Der Name und seine Bedeutung

„Valarin“ stammt nicht aus der Sprache, die es bezeichnet, sondern aus dem Elbischen. Gebildet ist es zu „Valar“, dem Namen jener Ainur, die in die Welt hinabstiegen und bei ihr blieben; „Ainur“ hatte Ilúvatar sie genannt, ehe überhaupt von Arda die Rede sein konnte, und dieser ältere Name blieb der weitere, denn nicht alle Ainur wurden zu Valar. Die Eldar verstanden unter den Valar die Mächte der Welt, und schon darin liegt eine Zuschreibung von außen: Der Sprachname benennt die Sprecher nach ihrem Rang in der Schöpfung, nicht nach Herkunft oder Wohnstatt, und die Sprache dann nach den Sprechern. Unter den Menschen war es verbreitet, dieselben Mächte Götter zu nennen, was die elbische Benennung nicht ersetzte, sondern nur überlagerte.

Der Form nach reiht sich „Valarin“ in eine geläufige elbische Bildeweise ein: Ein Volksname erhält eine adjektivische Endung und bezeichnet dann die Sprache dieses Volkes. Ebenso ist „Sindarin“ gebildet, die Sprache der Grauelben, benannt nach den Sindar, während „Quenya“ anders motiviert ist. Dass die Namen der Mächte, wie sie in die Überlieferung eingegangen sind, durchweg quenyanische Gestalt tragen, gehört zum selben Befund: Quenya war die Sprache der Gelehrsamkeit, in der die Kunde des Westens aufbewahrt und weitergereicht wurde, vergleichbar dem Latein späterer Zeiten. Was uns also unter dem Namen „Valarin“ begegnet, begegnet uns in einem elbischen Rahmen.

Wie die Valar ihre Sprache selbst nannten, ist nirgends festgehalten; ein Eigenname aus ihrem eigenen Munde fehlt in der Überlieferung ebenso wie eine eigene Bezeichnung für sich als Gemeinschaft, die nicht elbisch wäre. Was im Deutschen als „Sprache der Valar“ erscheint, ist entsprechend keine Übersetzung eines Selbstnamens, sondern eine Umschreibung, die dasselbe leistet wie das elbische Adjektiv. Tolkien selbst gab „Valar“ schlicht mit „Mächte“ wieder und stellte es neben die Rede von Göttern, um klarzumachen, welchen Rang diese Wesen im Gefüge seiner Welt einnehmen — geschaffene Diener eines Einen, nicht Ursprung ihrer selbst. Der Sprachname trägt diese Deutung mit sich: Er sagt nicht, wie die Sprache klingt oder woraus sie besteht, sondern allein, wem sie gehört.

Sprecherkreis und Reichweite

Der Kreis derer, die diese Sprache sprachen, war klein und blieb es. Er umfasste die Valar selbst und jene Maiar, die ihren Gefolgschaften zugeordnet waren — Wesen derselben Art, geringer an Macht, den Großen als Helfer und Diener beigegeben. Ein Volk im gewöhnlichen Sinne bildeten sie nicht: Sie gingen aus dem Gedanken Ilúvatars hervor, ehe die Welt gemacht wurde, und ihre Zahl mehrte sich nicht durch Geburt. Damit fehlt dieser Sprache alles, was sonst eine Sprache trägt — es gab kein Kind, das sie als erste lernte, keine Landschaft, über die sie sich ausbreitete, keine Nachbarn, mit denen sie sich mischte. Sie gehörte zur angenommenen Gestalt, die die Mächte trugen wie ein Gewand, und reichte nicht weiter als diese.

Unter den Eldar hatten die Vanyar den engsten Umgang mit den Mächten, denn Ingwe nahm Wohnung zu Füßen Manwes auf dem Taniquetil, und sein Volk hielt sich später ganz in der Nähe der Valar; auch die Noldor standen in stetem Verkehr mit Aule, von dem sie viel ihres Wissens empfingen. Gelernt aber wurde dabei anderes als die Sprache der Valar. Der Verkehr lief in umgekehrter Richtung: Die Mächte redeten die Eldar in deren eigener Zunge an, sodass kein Zwang entstand, sich das Fremde anzueignen. Dass der Klang elbischen Ohren überdies hart und wenig lieblich schien, tat ein Übriges. So blieb Valarin in Eldamar keine Sprache des Umgangs, sondern eine Sache weniger Kundiger, die aufzeichneten, was ihnen davon zu Ohren kam.

