Name und Benennung
Der Name Mordor gehört dem Sindarin an und ist aus zwei durchsichtigen Bestandteilen gefügt: dem Element für „dunkel, schwarz“ und dem Wort für „Land“. Er bedeutet also nicht mehr, als er sagt — das Schwarze Land, so auch bei Carroux. Anhang E gibt die Regeln, nach denen der Name zu sprechen ist: Der Ton liegt bei zweisilbigen Namen auf der ersten Silbe, das „o“ ist kurz und offen, kein deutsches gedehntes o. Neben der geographischen Bezeichnung steht im Sprachgebrauch des Westens die Umschreibung „Land des Schattens“, die weniger einen Ort als einen Zustand benennt und im sechsten Buch sogar zur Kapitelüberschrift wird.
Das Farbwort dieses Kompositums kehrt in der elbischen Namengebung häufig wieder und trägt dort stets denselben abwertenden Beiklang; es steckt ebenso in Morgoth wie in Moria und in Morwen. Der zweite Bestandteil verbindet Mordor umgekehrt mit ganz unverdächtigen Landschaftsnamen wie Gondor oder Eriador — die Bezeichnung ist also formal ein gewöhnlicher Landesname, den erst das vorangestellte Element brandmarkt. Nach demselben Muster sind die Namen der einschließenden Gebirge gebaut: Die Ephel Dúath sind der äußere Zaun des Schattens, die Ered Lithui die Aschenberge, und der Feuerberg im Inneren heißt Orodruin, wird jedoch auch Amon Amarth, Schicksalsberg, genannt. Die Nomenklatur beschreibt das Land somit durchweg von seinen Rändern und seinem Rauch her.
Bemerkenswert bleibt, dass sämtliche geläufigen Namen des Landes von außen kommen. Sie sind elbischer Herkunft und wurden von den Völkern des Westens gebraucht, die das Land beschrieben, nicht von denen, die darin herrschten. Wie dessen eigene Zunge Orte benannte, zeigt sich nur an wenigen Stellen: Die Orks nennen die dunkle Festung in der Schwarzen Sprache Lugbúrz, und es sind Gesprächsfetzen unter ihnen, die diesen Namen überhaupt überliefern. Für das Land selbst ist eine solche Form nicht bezeugt, sodass Mordor in den Aufzeichnungen der Freien Völker gewissermaßen unter einem Fremdnamen erscheint — einer Bezeichnung, die zugleich Beschreibung und Urteil ist.
Land und Lage
Mordor liegt im Südosten Mittelerdes, jenseits des Anduin und östlich der Länder Gondors; zwischen dem Strom und der westlichen Bergwand schiebt sich Ithilien als Grenzlandschaft dazwischen, die lange zu Gondor gehörte. Das Reich ist kein offenes Gebiet, sondern eine von Gebirgen umschlossene Hochlandschaft: Im Westen läuft ein langer Kamm von Norden nach Süden, im Norden ein zweiter von Westen nach Osten, und im Süden schließt ein weiterer Zug das Land ab, sodass nur die Ostseite unbefestigt gegen die Weiten jenseits offenbleibt. Wo die nördliche und die westliche Kette im Nordwesten zusammenstoßen, bleibt eine Lücke, die durch das Schwarze Tor und zwei Wachtürme verriegelt ist. Vor dieser Ecke dehnt sich die Ebene des Dagorlad, an die sich nach Nordwesten die Totensümpfe und dahinter das zerklüftete Emyn Muil anschließen.
Hinter dem Tor senkt sich zunächst ein muldenförmiges Tal, das gegen das Innere durch einen zweiten, engeren Riegel abgeschlossen wird. Dahinter beginnt Gorgoroth, eine trockene, von Schlackengruben und Aschefeldern überzogene Hochebene, über der beständig Rauch steht. Aus ihr erhebt sich einzeln und ohne Anschluss an ein Gebirge der Feuerberg, dessen Auswürfe den Dunst erzeugen, der über weite Strecken das Licht dämpft. Nach Osten hin, auf einem vorspringenden Ausläufer der nördlichen Kette, liegt die dunkle Festung; eine Straße verbindet sie mit dem Berg, weitere Wege führen vom Tor und von den westlichen Pässen her in die Ebene. Der westliche Gebirgszug ist an zwei Stellen durchlässig: über den Pass oberhalb des Morgultals, das eine Straße nach Ithilien hinabführt, und über einen höheren, von einer Treppe erschlossenen Einschnitt weiter nördlich.
