Name und Benennung
Angmar ist ein sindarinischer Name und fügt sich damit in das Bild der übrigen Ortsnamen des Nordens, die in der Überlieferung der Dúnedain fast ausnahmslos elbische Gestalt tragen: Arnor, Fornost, Arthedain und Rhudaur gehören derselben Sprachschicht an. Wer das Wort zuerst gebrauchte, halten die Quellen nicht fest. Erhalten ist es in den Chroniken der Erben Isildurs, also in der Sprache und aus dem Blickwinkel jenes Volkes, gegen das sich das Reich richtete. Eine Bezeichnung aus dem Munde seiner eigenen Bewohner, der bösen Menschen und Orks, die sich dort sammelten, ist nicht überliefert.1
Die Bestandteile des Namens lassen sich mit dem Namensverzeichnis erschließen, das dem Silmarillion beigegeben ist. Das erste Glied ist das Element für „Eisen“, das auch in Angband, Angainor und Anfauglir begegnet und dort stets auf Morgoth und seinen Machtbereich weist. Das zweite Glied gehört zu dem Stamm, der eine Wohnstatt oder Heimstatt bezeichnet und im Sindarin sonst meist als „bar“ in Ortsnamen erscheint. Zusammengenommen ergibt sich eine Bedeutung wie „Eisenheim“ oder „Eisenland“. Ob die Namensgeber damit eine Eigenschaft des rauen Berglandes beidseits des Gebirges meinten oder bewusst an die alten Eisenfesten des Feindes erinnern wollten, sagt kein Text.2
Weit häufiger als für sich allein erscheint der Name als Beiname seines Herrn. In den Annalen heißt dieser schlicht der Hexenkönig von Angmar, und der Titel verrät nur das Land, nicht die Person dahinter: Dass sich unter ihm der Oberste der Ringgeister verbarg, blieb den Dúnedain lange verborgen, und der Name des Reiches diente gewissermaßen als Maske. Wo die Erzählung selbst auf Angmar zurückblickt, benennt sie es nicht neu, sondern kennzeichnet es mit einem Urteil – als furchtbares Reich unter einem zauberkundigen König, das den jungen Dúnedain als ärgster Gegner galt. So bleibt Angmar ein Name, der fast nur in Verbindung mit Feindschaft und Abwehr überliefert ist.3
- 1Der Herr der Ringe, Anhang A, I (iii), Eriador, Arnor and the Heirs of Isildur; Der Herr der Ringe, Anhang F, I, The Languages and Peoples of the Third Age
- 2Das Silmarillion, Anhang, Elements in Quenya and Sindarin Names
- 3Der Herr der Ringe, Anhang A, I (iv), Gondor and the Heirs of Anárion; Der Herr der Ringe, Buch V, Kap. 6
Land und Lage

Angmar war kein altes Land mit eigener Vorgeschichte, sondern ein Reich, das in einer bestimmten Stunde der Geschichte Arnors im äußersten Norden entstand. Die Chroniken setzen es jenseits der Trollhöhen an, also nördlich jenes rauen Berg- und Moorgürtels, der das obere Eriador gegen die kalten Landstriche abschloss. Südlich davon lag Rhudaur, das nordöstlichste der drei Teilreiche, so dass Angmar unmittelbar an die offene Flanke der Dúnedain grenzte. Bezeichnend ist, dass die Überlieferung das Land nicht nach Flüssen oder Grenzsteinen beschreibt, sondern allein durch seine Nachbarschaft zu den Gebieten, die es bedrohte.1
Seine Gestalt war die eines Grenzreiches, das sich über das Gebirge hinweg erstreckte: Die Länder Angmars lagen zu beiden Seiten des Nebelgebirges, dort, wo die Kette nach Norden ausläuft. Damit reichte es sowohl nach Eriador hinein als auch in die Gegenden östlich der Berge, und es konnte Kräfte aus beiden Richtungen sammeln. Wie weit es im Einzelnen reichte, halten die Texte nicht fest. Als Sitz seines Herrn nennt die Erzählung Carn Dûm; wo in der Frühgeschichte des Ringkriegs von alten Klingen der Westmenschen die Rede ist, erscheint der Feind, der sie überwand, als böser König von Carn Dûm im Lande Angmar. Über Bauart und Lage dieser Festung im Einzelnen schweigt der publizierte Text.2
