Name und Benennung

Der elbische Name des Ortes lautet Imladris und ist Sindarin. Er beschreibt keine Person und kein Ereignis, sondern die Gestalt des Geländes: ein tief eingeschnittenes Tal zwischen steil abfallenden Hängen, gebildet aus dem Wort für eine solche verborgene Talsohle und dem Stamm für „spalten, schneiden“. Die Benennung folgt damit einem Muster, das in den Sindarin-Ortsnamen häufig ist — der Name ist eine knappe geographische Beschreibung, die zugleich erklärt, warum die Siedlung von außen kaum zu sehen war. In der Überlieferung von den Ringen der Macht erscheint Imladris als die eigentliche, elbische Form, und es wird ausdrücklich vermerkt, dass die Menschen den Ort mit einem anderen Namen belegten. Am Anfang steht also eine doppelte Benennung: eine aus dem Sprachgebrauch der Gründer, eine zweite, die von außen an das Tal herantritt.

Der Name „Rivendell“ selbst ist keine elbische Bildung, sondern gehört in die Übersetzungsfiktion des Roten Buches. Wie im Anhang über Sprachen und Völker dargelegt wird, sind Namen der Gemeinsamen Sprache im englischen Text durch englische Entsprechungen wiedergegeben, während elbische Namen unangetastet bleiben; hinter „Rivendell“ steht demnach die westrone Form Karningul. Das englische Wort ist ein durchsichtiges Kompositum aus einem alten Partizip für „gespalten“ und der Bezeichnung für ein kleines, enges Tal — es gibt also genau das wieder, was Imladris besagt, nur in der Sprache der Menschen und Hobbits. Dieselbe Logik trägt die deutsche Nomenklatur: „Bruchtal“ ist keine Lautwiedergabe, sondern eine Nachbildung derselben Bedeutung. Zur Aussprache ist zu bemerken, dass die Betonung auf der ersten Silbe liegt; die verbreitete Endbetonung ist falsch.

Neben den beiden Ortsnamen steht ein Beiname, der nicht das Tal, sondern das Haus meint und aus der Sicht der Reisenden gebildet ist: das Letzte Heimelige Haus im Osten des Meeres. Er begegnet zuerst in Bilbos Bericht und markiert eine Schwelle — östlich davon beginnen das Gebirge und die Wildnis, und ein Dach, unter dem man ohne Argwohn schlafen kann, ist danach lange nicht mehr zu erwarten. Die Formel hat sich erhalten und wird auch im Bericht über den Ringkrieg weiterverwendet, wenn Gäste aus dem Auenland in das Tal kommen. Sie zeigt, dass der Ort in der Sprache der Reisenden weniger nach seiner Lage als nach seiner Funktion benannt wurde: als letzte Herberge vor dem Osten.

Land und Lage

Bruchtal liegt am östlichen Rand Eriadors, dort wo das offene Hügel- und Heideland an die Ausläufer des Nebelgebirges stößt. Die Große Oststraße, die vom Auenland her an der Wetterspitze vorbeiführt, überschreitet zuerst den Mitheithel an der Letzten Brücke und erreicht danach die Furt des Bruinen; erst von dort führt der Weg in das Tal hinein. Jenseits der Furt steigt die Straße weiter an, über den Hohen Pass hinweg und auf der anderen Seite hinab in das Tal des Anduin, so dass der Ort für jeden, der vom Westen ins Wilderland will, unmittelbar am Weg liegt. Südlich davon, am westlichen Fuß desselben Gebirges, lag Eregion; nördlich dehnen sich unwirtliche Hochmoore, in denen Trolle hausten, und über die Bergketten hinweg reichte in älterer Zeit die Macht Angmars.

Von außen ist von alldem nichts zu sehen. Das Gelände östlich der Furt steigt als karges, steiniges Hochland an, und der Talrand tritt so unvermittelt heran, dass ein Reisender ohne Führung daran vorbeiziehen kann; erst am Abbruch öffnet sich unter ihm die enge Schlucht, in der weit unten der Fluss rauscht. Der Abstieg erfolgt auf einem schmalen, gewundenen Pfad, der sich in Kehren an der Wand hinabzieht, bis er die Talsohle mit ihren Kiefern, Wasserfällen und Brücken erreicht. Das Haus selbst steht nahe am Wasser; der Name des Tales, wie er in der vorigen Sektion erläutert wurde, benennt genau diese Gestalt. Anders als Lórien ist Bruchtal kein weites Waldland, sondern ein einzelnes Gehöft mit Gärten und Terrassen in einer Bergfalte.

