrot · Public domain
Kullervos Fluch — Akseli Gallen-Kallela, 1899Der unglückliche Held des Kalevala, dessen Geschichte Tolkien nach eigener Aussage zum Keim seiner Legenden wurde — Túrin Turambar trägt seine Züge.© Akseli Gallen-Kallela · Public domain
Die Schmiedung des Sampo — Akseli Gallen-Kallela, 1893Ilmarinen schmiedet das Wunderding des Kalevala. Ob der Sampo den Silmaril angeregt hat, ist eine Vermutung der Forschung — kein Beleg von Tolkien.© Akseli Gallen-Kallela · Public domain
Die Vorlage selbst

Hier unten steht der Wortlaut der Vorlage, gemeinfrei, mit eigener oder gemeinfreier Übersetzung. Markierte Wörter führen zu dem Eintrag im Register, der etwas von ihnen hat.

  • Runo 36: Kullervo fragt sein Schwert

    Kysyi mieltä miekaltansa, tokko tuon tekisi mieli syöä syyllistä lihoa, viallista verta juoa. Miekka mietti miehen mielen, arvasi uron pakinan. Vastasi sanalla tuolla: „Miks' en söisi mielelläni, söisi syyllistä lihoa, viallista verta joisi? Syön lihoa syyttömänki, juon verta viattomanki.“

    Er befragte sein Schwert um seine Meinung, ob es wohl gewillt sei, schuldiges Fleisch zu essen, sündiges Blut zu trinken. Das Schwert erriet des Mannes Sinn, verstand die Rede des Helden. Es antwortete mit diesem Wort: „Warum sollte ich nicht gern essen, schuldiges Fleisch essen, sündiges Blut trinken? Ich esse auch unschuldiges Fleisch, trinke auch schuldloses Blut.“

    gemeinfreie ÜbersetzungKalevala (Lönnrot 1849), Kuudesneljättä runo

    Englisch von W. F. Kirby (1907), die Übersetzung, die Tolkien als Schüler las; das Deutsche ist unsere Fassung. Vergleiche Túrins letzte Worte an Gurthang in den Kindern Húrins.

Was daraus wurde

  • Túrin Turambar

    Kullervo, die unglückliche Waise: der Inzest mit der unerkannten Schwester, das sprechende Schwert, der selbstgewählte Tod. Tolkien nannte die Kullervo-Geschichte den Keim des ganzen Legendariums und zählte sie zu Túrins Quellen.

    • Briefe — Letter 257my attempt to write legends of my own to fit my private languages was the tragic tale of the hapless Kullervo
    • Briefe — Letter 131derived from elements in Sigurd the Volsung, Oedipus, and the Finnish Kullervo

Quellen

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Legendarium (2026): „Kalevala“. Stand 3. September 2026. https://www.legendarium.page/de/tolkien/kalevala/

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Legendarium. (2026). Kalevala. Stand 3. September 2026. https://www.legendarium.page/de/tolkien/kalevala/
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„Kalevala“. Legendarium, 2026, https://www.legendarium.page/de/tolkien/kalevala/. Stand 3. September 2026.
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