Der Süden des Landes trägt einen anderen Charakter. Dort liegt um einen bitteren Binnensee eine weite, fruchtbare Senke, die von Verschleppten bestellt wurde und die Heere versorgte, welche die kahle Nordhälfte selbst nicht hätte ernähren können. Diese Zweiteilung — Aschewüste im Norden, Ackerland im Süden — erklärt, warum das Reich über zwei Zeitalter hinweg tragfähig blieb. Die Gebirgsmauern wirkten dabei nach beiden Seiten: Sie hielten Heere draußen und machten zugleich jeden Aufbruch nach außen zu einer Sache weniger, gut bewachter Zugänge.
Geschichte
Die Geschichte des Landes als Reich beginnt im Zweiten Zeitalter, um das Jahr 1000. Sauron, dem das Anwachsen der númenórischen Macht an den Küsten Sorge bereitete, suchte einen Sitz, der zugleich Rückzug und Waffenschmiede sein konnte, und fand ihn in der gebirgsumschlossenen Hochlandschaft mit ihrem Feuerberg. Dort begann er den Bau der dunklen Festung, der sich über Jahrhunderte hinzog. Um 1600 schmiedete er in den Feuern des Berges den Herrschenden Ring und vollendete danach das Bauwerk, dessen Grundfesten fortan mit der Macht des Ringes verbunden blieben. Erst mit diesen beiden Werken — dem Ring und dem Turm — war aus einer bloßen Landschaft ein Machtzentrum geworden.
Von diesem Sitz aus führte Sauron 1693 den Krieg gegen die Elben, überrannte 1699 Eriador und wurde erst 1701 durch das Eingreifen der Númenórer wieder nach Osten zurückgeworfen. Der schwerste Einschnitt kam gut anderthalb Jahrtausende später von See her: 3261 landete Ar-Pharazôn mit einem Heer, dessen Anblick Saurons eigene Truppen zerstreute, und 3262 wurde der Herr des Landes als Gefangener nach Númenor gebracht. Sein Reich blieb dabei bestehen, war jedoch für Jahrzehnte herrenlos. Nach dem Untergang der Insel 3319 kehrte sein Geist dorthin zurück, wo Ring und Festung ihn erwarteten; die leibliche Gestalt, in der er einst hatte schön erscheinen können, gewann er nicht wieder.
Unmittelbar danach entstand westlich der Berge das Reich der Verbannten: Isildur und Anárion gründeten 3320 Gondor und legten ihre Türme so an, dass sie die Pässe im Blick behielten. Sauron kam ihnen 3429 zuvor, nahm die östliche der beiden Wachtstädte und trieb Isildur zur Flucht über den Strom. Aus der Antwort darauf wurde das Letzte Bündnis der Elben und Menschen: 3434 wurde das Heer Saurons auf der Ebene vor dem Schwarzen Tor geschlagen, und die Sieger drangen in das Land ein. Die Belagerung der Festung zog sich sieben Jahre hin und forderte viele Gefallene, darunter Anárion. 3441 fiel Sauron unter den Händen Gil-galads und Elendils, die beide dabei umkamen; Isildur schnitt den Ring von seiner Hand, und mit diesem Tag endete das Zweite Zeitalter.
Das Land wurde damit nicht ausgelöscht, sondern bewacht. Gondor besetzte die Zugänge, baute die beiden Türme am nordwestlichen Tor und die Feste über dem hohen Pass, deren Zweck allein darin bestand, eine Rückkehr der alten Diener zu verhindern. Diese Ordnung hielt über anderthalb Jahrtausende, bis die Große Pest von 1636 die Bevölkerung Gondors so schwer traf, dass die Wachtposten aufgegeben wurden und niemand mehr nachrückte. In die verlassenen Werke sickerten böse Geschöpfe zurück. 1980 kam der Hexenkönig aus dem Norden und sammelte dort die Ringgeister; 2000 zogen sie aus und belagerten die östliche Wachtstadt, die 2002 fiel und seither als Turm der Zauberei galt. Von dort ging 2475 der Angriff aus, der Osgiliath endgültig zur Ruine machte.