Jenseits von Aman fehlt jede Spur. Weder Menschen noch Zwerge hatten an dieser Sprache Anteil, und in Beleriand traten die Valar nicht leibhaftig unter die Völker. Wo ein Vala einem anderen Volk überhaupt eine Sprache gab, war es nicht die eigene: Aule ersann für die Zwerge eine Zunge und lehrte sie diese, und die Zwerge hielten sie in aller Folgezeit verschlossen und gaben sie Fremden kaum je preis. Valarin war damit weder Alltagssprache noch gehütetes Geheimnis. Sie war ungeheim und dennoch unzugänglich — nicht verborgen, sondern schlicht ohne ein Volk, das sie hätte weitertragen können, und übrig blieb, was Gelehrte in elbischer Schrift davon festhielten.

Geschichte

Ein Anfangsjahr lässt sich für diese Sprache nicht angeben, denn ihr Ursprung liegt vor jeder Zählung, die in Arda geführt wurde. Die Ainur gingen aus dem Gedanken Ilúvatars hervor und vollzogen die Große Musik, ehe die Welt bestand; erst danach stiegen jene, die es wollten, in Eä hinab und banden ihr Geschick an das der Welt. Was sie dort vorfanden, war ungeformt, und die Arbeit an Meeren, Land und Gebirgen währte lange Zeitalter. Zu dieser Arbeit gehörte, dass die Mächte sichtbare Gestalten annahmen, nach der Weise der Kinder Ilúvatars gebildet, ihnen aber nicht wesenhaft eigen. Erst mit diesem Schritt konnte überhaupt etwas Hörbares entstehen; vorher hätte eine Zunge keinen Gegenstand gehabt.

Die frühen Zeitalter verbrachten die Mächte zuerst auf Almaren inmitten der Erde, bis Melkor die Leuchten stürzte und ihr Werk zerschlug; danach zogen sie sich nach Aman zurück und errichteten dort ihre Wohnstätten, und Yavanna ließ die Zwei Bäume erwachsen. Diese ganze Zeit hindurch blieb die Sprache in demselben geschlossenen Kreis, in dem sie entstanden war. Unterdessen erwachten fern im Osten am Wasser von Cuiviénen die ersten Elben, und die Überlieferung hält ausdrücklich fest, dass sie noch vor jeder Begegnung mit einem Vala zu sprechen und den Dingen um sie her Namen zu geben begannen; daher nannten sie sich selbst die Quendi, die mit Stimmen Redenden. Als Orome sie auf seinen Ritten fand, trafen also zwei Sprachen aufeinander, die einander nichts verdankten. Die eine war jung und wuchs, die andere gehörte einer festen Zahl von Wesen, die sich nicht mehrte.

Die Zeit der engsten Berührung waren die Jahre der Bäume, nachdem die Eldar den weiten Zug über das Gebirge hinter sich gebracht hatten und in Eldamar wohnten. In eben diesen Jahren ersann Rúmil von Tirion die ersten Schriftzeichen, und damit setzt überhaupt erst die Möglichkeit ein, Sprachliches festzuhalten; was von der Zunge der Mächte auf uns gekommen ist, stammt aus diesem Zeitraum und nicht aus späteren. Jahresangaben stehen dafür nicht zur Verfügung: Die gezählten Jahre der Chroniken beginnen erst mit dem Aufgang von Sonne und Mond, und die Kunde aus Valinor ordnet die Ereignisse nach ihrer Folge, nicht nach Zahlen. Man kann daher nur sagen, dass die Aufzeichnung so alt ist wie die elbische Schrift selbst und dass sie nie erweitert wurde.

Mit der Verdunklung Valinors und dem Auszug der Noldor brach die Berührung ab. Die Verbannten trugen ihr Wissen nach Beleriand, wo Elben lebten, die Aman nie gesehen hatten, und schon die eigene hochelbische Zunge geriet dort in Bedrängnis: Nachdem Thingol erfahren hatte, was in Alqualonde geschehen war, untersagte er das Quenya in seinem Reich, und die Heimkehrer nahmen die graue Sprache des Landes an. Was in Beleriand von den Mächten blieb, waren Namen und Erzählungen, nicht Umgang. Im überlieferten Bestand stehen einzelne Wörter, die sich der elbischen Bildeweise nicht fügen — Ezellohar für den grünen Hügel, auf dem die Bäume standen, Máhanaxar für den Kreis des Gerichts —, und sie sind ohne Erläuterung weitergereicht worden. Die Zeugnisse dieser Art blieben ein Rest, der abgeschrieben, aber nicht mehr gemehrt wurde.