Das Auszeichnende des Ortes ist damit weniger seine Ausdehnung als seine Schwellenlage: eine schmale Zuflucht zwischen dem besiedelten Eriador und der Wildnis jenseits des Gebirges, deren Grenze im Wesentlichen der Fluss ist. Die Furt bildet den einzigen bequemen Zugang von Westen, und das Wasser des Bruinen gehorcht dem Herrn des Tales, so dass es zur Waffe werden kann, wenn Feinde den Übergang erzwingen wollen. In den später herausgegebenen Berichten über die Ringe der Macht wird Imladris entsprechend nicht als Königreich, sondern als Feste und Zuflucht geführt — ein Platz, den die Verborgenheit des Geländes, die Straße über den Pass und die Macht seines Gründers gemeinsam bestimmen.

Geschichte

Die Gründung fällt in die Jahre des Krieges zwischen Sauron und den Elben. Nach der Zeitrechnung des Anhangs griff Sauron im Jahr 1693 des Zweiten Zeitalters an, drang zwei Jahre später nach Eriador ein, und Gil-galad sandte Elrond mit einem Aufgebot nach Eregion. Die Hilfe kam zu spät: 1697 wurde das Schmiedeland verwüstet und Celebrimbor getötet, die Tore von Moria schlossen sich, und Elrond wich mit dem Rest der Noldor nach Norden aus und gründete in jenem Jahr die Zuflucht Imladris. Es ist also kein geplantes Reich, sondern das Ergebnis eines Rückzugs — ein Ort, den man wählte, weil er zu verteidigen war. Zwei Jahre danach überrannte Sauron ganz Eriador; erst 1700 traf eine große Flotte aus Númenor ein, die Tar-Minastir entsandt hatte, und 1701 war der Feind aus dem Westen vertrieben.

Die posthum herausgegebenen Berichte über die Ringe der Macht führen Imladris ausdrücklich als Feste und Zuflucht, die Elrond in jenen Tagen aufrichtete, und schildern das Tal in den Jahren vor dem Entsatz als eingeschlossen und auf sich gestellt. Aus dieser Anfangszeit stammt auch, was den Ort über die bloße Verteidigung hinaushob: Gil-galad vertraute Elrond den Ring der Luft an, den größten der Drei, und in Imladris blieb er verborgen, ohne dass sein Träger vor dem Ende des Dritten Zeitalters bekannt wurde. Damit war das Tal von früh an zweierlei — eine Grenzfeste am Gebirge und der Aufbewahrungsort einer Macht, die man nicht offen führen durfte.

Am Ende des Zweiten Zeitalters wurde das Tal zum Sammelplatz. Nachdem sich Elendil und Gil-galad 3430 verbündet hatten, zogen sie im folgenden Jahr nach Osten bis Imladris, und erst 3434 überschritt das Heer des Letzten Bündnisses das Gebirge — dazwischen liegen Jahre, in denen das enge Tal eine Streitmacht aus Menschen und Elben beherbergte. Die Folgen des Krieges kehrten bald dorthin zurück: Als Isildur im zweiten Jahr des Dritten Zeitalters an den Schwertelfeldern umkam, wuchs sein jüngster Sohn Valandil in Imladris auf und wurde erst 10 als Fürst von Arnor eingesetzt. Auch die Bruchstücke von Elendils zerbrochenem Schwert kamen in das Haus Elronds und wurden dort verwahrt, zusammen mit anderen Erbstücken des nördlichen Königshauses. Von da an war das Tal weniger Festung als Gedächtnis: der Ort, an dem die Ansprüche und Zeugnisse einer untergegangenen Herrschaft aufbewahrt wurden.