Was Angmar auszeichnete, war weniger seine Landschaft als seine Bevölkerung. Es war ein Sammelbecken: Böse Menschen, Orks und andere grimmige Wesen fanden dort zusammen, und aus diesem Gemisch speiste sich die Macht, die über Generationen gegen Arthedain, Rhudaur und Cardolan gerichtet war. Die Lage jenseits des Gebirges machte das Reich schwer angreifbar, denn es hatte stets ein Hinterland, in das es sich zurückziehen konnte. Umso deutlicher markiert die Überlieferung sein Ende räumlich: Nach der Niederlage des Hexenkönigs blieb westlich des Gebirges kein Mensch und kein Ork aus diesem Reich zurück. Die Grenze, die Angmar einst überbrückt hatte, wurde so wieder zur Trennlinie.3
- 1Der Herr der Ringe, Anhang A, I (iii), Eriador, Arnor and the Heirs of Isildur
- 2Der Herr der Ringe, Anhang A, I (iii), Eriador, Arnor and the Heirs of Isildur; Der Herr der Ringe, Buch I, Kap. 8, Fog on the Barrow-Downs
- 3Der Herr der Ringe, Anhang A, I (iii), Eriador, Arnor and the Heirs of Isildur; Der Herr der Ringe, Anhang A, I (iv), Gondor and the Heirs of Anárion
Geschichte

Die Anfänge Angmars fallen in die Regierungszeit Malvegils von Arthedain, in eine Epoche, in der das alte Nordreich längst in drei Teilreiche zerfallen war, die einander eher beargwöhnten als beistanden. Die Zeittafel der Anhänge ordnet das Geschehen in eine größere Wende um das Jahr 1300 des Dritten Zeitalters ein: Das Böse begann sich wieder zu regen, die Orks im Nebelgebirge nahmen zu, die Nazgûl traten erneut hervor, und ihr Oberster wandte sich nach Norden. Für die Dúnedain war der neue Herr zunächst nichts weiter als der König eines feindseligen Nachbarlandes. Sein eigentliches Ziel erschloss sich erst im Rückblick. Er sollte das Geschlecht Isildurs zu einer Zeit auslöschen, in der ein offener Schlag gegen Gondor aussichtslos gewesen wäre, der Norden aber zersplittert und verwundbar lag.1
Den ersten Ansatzpunkt bot Rhudaur. Dort waren nur noch wenige Dúnedain ansässig, und die Macht ging an einen Anführer der Hügelmenschen über, der im Verborgenen mit Angmar zusammenarbeitete. Als Argeleb I., der Sohn Malvegils, für Arthedain die Herrschaft über ganz Arnor beanspruchte, weil in den beiden anderen Teilreichen kein Nachfahre Isildurs mehr regierte, widersetzte sich Rhudaur diesem Anspruch. Argeleb ließ daraufhin die Wetterberge befestigen, fiel jedoch 1356 im Kampf gegen Rhudaur und Angmar. Sein Sohn Arveleg drängte die Feinde mit Unterstützung aus Cardolan und Lindon aus dem Bergland zurück und behauptete über lange Jahre eine Grenzlinie entlang der Wetterberge und der Großen Straße.2
