Name und Benennung
Der Name der Stadt geht auf ihren Gründer zurück. Turgon prägte ihn zunächst in der Hochsprache der Noldor als Ondolindë, gebildet aus den Elementen für „Fels“ und „Singen“ — gemeint war das Wasser der Quellen, die auf dem Hügel inmitten des umschlossenen Tales entsprangen und deren Klang über dem Stein lag. Im Munde der Elben Beleriands, deren Sindarin sich im Ersten Zeitalter als Umgangssprache der Noldor durchsetzte, verschob sich die Lautgestalt zu Gondolin, und mit der Lautgestalt verschob sich auch die Deutung: Die überlieferte Glosse gibt den Namen als „der verborgene Fels“ wieder. In dieser kleinen Verschiebung liegt die Doppelnatur des Ortes beschlossen — ein Werk der Kunst, das zugleich ein Versteck war.
Neben dem gebräuchlichen Namen steht eine ältere Überlieferung, die von der „Stadt der sieben Namen“ spricht: Gondobar, Gondothlimbar, Gwarestrin, Gar Thurion, Loth, Lothengriol und Gondolin selbst. Diese Reihe ist als Formel erhalten, in Versform auf einem Blatt der Papiere Tolkiens niedergeschrieben, und Christopher Tolkien verweist in seiner Einleitung zu den Nachrichten aus Mittelerde darauf; sie wirkt eher wie ein Preisspruch der Bewohner als wie amtliche Nomenklatur, denn jeder der Namen greift einen anderen Zug heraus — den Stein, die Wache, die Verborgenheit, die Blüte. Im laufenden Erzählton der späteren Fassungen tritt an ihre Stelle meist die schlichte Umschreibung, die zugleich Programm war: das verborgene Königreich, die verborgene Stadt. Der Name durfte draußen nicht fallen, und wer ihn kannte, gehörte entweder dazu oder war unter Bedingungen hineingelangt.
Bemerkenswert ist, dass der Name die Zeitalter überdauerte, auch wo das Wissen um die Sache verblasst war. Was von Gondolin in den zu Lebzeiten Tolkiens veröffentlichten Büchern erscheint, ist zuerst ein Herkunftsvermerk an Waffen: Elrond erkennt in Bruchtal zwei alte Klingen an ihren Runen und weist sie den Schmieden jener Stadt zu, geschmiedet für die Kriege gegen die Orks. Eine davon, Glamdring, wird im Dritten Zeitalter weitergeführt und begleitet Gandalf durch den Ringkrieg. Für die Leser des Hobbits und des Herrn der Ringe war der Name damit lange vor jeder erzählten Geschichte präsent — ein Wort aus der Tiefe der Zeit, das für ein untergegangenes Werk der Noldor einstand, ehe seine Bedeutung ausbuchstabiert wurde.
Lage: Tumladen und der Bergring
Gondolin war keine Festung im offenen Land, sondern eine ummauerte Stadt in einem Talkessel, den man von außen nicht sehen konnte. Der Kessel trug den Namen Tumladen und lag im Norden Beleriands, eingeschlossen von den Echoriath, dem Umzingelnden Gebirge, dessen Kamm ringsum geschlossen stand und keine Senke bot, durch die ein Blick hätte fallen können. Der Boden des Tales war eben und weit — nach der Überlieferung der Grund eines alten Sees, den das Wasser in ferner Zeit ausgehöhlt hatte —, und aus dieser Ebene stieg ein einzelner Fels mit steilen Flanken auf: Amon Gwareth, auf dessen Kuppe die Stadt errichtet wurde. Westlich jenseits der Berge lag das Tal des Sirion, der große Nord-Süd-Weg Beleriands; im Süden erhoben sich die Zacken der Crissaegrim, im Nordosten dehnte sich das unwegsame Nan Dungortheb.