Kriegerisch bedrängt wurde Bruchtal im Dritten Zeitalter vor allem durch Angmar. Im Jahr 1409, als der Hexenkönig Rhudaur und Arthedain überfiel und der Turm von Amon Sûl fiel, wurde auch das Tal belagert; Elrond holte Hilfe aus Lórien herbei, und der Angriff scheiterte. Rund fünfeinhalb Jahrhunderte später, 1975, war Elronds Aufgebot an dem Heer beteiligt, das mit Círdans Truppen aus Lindon und den Männern aus Gondor Angmar bei Fornost zerschlug. Zwischen und nach diesen Feldzügen blieb der Ort unerobert, doch nicht unberührt: 2509 wurde Celebrían, Elronds Gemahlin, auf dem Weg nach Süden im Gebirge überfallen und verwundet, und im Jahr darauf fuhr sie über das Meer. Seit 2463 gehörte Elrond zudem dem Weißen Rat an, so dass sich in seinem Haus auch die Beobachtung des wiedererwachenden Feindes bündelte.

In den letzten Jahrhunderten des Zeitalters treten die Fäden zusammen, die später den Ringkrieg tragen. 2933, nach dem Tod Arathorns, wurde dessen zweijähriger Sohn nach Bruchtal gebracht und dort unter dem Namen Estel aufgezogen; erst 2951 eröffnete ihm Elrond seine Herkunft und übergab ihm die Erbstücke seines Hauses, während die Splitter des Schwertes noch in Verwahrung blieben. 2941 rastete Thorins Gesellschaft auf dem Weg ins Wilderland in dem Tal, und Elrond las im Mondlicht die verborgenen Schriftzeichen auf der alten Karte des Erebor — eine Auskunft, ohne die die Fahrt zum Berg kaum gelungen wäre; auf dem Rückweg im Jahr darauf kehrten Bilbo Beutlin und Gandalf noch einmal ein. Sechzig Jahre später, 3002, nahm Bilbo dauerhaft Wohnung bei Elrond und arbeitete dort an seinen Aufzeichnungen und Übertragungen.

Im Oktober 3018 erreichte Frodo Beutlin schwer verwundet die Furt und wurde in Elronds Haus geheilt; am 25. jenes Monats trat dort der Rat zusammen, auf dem die Herkunft des Ringes offengelegt und seine Vernichtung beschlossen wurde. In den zwei Monaten danach sandte Elrond Kundschafter aus, das Schwert wurde für Aragorn neu geschmiedet, und am Jahresende brach die Gemeinschaft aus dem Tal nach Süden auf. Es ist der einzige Zeitpunkt, an dem Bruchtal in den Erzählwerken den Ausschlag für das Ganze gibt; die Verteidigung des Tales selbst spielte im Krieg keine Rolle, obwohl in jenen Wochen auch Angriffe im Norden abgewehrt wurden. Auf dem Heimweg kehrten die Hobbits im September 3019 noch einmal ein und trafen Bilbo an seinem hundertneunundzwanzigsten Geburtstag. Zwei Jahre darauf, 3021, verließ Elrond mit den Ringträgern Mittelerde, und damit endete die Zeit, in der das Haus mehr war als ein Wohnsitz; Elronds Söhne blieben noch eine Weile dort, und auch Celeborn kam nach Galadriels Fortgang für einige Zeit ins Tal, ehe die Überlieferung schweigt.

Bewohner und Herrschaft

Bruchtal kannte keine Herrscherfolge: Von der Gründung bis zum Fortgang seines Gründers stand das Tal unter einem einzigen Herrn. Elrond führte dabei keinen Königstitel; in Bilbos Bericht heißt er schlicht der Meister des Hauses, und auch später wird er als Herr des Tales angesprochen, nicht als Fürst eines Reiches mit Grenzen und Untertanen. Seine Stellung gründete auf Herkunft, Alter und Ansehen: Als Sohn Earendils gehörte er beiden Geschlechtern an und wählte, wie im Anhang über die Könige berichtet wird, die Zugehörigkeit zum Erstgeborenen Volk, während sein Bruder Elros den Weg der Menschen ging. Entschieden wurde im Haus durch Beratung; selbst in der schwersten Sache, die dort je verhandelt wurde, sprach Elrond kein Urteil, sondern ließ die Anwesenden vortragen und den Beschluss aus der Erörterung hervorgehen.

Die Bewohner des Tales waren Elben, hervorgegangen aus jenen, die mit Elrond aus dem Krieg im Süden nach Norden auswichen. Aus dem Haushalt sind mehrere Namen überliefert: Erestor als erster unter den Ratgebern, Glorfindel, dessen Macht sich zeigte, als er dem verwundeten Ringträger an der Furt entgegenritt, und Lindir als einer der Sänger, die in der Halle des Feuers Lieder und Erzählungen pflegten. Dazu kamen Elronds Söhne Elladan und Elrohir sowie seine Tochter Arwen, die sich zeitweilig auch bei der Sippe ihrer Mutter im Süden aufhielt. Eine geschlossene Gemeinschaft war das Haus indes nie: Neben den Elben lebten und verweilten dort dauerhaft oder zeitweilig auch Menschen und, wie die Rast der Zwerge auf ihrer Fahrt zum Berg zeigt, Angehörige anderer Völker.