Im Jahr 1409 zerbrach dieses Gleichgewicht. Ein großes Heer aus Angmar setzte über den Fluss, fiel in Cardolan ein und umschloss die Wetterspitze. Die Dúnedain wurden geschlagen, Arveleg kam ums Leben, und der Turm von Amon Sûl wurde niedergebrannt und geschleift; nur den Palantír brachte man auf dem Rückzug nach Fornost in Sicherheit. Rhudaur geriet nun vollends in die Gewalt von Menschen, die Angmar gehorchten, und die dort verbliebenen Dúnedain wurden erschlagen oder wichen nach Westen aus. Cardolan wurde verheert, und was von seinem Volk übrig blieb, hielt sich auf den Hügelgräberhöhen oder suchte Schutz im Alten Wald dahinter. Araphor, Arvelegs noch nicht erwachsener Sohn, warf den Feind mit Círdans Hilfe von Fornost und den Nordhöhen zurück, und eine Zeit lang hielten Elben aus Lindon und aus Bruchtal, wohin Elrond Beistand aus Lórien über das Gebirge geholt hatte, Angmar im Zaum.3
Die Folgen dieser Kriege wirkten weit über die Schlachten hinaus. In den Tagen Argelebs II. drang die Große Pest aus dem Südosten nach Eriador vor, und der größte Teil der Bevölkerung Cardolans ging zugrunde, vor allem in Minhiriath. Damit erlosch das Geschlecht der Dúnedain in Cardolan. In die verlassenen Grabhügel zogen böse Geister aus Angmar und Rhudaur ein und hausten fortan darin; so verbindet die Überlieferung die unheimlichen Grabunholde, denen Wanderer noch Jahrhunderte später auf den Höhen begegneten, unmittelbar mit dem Erbe des Nordreichs des Feindes. Arthedain blieb von den drei Teilreichen als einziges übrig.4
Den letzten Schlag führte Angmar unter König Arvedui. Im Jahr 1974 fiel der Hexenkönig mit ganzer Macht über Arthedain her, nahm Fornost ein und trieb den größten Teil der Dúnedain über den Lhûn nach Westen. Arvedui hielt sich bis zuletzt auf den Nordhöhen und entkam dann mit einem kleinen Gefolge in den hohen Norden. Im folgenden Jahr ertrank er in der Eisbucht von Forochel. Mit ihm ging das Nordreich als Königtum zu Ende, und die Zeittafel verzeichnet für dieses Jahr auch den Verlust der Palantíri von Annúminas und Amon Sûl.5
Die Hilfe aus dem Süden kam zu spät für Arthedain, nicht aber für die Vergeltung. 1975 landete Earnur mit einer Flotte aus Gondor in Lindon, und mit den Streitkräften Círdans und den verbliebenen Männern Arnors zog er über den Lhûn nach Norden gegen den Hexenkönig, der sich in Fornost eingerichtet hatte. Zwischen dem Abendrotsee und den Nordhöhen wurde das Heer Angmars vernichtend geschlagen; die Hobbits behaupteten später, sie hätten dem König Bogenschützen zu dieser Schlacht gesandt, doch findet sich davon nichts in den Berichten der Menschen. Als Glorfindel mit Reitern aus Bruchtal hinzukam, floh der Hexenkönig und verschwand aus dem Norden, und Glorfindel riet von der Verfolgung ab, da sein Ende fern sei und ihn nicht die Hand eines Mannes treffen werde. Angmar hörte damit als Macht auf zu bestehen; sein Herr tauchte in Mordor wieder auf, belagerte ab 2000 Minas Ithil und nahm es 2002 ein. Die Weissagung erfüllte sich erst auf dem Pelennor, wo eine Klinge aus dem einstigen Nordreich, geschmiedet in den Jahren des Krieges gegen Angmar, ihren Anteil an seinem Untergang hatte.6
- 1Der Herr der Ringe, Anhang A, I (iii), Eriador, Arnor and the Heirs of Isildur; Der Herr der Ringe, Anhang B, The Tale of Years
- 2Der Herr der Ringe, Anhang A, I (iii), Eriador, Arnor and the Heirs of Isildur; Der Herr der Ringe, Anhang B, The Tale of Years
- 3Der Herr der Ringe, Anhang A, I (iii), Eriador, Arnor and the Heirs of Isildur; Der Herr der Ringe, Anhang B, The Tale of Years
- 4Der Herr der Ringe, Anhang A, I (iii), Eriador, Arnor and the Heirs of Isildur; Der Herr der Ringe, Anhang B, The Tale of Years