Der Herr des Landes selbst kehrte spät zurück. Nachdem der Weiße Rat ihn 2941 aus seinem südlichen Waldversteck vertrieben hatte, ging er 2942 heimlich wieder in sein altes Reich und gab 2951 offen zu erkennen, wer er war. Von da an wurde die Festung wieder aufgebaut, die Ebene mit Schmieden und Lagern belegt und aus dem Süden und Osten Zuzug herangeführt. Zwei der Ringgeister wurden zurück in den Wald geschickt, die übrigen blieben in der Wachtstadt über dem Westpass. Im Juni 3018 begann der offene Krieg mit dem Vorstoß über den Anduin, und im Winter desselben Jahres richtete sich die Suche des Feindes auf ein Ziel, das er in seinem eigenen Land am wenigsten vermutete.
Das Ende kam im März 3019. Während die Heere des Westens vor dem Schwarzen Tor standen und dort gebunden waren, hatten Frodo und Sam den hohen Pass überwunden und schleppten sich, als Orks verkleidet, über die Aschenebene zum Feuerberg. Am fünfundzwanzigsten März ging der Ring in dessen Feuer zugrunde; die Festung stürzte in sich zusammen, der Berg brach aus, und die Macht, die alles zusammenhielt, zerfiel binnen Augenblicken zu nichts. Was blieb, war ein verwüstetes, aber nicht menschenleeres Land. Elessar sprach den Verschleppten, die den Süden um den Binnensee bebaut hatten, die Freiheit und dieses Land zu eigen zu; die nördliche Ödnis blieb liegen, wie sie war.
Bewohner und Herrschaft
Für Mordor ist keine Herrscherfolge im gewöhnlichen Sinn überliefert, denn über beide Zeitalter hinweg gab es nur einen Herrn, und niemand trat je an seine Stelle. Von einem Rat, einem Adel oder einer erblichen Ordnung ist nichts bezeugt; die Macht lief allein von der dunklen Festung abwärts durch Diener, die keinen eigenen Anspruch besaßen. Zuoberst standen die Ringgeister, deren Anführer die eroberte Wachtstadt über dem Westpass als Sitz hielt und von dort das Kriegswesen der Westgrenze führte. Unterhalb dieser Stufe wird nur eine einzige Gestalt greifbar: der Statthalter der dunklen Festung, der 3019 vor dem Schwarzen Tor mit den Heerführern des Westens verhandelte — ein Mensch aus dem Geschlecht der Schwarzen Númenórer, der so lange gedient hatte, dass sein eigener Name nicht mehr überliefert ist.
Die Masse der Bewohner stellten die Orks, die in Garnisonen unter eigenen Hauptleuten lagen: im Turm über dem hohen Pass, in der Wachtstadt am Morgultal, in den Lagern am nördlichen Engpass und in Durthang, einer alten gondorischen Feste, die längst in ihre Hände gefallen war. Zwischen diesen Besatzungen herrschte offener Neid; der Streit um die bei Frodo gefundene Beute ließ die Mannschaft des Turms sich gegenseitig aufreiben, ohne dass ein Befehl von oben dazwischengetreten wäre. Unter ihnen sind größere, kampftaugliche Uruks von kleineren Spähern und Trägern zu unterscheiden. Die Schwarze Sprache war als einheitliche Zunge aller Diener gedacht, setzte sich aber nie durch: Die Stämme bildeten eigene Mundarten aus und behalfen sich untereinander mit der Gemeinsamen Sprache. Gegen Ende des Dritten Zeitalters traten aus dem Land überdies Trolle neuer Art hervor, die Olog-hai.