Einen gewachsenen Zugang besaß das Tal nicht. Wer hineinwollte, musste den Weg nehmen, den die Noldor sich schufen: das trockene Bett eines Flusses, der einst unter dem Gebirge hervorgekommen war und dessen Rinne als Tunnel in den Fels führte. Dahinter öffnete sich eine tiefe Schlucht, der Orfalch Echor, die zwischen senkrechten Wänden zur Höhe hinaufstieg und in sieben hintereinander gestaffelten Toren gesperrt war — aus Holz, Stein, Bronze, geschmiedetem Eisen, Silber und Gold, zuletzt das große Tor aus Stahl. Jedes war besetzt, und die Wache wechselte, bevor der Ankommende das nächste erreichte. Über dem Ring selbst hielten die Adler Thorondors Ausschau, die in den Crissaegrim horsteten; sie machten das Gebirge zu einer Grenze, die auch aus der Luft nicht ungesehen zu überschreiten war.
Was innerhalb dieses Ringes entstand, war der Versuch, ein Verlorenes noch einmal zu bauen. Turgon ließ die Stadt nach dem Vorbild Tirions auf dem Túna anlegen, an das die Noldor sich aus Aman erinnerten: weiße Mauern über den Hängen des Felsens, Treppen, die zum Tor hinaufführten, Türme aus Stein und Brunnen auf den Plätzen. Auf dem Platz vor dem Königsturm standen die Abbilder der Zwei Bäume, die Turgon aus Gold und Silber gefertigt hatte, Glingal und Belthil, und im Süden der Stadt lagen Gärten und Höfe. Rings um den Fels breitete sich das bestellte Tal aus, das die Bewohner ernährte, sodass die Stadt ohne Zufuhr von außen bestehen konnte — ein in sich geschlossenes Reich, dessen Grenze nicht eine Marke im Gelände war, sondern das Gebirge selbst.
Geschichte
Am Anfang stand kein Bauplan, sondern eine Weisung. Turgon, der zweite Sohn Fingolfins, herrschte in den ersten Jahrzehnten nach der Rückkehr der Noldor über Nevrast und hielt Hof in Vinyamar am Meer, als Ulmo ihm den Rat gab, sich eine verborgene Zuflucht zu suchen; er fand das umschlossene Tal jenseits der Berge und begann, dort im Geheimen zu bauen. Zweiundfünfzig Jahre währte die verdeckte Arbeit, und niemand außerhalb des Volkes von Nevrast erfuhr, wozu die Züge dienten, die Jahr um Jahr nach Osten gingen. Als das Werk vollendet war, brach Turgon auf und führte annähernd ein Drittel des Volkes Fingolfins fort, dazu viele der Sindar, die an jener Küste lebten; sie zogen in kleinen Scharen und unter dem Schatten der Berge, sodass ihr Weggang lange unbemerkt blieb. Auf Ulmos Geheiß ließ Turgon in den leeren Hallen Vinyamars Schild, Panzer, Helm und ein langes Schwert zurück, ohne den Zweck zu kennen — eine Anweisung, deren Sinn erst mehrere Jahrhunderte später kenntlich wurde.
Die langen Jahre danach sind fast ohne äußere Geschichte, und das war Absicht. Während die Fürsten der Noldor Angband belagerten und ihre Reiche im offenen Land befestigten, blieb Turgons Volk aus den Feldzügen heraus; das Tal ernährte sich selbst, die Stadt wuchs, und die Späher Morgoths fanden nichts. Zwei Ereignisse durchbrachen die Abgeschlossenheit. Turgons Schwester Aredhel erwirkte die Erlaubnis auszureiten, verlor sich in den Wäldern und kehrte erst nach Jahren zurück, begleitet von ihrem Sohn Maeglin; ihr Gatte Eol folgte den beiden, wurde gefasst und tötete Aredhel mit einem für den Sohn bestimmten Wurf, worauf Turgon ihn vom Felsen stürzen ließ. Maeglin aber blieb, stieg im Rat hoch auf und galt als einer der Ersten der Stadt. Später wurden Húrin und Huor, zwei Knaben aus dem Hause Hador, von den Adlern über den Ring getragen und fast ein Jahr lang als Gäste gehalten; als sie auf demselben Weg heimkehrten und bei ihrem Volk von einem verborgenen Aufenthalt schwiegen, blieb doch der Verdacht in der Welt, dass es ein solches Reich gebe.