In den späteren Zeitaltern entfernte sich die Sache noch weiter. Nach der Verschlingung Númenors im Jahr 3319 des Zweiten Zeitalters wurde Aman aus den Kreisen der Welt genommen, und der Weg dorthin stand Sterblichen nicht mehr offen; wer die Sprache sprach, war damit nicht nur selten, sondern unerreichbar geworden. Was an Abgesandten der Mächte noch nach Mittelerde kam — die Istari, die um das Jahr 1000 des Dritten Zeitalters in Gestalt alter Männer an den grauen Häfen anlangten —, bewegte sich unter Elben und Menschen in deren Sprachen und gab von einer anderen nichts preis. Für die Völker der späten Zeitalter existierte diese Zunge daher nicht als etwas, das man hätte hören oder lernen können, sondern nur als Eintrag in älteren Handschriften. Verfallen ist sie nicht, denn ihre Sprecher blieben, was sie waren; sie hat sich lediglich der Welt entzogen, in der Sprachen sich sonst verändern.

Klang und Gestalt

Über den Klang dieser Sprache ist ein Urteil überliefert, keine Beschreibung. Kein Satz, keine zusammenhängende Rede der Mächte ist aufgezeichnet worden; greifbar blieben Benennungen, eingebettet in elbische Aufzeichnungen und dort in elbischer Schrift festgehalten. Selbst die Namen, unter denen die Valar in der Überlieferung auftreten, gehören nicht ihrer eigenen Zunge an: Die Valaquenta hält ausdrücklich fest, dass die dort aufgezählten Namen die der Eldar sind, wie man sie in Valinor sprach, während die Elben Mittelerdes andere gebrauchten und unter den Menschen die Benennungen vielfältig waren. Wer also nach dem Klang fragt, hört ihn stets durch die Ohren derer, denen er fremd war, und liest ihn in Zeichen, die für eine andere Sprache ersonnen wurden.

Am überlieferten Bestand lässt sich vor allem eines beobachten: Die wenigen Namen, die sich elbischer Bildeweise entziehen, stehen nirgends für sich. Neben dem grünen Hügel Ezellohar führt die Kunde das quenyanische Corollairë, neben Máhanaxar die Wendung vom Ring des Gerichts — die fremde Form wird immer zusammen mit einem elbischen Gegenstück oder einer Verdeutlichung weitergereicht, nie ohne Halt. Beide sind mehrsilbig und lassen sich nicht auf bekannte Wortstämme zurückführen, wie es bei quenyanischen Namen sonst gelingt. Auch ihre Schreibung folgt den Regeln, die für die elbischen Namen gelten, mit denselben Buchstabenwerten und denselben Längezeichen; die fremde Gestalt liegt damit in elbischem Lautgewand vor uns und verdeckt den ursprünglichen Klang eher, als dass sie ihn verriete.

Von einem Bau im grammatischen Sinne ist nichts auf uns gekommen. Kein Zeitwort ist bezeugt, keine Fügung zweier Wörter, aus der sich eine Regel gewinnen ließe, keine Endung, die zweimal an gleicher Stelle wiederkehrte. Wo bei den elbischen Zungen Stammverzeichnisse, Ableitungen und Lautwandel greifbar sind und ganze Sippen von Wörtern auseinander hervorgehen, bleibt hier eine Reihe von Benennungen ohne erkennbaren Zusammenhang untereinander. Der Befund ist entsprechend ungleich verteilt: Über den Eindruck, den diese Sprache auf ihre Hörer machte, ist mehr gesagt als über das, woraus sie besteht. Das Urteil über den Klang ist die Auskunft, die die Quellen geben; wo sie darüber hinaus nichts sagen, ist auch nichts zu erschließen.

Schrift und Aufzeichnung

Die Eldar verfügten über zwei Schriftarten, und beide waren ihr eigenes Werk. Die Tengwar, nach ihrem Vollender auch die fëanorischen Buchstaben genannt, waren für Feder und Pinsel gedacht und dienten dem Buch, dem Verzeichnis und der gelehrten Niederschrift; die Certar dagegen, die Runen, kamen in Beleriand unter den Sindar auf und wurden lange nur gebraucht, um Namen und kurze Gedenkzeilen in Holz, Stein oder Metall zu ritzen. Von diesen zweiten blieb Valarin gänzlich unberührt. In den Ländern, wo die Runen aufkamen, hatten die Mächte nie leibhaftig gewohnt, und keine geritzte Zeile ist überliefert, die ihre Zunge trüge. Auch was später aus den Certar wurde — dass Daeron ihnen ihre reichste Ordnung gab und dass die Zwerge sie für ihre eigene, sonst verschlossene Sprache übernahmen, deren Inschriften noch in Moria zu lesen waren —, ging an Valarin vorbei; ein Volk, das seinen Namen in Stein schlägt, gab es hier nicht.