- 5Der Herr der Ringe, Anhang A, I (iii), Eriador, Arnor and the Heirs of Isildur; Der Herr der Ringe, Anhang B, The Tale of Years
- 6Der Herr der Ringe, Anhang A, I (iv), Gondor and the Heirs of Anárion; Der Herr der Ringe, Prolog, 1, Concerning Hobbits; Der Herr der Ringe, Anhang B, The Tale of Years; Der Herr der Ringe, Buch V, Kap. 6, The Battle of the Pelennor Fields
Völker und Herrschaft
Ein eigenes Staatsvolk mit gewachsener Herkunft besaß Angmar nicht. Die Chroniken der Dúnedain schildern es als Sammelplatz feindlicher Menschen, dazu Orks und weiterer grimmiger Geschöpfe, deren Art sie nicht näher bestimmen. Woher diese Menschen kamen, wie sie lebten und welche Sprache sie sprachen, verzeichnet kein Text. Fassbar werden sie fast nur als Kriegsvolk: In den Worten, die Merry nach seinem Erwachen im Hügelgrab wie eine fremde Erinnerung ausspricht, sind es die Männer von Carn Dûm, die bei Nacht über die Verteidiger herfallen und sie niederringen. Als weitere menschliche Stütze treten die Hügelmenschen von Rhudaur hinzu, die nicht zu Angmar selbst gehörten, deren Führung aber auf seiner Seite stand.1
Eine Herrscherfolge kennt die Überlieferung für Angmar nicht. Vom Aufkommen des Reiches in den Tagen Malvegils bis zu seinem Zusammenbruch im Jahr 1975 nennt sie nur einen einzigen Herrn, und zwischen diesen Eckpunkten liegen mehr als sechs Jahrhunderte. Das erklärt sich aus seinem Wesen: Der Hexenkönig war kein sterblicher Fürst, sondern der Oberste der Ringgeister, dessen Dasein nicht dem Maß menschlicher Lebenszeit unterlag. Von einem Hof, von Gefolgsleuten mit eigenem Rang oder von Gesetzen des Landes berichten die Quellen nichts. Sie zeigen ihn allein als Heerführer, der die Kräfte seines Reiches nach außen richtete, nie als Landesherrn, der es verwaltete.2
Friedliche Beziehungen zu einem Nachbarn verzeichnen die Quellen nicht. Mit Arthedain, Cardolan und den Elben von Lindon und Bruchtal stand Angmar in dauernder Feindschaft; die einzige Bindung, die es einging, war das verborgene Einvernehmen mit den Machthabern Rhudaurs, das nach dessen Besetzung in bloße Abhängigkeit überging. Sein Ruf reichte zudem weit über die Kampfgebiete hinaus. Als Arvedui auf seiner Flucht bei den Lossoth an der Bucht von Forochel Zuflucht suchte, begegnete ihm dieses entlegene Volk mit Scheu, denn es fürchtete den Hexenkönig und traute ihm zu, Frost und Tauwetter nach Belieben zu gebieten. Daran lässt sich ablesen, dass Angmar im Norden weniger als Nachbar denn als Bedrohung galt.3
- 1Der Herr der Ringe, Anhang A, I (iii), Eriador, Arnor and the Heirs of Isildur; Der Herr der Ringe, Buch I, Kap. 8, Fog on the Barrow-Downs
- 2Der Herr der Ringe, Anhang A, I (iii), Eriador, Arnor and the Heirs of Isildur; Der Herr der Ringe, Anhang A, I (iv), Gondor and the Heirs of Anárion; Der Herr der Ringe, Anhang B, The Tale of Years
- 3Der Herr der Ringe, Anhang A, I (iii), Eriador, Arnor and the Heirs of Isildur
In der Erzählung

Im „Herrn der Ringe“ betritt keine Figur Angmar, und kein Kapitel spielt dort. Das Reich ist zur Zeit des Ringkriegs seit über tausend Jahren untergegangen und wirkt nur noch als Vergangenheit, die unter der Landschaft liegt, durch die die Hobbits ziehen. Auf den Hügelgräberhöhen, an der Wetterspitze und in den verlassenen Gegenden östlich von Bree stoßen sie auf Ruinen, Spukorte und halb vergessene Geschichten, ohne zu wissen, auf wessen Werk sie da treffen. Streicher deutet am Lagerfeuer die alten Kriege nur an. Der Leser erkennt die Zusammenhänge erst nach und nach, und ganz erschließen sie sich erst in den Anhängen.1