Aus der Verborgenheit trat Gondolin nur ein einziges Mal mit Heeresmacht hervor. Als die Bundgenossen zur fünften großen Schlacht gegen Morgoth rüsteten, führte Turgon unerwartet ein starkes Heer aus dem Süden heran, und für kurze Zeit stand seine Schar ungebrochen im Feld. Der Ausgang war die Nirnaeth Arnoediad, und der Rückzug des Königs gelang nur, weil Húrin, Huor und die Männer von Dor-lómin am Sirion-Übergang standen, bis die Gondolindrim in den Bergen verschwunden waren; Huor sagte dabei voraus, dass aus Turgons und seinem eigenen Geschlecht ein neuer Stern hervorgehen werde. Von da an wusste Morgoth mit Gewissheit, dass Turgon lebte und irgendwo im Verborgenen saß, und seine Suche hörte nicht mehr auf. Turgon ließ daraufhin das Tor schließen: Niemand durfte mehr hinaus, keine Botschaft mehr hinein, und selbst den Ausgestoßenen und Flüchtlingen Beleriands blieb die Stadt verschlossen. Nur nach Westen sandte er noch Schiffe, die Hilfe aus Aman erbitten sollten; keines erreichte sein Ziel, und von den Besatzungen kehrte einzig Voronwe zurück, den das Meer bei Nevrast an Land warf.
Die zweite Botschaft Ulmos kam durch einen Sterblichen. Tuor, Huors Sohn, gelangte nach Vinyamar, fand dort die zurückgelassenen Waffen und traf am Ufer Ulmo selbst, der ihm auftrug, Turgon zum Aufbruch zu bewegen; mit Voronwe als Führer kam er im Winter über die Berge und wurde eingelassen. Was er ausrichtete — die Stadt zu räumen und den Sirion hinab zum Meer zu ziehen —, wies der König zurück, denn er vertraute auf die Mauern und auf die Geheimhaltung, und Maeglins Rat stützte ihn darin. Tuor blieb, gewann hohes Ansehen und heiratete Idril, Turgons Tochter; ihr Sohn Earendil wurde in der Stadt geboren, das zweite Bündnis zwischen Elben und Menschen nach dem Berens und Lúthiens. Idril, die Maeglin misstraute, ließ heimlich einen Gang unter der Ebene graben, der weit außerhalb der bewachten Straße ins Freie führte. Maeglin selbst überschritt gegen das Gebot des Königs die Berge, um nach Erz zu suchen, geriet in die Hände der Orks und erkaufte sein Leben, indem er Morgoth den Weg und die Schwächen des Ringes preisgab; er kehrte zurück, ohne dass jemand Argwohn schöpfte.
Der Angriff erfolgte in der Nacht des Sommerfestes, während die Bewohner auf den Mauern die Morgendämmerung erwarteten: Über die nördlichen Höhen kam ein Heer aus Orks, Wölfen, Balrogs und Drachen, und der Feuerschein stand über dem Tal, ehe die Wachen begriffen, was geschah. Der Widerstand war hart und aussichtslos. Ecthelion vom Quell erschlug Gothmog, den Herrn der Balrogs, und starb mit ihm; Turgon fiel beim Zusammenbruch des Königsturms, nachdem er den Rest seines Volkes Tuor anvertraut hatte; Maeglin, der Idril und das Kind ergriff, wurde von Tuor über die Mauer hinabgestürzt. Die Überlebenden entkamen durch Idrils Gang und stiegen über einen hohen Pass des Ringgebirges, wo Glorfindel im Kampf gegen einen Balrog mit dem Feind in die Tiefe fiel und Thorondor seinen Leichnam heraufholte. Die Flüchtlinge erreichten die Mündungen des Sirion und bauten dort eine Siedlung, in der später Earendil zu seinen Fahrten aufbrach und Huors Wort sich erfüllte. Die Stadt selbst wurde nicht wiederhergestellt; ihr Tal versank mit Beleriand am Ende des Zeitalters, und was blieb, waren Erinnerung, Namen und einige Werke ihrer Schmiede.