Menschen lebten im Land selbst vor allem als Verschleppte auf den südlichen Feldern; die Kriegsvölker dagegen kamen von außen. Aus dem Osten und dem Süden zogen Ostlinge und Haradrim heran, deren Aufmärsche Frodo und Sam erst von Ithilien aus und dann vor dem Schwarzen Tor beobachteten, und auf dem Pelennor fochten neben ihnen die Variags aus Khand. Diese Bindung war Bündnis und Botmäßigkeit zugleich; sie beruhte darauf, dass Mordor mit seinen Nachbarn keinen Frieden kannte, sondern nur Krieg oder wachsame Ruhe. Gegenüber Gondor blieb die Feindschaft der Dauerzustand, und Ithilien war der strittige Saum dazwischen. Nicht alles im Land jedoch war untertan: Am hohen Pass hauste ein Wesen älteren Rechts, das keinen Herrn anerkannte und das der Herr der Festung gleichwohl gewähren ließ, weil es den Weg zuverlässiger verschloss als jede Wache.
In der Erzählung
Lange bevor das Land betreten wird, ist es in der Erzählung bereits gegenwärtig — als Richtung, in die niemand geht, und als Name, den man im Auenland kaum kennt. Gandalf spricht ihn aus, als er Frodo erklärt, wo der Ring geschmiedet wurde, und beim Rat in Bruchtal wird aus der Erkenntnis der einzige Vorschlag, der widersinnig genug ist, um Aussicht zu haben: den Ring dorthin zu tragen, wo er entstand. Von da an gliedert sich der Weg der Gefährten nach der Entfernung zu diesem Ziel. Auf dem Amon Hen wird die Bedrohung zum ersten Mal zu einem Blick, dem Frodo sich entzieht; in Ithilien liegt der Schatten schon über den Bäumen, und in Gondor wird das Land vor allem als das erfahren, was von dort ausgeht — die Dunkelheit, die den Morgen ausbleiben lässt, ehe ein Heer erscheint.
Der Übergang vom Gerede zum Ort geschieht im vierten Buch. Vor dem verschlossenen Tor stehen drei Gestalten und müssen umkehren, und die Erzählung nimmt damit vorweg, dass dieses Reich nicht bezwungen, sondern nur unterlaufen werden kann. Was danach folgt, ist fast durchweg aus der Wahrnehmung zweier Hobbits erzählt: Wasser, das ungenießbar schmeckt, Wegzehrung, die abgezählt wird, Schlacke, die die Hände aufreißt. Der Feind selbst tritt dabei nie auf. Sein Turm wird von außen gesehen, sein Rat nie gehört, und selbst die Orks werden vor allem belauscht. Diese Zurückhaltung ist ein erzählerisches Mittel: Das Böse bleibt Landschaft, Geräusch und Druck auf dem Nacken des Ringträgers.
Wofür der Ort steht, sagt der Text an einer stillen Stelle. Sam sieht über dem Gebirgskamm einen weißen Stern durch eine Wolkenlücke und begreift daran, dass dieser Schatten klein ist und vergeht; die Größe des Landes wird durch etwas widerlegt, das älter ist als es. Ebenso wenig wird das Werk am Ende durch Stärke vollbracht, sondern gegen den Willen des Trägers, und dass es überhaupt gelingt, hängt an einem Geschöpf, das man mehrfach hätte töten können. Das Schwarze Land ist damit im Aufbau des Buches weniger Schauplatz einer Schlacht als Prüfstein: Die Heere des Westens ziehen nur vor sein Tor, um dort gesehen zu werden, während die eigentliche Handlung unbemerkt in seinem Inneren stattfindet.