Nach außen bestanden Verbindungen in mehrere Richtungen zugleich, und zwar nicht als Bündnisse zwischen Reichen, sondern als Beziehungen eines Hauses. Am engsten war das Verhältnis zu den Dúnedain des Nordens, deren Erben im Tal aufwuchsen und mit deren Streifenreitern Elronds Söhne oft gemeinsam auszogen. Wie weit das Netz reichte, macht die Versammlung des Jahres 3018 sichtbar: Aus dem Reich Thranduils im Düsterwald kam ein Bote, aus den Grauen Anfurten einer im Auftrag Círdans, aus Gondor der ältere Sohn des Truchsessen, dazu Vertreter der Zwerge vom Einsamen Berg und Hobbits aus dem Auenland. Feindschaft bestand demgegenüber gegen die Macht im Osten und ihre Verbündeten; das Tal wurde bedrängt, aber nie genommen. Der Übergang zu diesem Umfeld verlief über Straße und Furt, nicht über eine Landesgrenze.

Rolle in der Erzählung

Im Aufbau beider Erzählungen hat Bruchtal dieselbe Stelle: Es ist die Unterbrechung, nie das Ziel. In Bilbos Bericht liegt das Tal zwischen dem noch halbwegs vertrauten Land und dem Gebirge, und das Kapitel, das ihm gilt, ist ausdrücklich als kurze Rast angelegt — es wird gegessen, geschlafen, die Ausrüstung ausgebessert, Rat eingeholt, dann zieht man weiter. Im Bericht vom Ringkrieg ist die Ankunft härter gefügt: Die Flucht endet an der Furt in Bewusstlosigkeit, und vom Tal selbst erfährt man erst, als der Verwundete Tage später in einem fremden Zimmer erwacht. Der Ort bekommt dadurch eine eigene Zeitform. Die Erzählung, die vorher von Tagesmärschen und Verfolgung getrieben war, wird für einige Kapitel langsam und verweilt bei Gesprächen, Mahlzeiten und Genesung.

Was das Haus in dieser Ruhezeit leistet, ist zweierlei. Es heilt — nicht nur Wunden, sondern auch die Furcht, die die Reisenden mitbringen; und es erinnert. In der Halle des Feuers wird gesungen und erzählt, und die Gäste hören dort Stoffe aus älterer Zeit, von denen sie zuvor nur Bruchstücke kannten; Bilbo trägt in dieser Halle selbst Verse vor, die er im Tal verfasst hat. Zugleich ist Bruchtal die Stelle, an der die Erzählung ihr Wissen bezieht: Fragen, die die Wandernden mit sich schleppen — woher ein Fund stammt, was ein Zeichen bedeutet, was ein Feind vorhat —, werden hier beantwortet, weil hier Aufzeichnungen und Gedächtnis versammelt sind. Die Stimmung, die dabei beschrieben wird, mischt Heiterkeit und Ernst so, dass die Gäste beides zugleich empfinden.

Genau einmal laufen im Tal alle Fäden zusammen, und danach laufen sie wieder auseinander: Was dort beraten wird, führt nicht dazu, dass man bleibt, sondern dass ein kleiner Zug bei Nacht ohne Abschiedsgepränge nach Süden aufbricht. Bruchtal steht damit im Buch für eine Zuflucht, die niemanden auf Dauer hält — sie gewährt Atem, Auskunft und Ausrüstung, aber der Krieg wird anderswo entschieden. Auf dem Rückweg wird derselbe Ort noch einmal aufgesucht, nun als Platz des Wiedersehens und des Abschieds, und der Ton hat sich verschoben: Was vorher Aufbruch war, ist jetzt Erinnerung. Der Weg der Heimkehrenden führt zuletzt aus dem Tal hinaus ins Auenland, und das Haus bleibt zurück als etwas, das man verlässt.