Am deutlichsten ist Angmar in dem Erzählbogen, der vom Grabhügel bis zum Pelennor reicht. Die Hobbits erhalten nach ihrer Befreiung durch Tom Bombadil Klingen aus dem Hort des Hügels. Damit tragen sie ein Erbe aus dem Krieg gegen den Norden bei sich, dessen Bedeutung sich erst Bände später zeigt. Als Éowyn sich dem Herrn der Nazgûl entgegenstellt, ist es Merrys Klinge, die den Bann um den Geisterkönig bricht. Der Erzähler hält an dieser Stelle inne und erinnert an den Schmied des Nordreichs, der die Waffe einst gegen genau diesen Feind geschaffen hatte. Eine Einzelheit aus dem ersten Buch erweist sich so als Schlüssel zum Höhepunkt des fünften.2
Im Gefüge des Werkes zeigt Angmar vor allem die Langmut des Feindes. Das Reich erklärt, warum der Erbe Isildurs als Waldläufer ohne Land durch die Wildnis zieht und warum weite Teile Eriadors leer liegen. Zugleich verknüpft der Titel des Hexenkönigs den Angreifer vor Minas Tirith mit einem Krieg, den die Menschen des Südens längst vergessen haben. Die Anhänge sprechen aus, was die Dúnedain damals nicht wussten: Hinter dem König des Nordens stand von Anfang an der Oberste der Ringgeister. So wird Angmar zum Beispiel dafür, dass Mordors Macht über Jahrhunderte planen kann, und auch dafür, dass ein verlorener Krieg über lange Zeit noch in einer Waffe fortwirkt.3
Verfilmungen

In Peter Jacksons Verfilmung des „Herrn der Ringe“ (2001–2003) kommt Angmar nicht als Schauplatz vor. Die Filme zeigen das Land nicht und erzählen auch die Kriege des Nordreichs nicht nach. Der Name fällt vor allem im dritten Teil, wo Gandalf den Anführer der Nazgûl als Hexenkönig von Angmar vorstellt; Titel und Herkunftsland des Feindes bleiben damit erhalten, seine Geschichte im Norden aber nicht. Am deutlichsten weicht der Film dort ab, wo das Buch die Erinnerung an Angmar trägt. Tom Bombadil und die Episode auf den Hügelgräberhöhen fehlen ganz, und die Hobbits erhalten ihre Klingen von Streicher auf der Wetterspitze. Dass die Waffe, mit der Merry später den Geisterkönig trifft, eigens im Krieg gegen Angmar geschmiedet wurde, spielt in dieser Fassung keine Rolle, und damit fehlt auch die Verbindung, die der Roman zwischen dem Grabhügel und dem Pelennor herstellt.1
Mehr Raum erhält das Erbe Angmars in Jacksons späterer Trilogie zum „Hobbit“ (2012–2014), die Stoff aus den Anhängen hinzuzieht, ihn dabei aber frei weiterentwickelt. Hier taucht eine Morgulklinge auf, die dem Hexenkönig zugeschrieben wird, und die Filme lassen die Ringgeister nach ihrer Niederlage im Norden in Felsengräbern auf den Hochmooren von Rhudaur bestattet sein. Gandalf sucht diese Gräber auf und findet sie leer. Für diese Grablegung gibt es in Tolkiens Werk keine Entsprechung. Dort wird der Hexenkönig nach der Schlacht vor Fornost nicht bezwungen und beigesetzt, sondern entzieht sich und kehrt später nach Mordor zurück. Die Hobbit-Filme nutzen Angmar so als Hintergrund für die Wiederkehr des Feindes, ohne das Reich selbst zu zeigen oder seine Geschichte zu erzählen.2