Entwürfe und Varianten
In den älteren Schichten des Legendariums kommt Mordor nicht vor; die Erzählungen um Beleriand kennen kein solches Reich, und es tritt erst mit der Arbeit an der Fortsetzung des Hobbit in die Entwürfe ein. Die frühesten Fassungen dieser Arbeit zeigen ein Ziel ohne Umrisse: Dass der Ring in das Feuer zurückmüsse, in dem er geschmiedet wurde, steht bald fest, doch wie das Land um diesen Berg beschaffen ist, wo seine Grenzen verlaufen und auf welchem Weg man hineingelangt, bleibt über mehrere Anläufe hinweg offen. Namen und Örtlichkeiten, die der gedruckte Text als selbstverständlich behandelt, fehlen in diesen Notizen noch oder lauten anders. Auch die Schreibung weicht ab: Die Handschriften setzen durchweg K, wo der Druck später C schreibt — so im Namen des hohen Passes, der dort als Kirith Ungol erscheint.
Ihre feste Gestalt gewinnt die Landschaft erst in den späten Entwürfen zum vierten und sechsten Buch. Dort verwandelt sich der Weg des Ringträgers in eine Rechenaufgabe: Tolkien stellte Marschtage und Entfernungen gegeneinander, prüfte, wie weit Wasser und Wegzehrung reichen konnten, und ordnete den Verlauf innerhalb der Bergmauer mehrfach neu, bis Zeitrechnung und Kräfte der beiden Wanderer zusammenpassten. Die zugehörigen Aufzeichnungen, von Christopher Tolkien als eigene Abteilung über den Weg Frodos und Sams durch Mordor gedruckt, lesen sich weniger wie Erzählung als wie eine Buchführung über Tage, Meilen und Bissen. Auch der Pass mit seinem Turm, die Straßen der Ebene und der Anmarsch zum Feuerberg erhielten in diesem Zuge ihre endgültige Anordnung. Bemerkenswert bleibt, dass das Schwarze Land der veröffentlichten Fassung damit keine vorab erfundene Kulisse ist, sondern das Ergebnis solcher Prüfungen: Seine Ausdehnung ist so bemessen, dass zwei erschöpfte Fußgänger sie eben noch bewältigen konnten.
Adaptionen
Das Schwarze Land ist in den älteren Bearbeitungen vor allem ein Ziel, das nicht erreicht wird. Ralph Bakshis Zeichentrickfilm von 1978 behandelt die Entstehung des Ringes nur in einem knappen Vorspann und bricht nach der Schlacht um Helms Klamm ab; ein zweiter Teil kam nie zustande, sodass Frodo und Sam die Grenzen des Landes gar nicht erst überschreiten. Der Fernsehfilm des Studios Rankin/Bass von 1980 nimmt den Schlussteil der Geschichte auf, ohne Bakshis Film fortzusetzen, und ist damit die erste Fassung, die den Marsch über die Aschenebene und den Gang zum Schicksalsberg überhaupt zeigt — stark gerafft und durch gesungene Einlagen zusammengehalten. Die Hörspielfassung der BBC von 1981 umfasst sechsundzwanzig halbstündige Folgen und gilt als die buchnächste der älteren Bearbeitungen; sie ordnet die beiden Handlungsstränge allerdings nach der Zeitfolge und schiebt die Wanderung durch Mordor zwischen die Ereignisse in Gondor, während der Roman sie in getrennten Büchern nacheinander erzählt. Als Ort ohne Bild entsteht das Land hier allein aus Sprecherstimme und Geräusch.
Peter Jacksons Filmreihe von 2001 bis 2003, in Neuseeland gedreht, prägt die verbreitete Vorstellung des Landes am stärksten, und entsprechend oft werden ihre Abweichungen erörtert. Auf der Treppe zum hohen Pass schickt Frodo dort Sam fort, wovon das Buch nichts weiß; der Mund Saurons tritt nur in der erweiterten Fassung auf und wird vor dem Schwarzen Tor erschlagen, statt davonzureiten; und die Vernichtung des Ringes wird zum Handgemenge, bei dem Frodo und Gollum gemeinsam über den Rand stürzen, während im Buch allein Gollum fällt. Auch das Ende ist ausgeweitet: Der Boden reißt auf und verschlingt die Heere, die im Buch lediglich Halt und Willen verlieren. Die Hobbit-Filme von 2012 bis 2014 führen überdies vor, wie Sauron nach seiner Vertreibung aus dem Süden nach Osten in sein altes Reich ausweicht — ein Vorgang, den die Anhänge nur berichten.