Entwürfe und Varianten

Der Ort gehört zu den älteren Bestandteilen der Erfindung: Sein Name entstand für Bilbos Erzählung, lange ehe die Vorgeschichte des Zweiten Zeitalters ausgearbeitet war. In den Etymologien, die aus der Arbeit der späten dreißiger Jahre stammen, ist die elbische Form bereits verzeichnet und aus denselben Bestandteilen erklärt, die auch später gelten — dem Wort für ein tief eingeschnittenes Tal und dem Stamm für „spalten“ —, doch die Sprache, der sie dort zugerechnet wird, heißt noch Noldorin und nicht Sindarin. Was heute als Gründungsgeschichte selbstverständlich erscheint, trat erst nachträglich hinzu: Die Annalen des Zweiten Zeitalters, in denen der Fall Eregions, der Rückzug Elronds und die zugehörigen Jahreszahlen festgelegt wurden, entstanden nach dem Abschluss des Romans und liegen in mehreren, voneinander abweichenden Fassungen vor.

In den frühen Entwürfen zum Ringkrieg trägt der reisende Hobbit noch nicht den späteren Namen, sondern heißt Bingo; das Tal dagegen war von Anfang an das Ziel des ersten Wegabschnitts. Dort geriet die Arbeit wiederholt ins Stocken: Tolkien führte die Erzählung bis in das Haus Elronds und kehrte danach an den Anfang zurück, weshalb die Ankunft in mehreren einander ablösenden Schichten überliefert ist. Am stärksten wuchs die Ratsversammlung. Sie liegt in einer langen Reihe von Bearbeitungen vor, in denen die Zahl der Sprecher und der Umfang des Vorgetragenen immer weiter zunahmen, bis das Kapitel die Gestalt eines Rückblicks auf die gesamte Vorgeschichte annahm. Auch die Erklärung für Gandalfs Ausbleiben wechselte dabei: In einem Entwurfsstadium wurde er von einem zunächst feindlich gedachten Baumbart festgehalten, und erst im Verlauf dieser Umarbeitungen trat Sarumans Verrat an diese Stelle.

Adaptionen

In den älteren Bearbeitungen fällt das Tal regelmäßig dem knappen Umfang zum Opfer. Der Zeichentrickfilm der Produktionsfirma Rankin/Bass presst Bilbos Erzählung in rund neunzig Fernsehminuten und lässt vom Aufenthalt bei Elrond, dem Cyril Ritchard seine Stimme gab, kaum mehr als eine kurze Station übrig. Ralph Bakshis Verfilmung, die nach der Schlacht um Helms Klamm abbricht, besetzt Elrond mit André Morell und nimmt an der Furt eine folgenreiche Änderung vor: Nicht Glorfindel reitet dem verwundeten Ringträger entgegen, sondern Legolas — eine Umbesetzung, die den Figurenbestand des Buches verkleinert und eine der wenigen Auftrittsstellen dieses Elben tilgt. Der Fernsehfilm derselben Studios über den letzten Teil der Geschichte rahmt seine Handlung mit einer Feier zu Bilbos Geburtstag im Tal ein und macht den Ort damit zum Erzählrahmen statt zur Zwischenstation. Umgekehrt verfährt die Hörspielfassung der BBC: In sechsundzwanzig halbstündigen Teilen bleibt Raum für die Ratsversammlung in fast voller Länge, und Elrond spricht dort Hugh Dickson.

In Peter Jacksons Trilogie spielt Hugo Weaving den Herrn des Tales. Die auffälligste Abweichung betrifft erneut die Furt: An Glorfindels Stelle tritt Arwen, die den Verwundeten auf ihrem Pferd ins Tal bringt und die Flut selbst heraufruft. Der Rat verliert überdies seinen beratenden Charakter und wird als offener Streit der Völker angelegt, aus dem der Beschluss erst hervorgeht, nachdem der Ringträger sich meldet. Auch das zerbrochene Schwert bleibt in den Filmen zunächst ein bloßes Erbstück im Haus; neu geschmiedet und überbracht wird es erst im dritten Teil, während es im Buch noch vor dem Aufbruch der Gemeinschaft im Tal wiederhergestellt wird. Die spätere Hobbit-Trilogie kehrt mit demselben Darsteller dorthin zurück und fügt eine Zusammenkunft des Weißen Rates ein, die im Roman keine Entsprechung hat und aus dem Anhangsmaterial entwickelt ist.