Volk und Herrschaft
Die Bewohnerschaft der Stadt setzte sich aus zwei Herkünften zusammen, die im Tal zu einem Volk zusammenwuchsen. Den Kern bildeten Noldor aus dem Hause Fingolfins, die Turgon aus Nevrast mitgeführt hatte; hinzu kam ein beträchtlicher Teil der Sindar jener Westküste, die sich seiner Herrschaft schon in Vinyamar angeschlossen hatten. Aus dieser Mischung ergab sich auch der Sprachgebrauch: Im Alltag sprach man Sindarin wie überall in Beleriand, während im Hause des Königs die Hochsprache der Noldor weiter gepflegt wurde — eine Eigenheit, die Gondolin von den übrigen Reichen abhob und die Herkunft seines Herrscherhauses aus Aman festhielt. Die Gondolindrim gliederten sich in Häuser mit eigenen Zeichen und eigenen Fürsten; überliefert sind namentlich Ecthelion, den man nach dem Quell benannte, und Glorfindel, das Oberhaupt des Hauses der Goldenen Blume. Beide führten Abteilungen der Stadtwehr, und beide fielen bei ihrem Untergang.
Eine Herrscherfolge hat Gondolin nie gekannt. Turgon regierte von der Gründung bis zum letzten Tag, und nach dem Tod seines Vaters Fingolfin und seines Bruders Fingon kam ihm zusätzlich der Titel eines Hohen Königs der Noldor zu — eine Würde, die er im Verborgenen trug und die außerhalb des Bergrings keine Wirkung entfaltete. Einen Sohn hatte er nicht; sein einziges Kind war Idril, die den Beinamen Celebrindal führte. Neben ihr stand als Nächster im Rang Maeglin, der Sohn seiner Schwester, der Bergwerke im Norden des Umzingelnden Gebirges betrieb und dessen Ansehen unter den Fürsten der Noldor kaum von einem übertroffen wurde. Erst Idrils Ehe mit Tuor brachte einen Sterblichen in dieses Gefüge und machte ihn zu einem Herrn der Stadt — der einzige Fall dieser Art in ihrer Geschichte.
Nachbarn im gewöhnlichen Sinne besaß dieses Reich nicht. Sein Herrschaftsgebiet endete am Kamm der Berge; es gab keine Marken, keine Lehnsleute und keinen Austausch mit Nargothrond, Doriath oder den Söhnen Feanors, und auch die Fürsten, mit denen Turgon durch Blut verbunden war, verkehrten nicht mit ihm. Die einzige dauerhafte Verbindung nach außen war die Freundschaft mit Thorondor und seinem Geschlecht, deren Dienst der Stadt mehr galt als jedes Bündnis mit den Reichen des Tieflandes. Nach dem Untergang setzte sich die Herrschaft nur noch als Erinnerung fort: Tuor und Idril führten die Überlebenden an die Mündungen des Sirion, wo sich die Reste Gondolins mit den Flüchtlingen aus Doriath mischten, und dort trat Earendil an die Spitze eines Volkes, das aus beiden untergegangenen Reichen bestand.
Rolle in der Erzählung
Über weite Strecken erscheint Gondolin in den Texten nicht als Schauplatz, sondern als Leerstelle, um die herum erzählt wird. Was die Leser zuerst erfahren, ist nicht die Stadt, sondern das Suchen nach ihr: Morgoth weiß, dass es sie gibt, und kann sie nicht finden; die Fürsten Beleriands wissen, dass Turgon lebt, und kennen den Ort nicht. Diese Konstellation trägt ganze Kapitel, in denen die Stadt selbst gar nicht vorkommt. Am schärfsten wird sie dort, wo Húrin nach seiner Freilassung vor dem Umzingelnden Gebirge steht und in die Steinwildnis hineinruft, ohne Antwort zu erhalten — ein Auftritt, dessen ganze Wirkung darin liegt, dass der Feind zusieht und aus der Verzweiflung eines Einzelnen die Richtung abliest.
Betreten wird die Stadt in der Überlieferung nur ein einziges Mal ausführlich, und zwar mit den Augen eines Fremden. Die unvollendete Erzählung von Tuors Weg nimmt sich für den Zugang mehr Raum als für alles Übrige: das Warten im Dunkel des Tunnels, die Wache unter Elemmakil, die Verhandlung an der Schwelle, der lange Aufstieg durch die gestaffelten Tore bis zu dem Hauptmann, der das letzte hütet, und der Blick, der sich erst ganz oben öffnet. Kurz danach bricht der Text ab. Der Leser kommt also so hinein, wie jeder Fremde hineinkam — geführt, geprüft, geduldet —, und die Stadt bleibt auch im Erzählen ein Ort, den man nicht von innen kennt, sondern nur betritt.
In der Anlage des Ganzen steht Gondolin für die Grenzen der Verborgenheit. Es ist das dritte und letzte der geschützten Reiche neben dem Gürtel um Doriath und den Hallen Nargothronds, und alle drei fallen nach demselben Muster: Nicht die Mauer versagt, sondern das Vertrauen hinter ihr. Zugleich verschiebt der Erzähler das Gewicht vom Bestand auf den Aufbruch. Bedeutsam ist an der Stadt am Ende nicht, was in ihr stand, sondern was aus ihr herauskam — der Zug der Überlebenden ans Meer und mit ihm die Linie, aus der die Bitte an den Westen hervorging. Das Bild vom uneinnehmbaren Ort wird damit weniger widerlegt als umgedeutet: Er hält nichts fest, er gibt etwas weiter.
Entwürfe und Varianten
Von allen Teilen des Legendariums ist die Geschichte dieser Stadt der zuerst niedergeschriebene: Tolkien verfasste die Erzählung vom Fall Gondolins 1916/17 während einer Genesungszeit, ehe die übrigen großen Sagen Gestalt annahmen. In der Fassung, die Christopher Tolkien im zweiten Band der Verschollenen Geschichten veröffentlichte, steht sie noch im Rahmen der Erzählungen, die dem Seefahrer Eriol vorgetragen werden, und der Vortragende ist ein Sohn jenes Elben, der Tuor den Weg gewiesen hatte. Vieles trägt dort andere Namen: Das Volk heißt Gondothlim, die Ebene Tumladin, Tuors Führer Bronweg statt Voronwe, Turgons Schwester Isfin und ihr Sohn Meglin. Am deutlichsten unterscheidet sich der Aufbau der Stadtwehr, die in zwölf Häuser mit eigenen Sinnbildern gegliedert ist — Flügel, Maulwurf, Schwalbe, Himmelsbogen, Säule, Schneeturm, Baum, Goldene Blume, Quell, Harfe, Hammer des Zorns und das Haus des Königs —, jedes mit einem eigenen Fürsten; von diesen Gestalten haben nur Ecthelion und Glorfindel den Weg in die späteren Texte gefunden.
Auch der Angriff ist in dieser frühen Gestalt ein anderer. Neben Orks und Balrogs, die dort in Hunderten auftreten, führt der Feind Ungeheuer aus Eisen und Bronze heran, teils fahrbare Werke mit Kammern im Leib, aus denen die Krieger auf die Mauern springen — ein Zug, der zur Kriegstechnik des Ersten Weltkriegs eher passt als zur späteren Erzählwelt und den Tolkien fallen ließ. Später fasste er den Stoff nur noch verkürzt: einmal im Abriss der Mythologie, dann in der Quenta Noldorinwa, beide von Christopher Tolkien in der Gestaltung von Mittelerde herausgegeben. Eine vollständige Neufassung ist nie entstanden; der späte Prosaansatz bricht kurz nach Tuors Ankunft ab. Der veröffentlichte Bericht ruht daher auf einer Verbindung der alten Erzählung mit den knappen jüngeren Zusammenfassungen — die Belagerung und der Fall selbst sind, anders als bei Beren und Túrin, nur in der Sprache des Jugendwerks ausführlich erzählt.