Die andere Linie, die der Feder, beginnt in Tirion, wo Rúmil zuerst brauchbare Zeichen für Rede und Gesang fand — einige zum Einritzen in Metall und Stein, andere zum Ziehen mit Pinsel und Feder —, und sie erhielt ihre bleibende Gestalt durch Feanor, dessen Buchstaben die Eldar seither gebrauchten. Sie war von Anfang an eine Sache der Loremaster, nicht des täglichen Verkehrs, und nur in ihr ist Valarin überhaupt vorhanden. Von den Mächten selbst stammt daran nichts: Die Überlieferung berichtet von keinem Vala, der geschrieben hätte, und von keinem Zeichensystem, das der Sprache der Valar eigen gewesen wäre. Was von ihr blieb, steht als Eintrag im Wissensbestand eines anderen Volkes — mit dessen Buchstabenwerten geschrieben, in dessen Ordnung eingereiht, von dessen Erklärungen begleitet. Über den Rang der Sprecher besagt das nichts, wohl aber etwas über die Stellung ihrer Zunge im Schrifttum: Sie hat kein eigenes Gedächtnis und ist nur so weit erhalten, wie elbische Gelehrsamkeit sie für erhaltenswert hielt.

Im Text

Wer den veröffentlichten Erzählwerken nachgeht, findet einen Bestand, der sich an einer Hand abzählen lässt: Zwei Ortsnamen tragen fremde Gestalt, und beide gehören nach Valmar. Ezellohar steht im Bericht vom Beginn der Tage — die grüne Anhöhe vor den Toren der Stadt, auf der Yavanna vor den versammelten Mächten ihr Lied sang und Nienna schweigend darauf weinte, bis die Zwei Bäume emporwuchsen. Máhanaxar begegnet dort, wo die Valar zu Rat und Gericht zusammentreten: als Feanor Rede stehen musste, nachdem er in Tirion das Schwert gegen den eigenen Halbbruder gezogen hatte, und ein zweites Mal in der Finsternis nach der Verwüstung der Bäume, als von ihm die Silmaril gefordert wurden und er sie verweigerte. Beide Namen stehen im Munde des Erzählers, nicht in dem einer Figur.

Als gesprochene Rede kommt diese Zunge an keiner einzigen Stelle vor, und das gilt gerade dort, wo man sie am ehesten erwarten würde. Orome traf am Wasser von Cuiviénen auf die neu erwachten Elben und gab ihnen einen Namen in deren eigener Sprache; die Boten, die später die Einladung nach Westen überbrachten, wurden verstanden, und die drei Gesandten, die vor Manwe traten, kehrten mit ihrer Kunde zurück, ohne dass von einer Verständigungsnot die Rede wäre. Auch der Spruch, den Mandos an der Küste von Araman über die abziehenden Noldor aussprach, wird ihnen Wort für Wort deutlich, und sie behielten ihn im Gedächtnis. Nirgends steht ein Hörer, der nicht verstünde, und nirgends muss gedolmetscht werden — die Mächte reden im Text stets in der Zunge derer, die vor ihnen stehen.

Für die späte Zeit fällt der Befund noch schmaler aus. Die Übersicht über die Zungen und Völker des Dritten Zeitalters, die am Ende des Roten Buches steht, zählt das Westron auf, die beiden elbischen Sprachen, die verschlossene Zunge der Zwerge, die Rede der Ents, das Gemenge der Orks und die Schwarze Sprache — die Sprache der Valar wird darin nicht genannt, weder als lebende noch als erloschene. Wo im Bericht vom Ringkrieg überhaupt eine der Mächte angerufen wird, geschieht es unter einem grauelbischen Namen: Elbereth, die Sternenentzünderin, in den Gesängen des wandernden Elbenvolkes im Auenland und später im Notschrei auf der Treppe von Cirith Ungol. Was von der Zunge der Valar im Text vorliegt, ist damit vollständig beschrieben — zwei Ortsbezeichnungen in einer Schilderung, keine Stimme.

Die Werkstatt

Am Anfang stand bei Tolkien nicht die Erzählung, sondern die Sprache. Er hat mehrfach festgehalten, dass die Erfindung von Sprachen das Fundament seiner Arbeit sei und die Geschichten eher entstanden, um den Sprachen eine Welt zu geben, als umgekehrt; zuerst kam ihm ein Name, die Erzählung folgte ihm nach. Das erklärt, warum die elbischen Zungen bis in Wortstämme, Ableitungen und Lautwandel hinein ausgeführt sind: Sie waren der eigentliche Gegenstand, alles andere wuchs um sie herum. Ihre Klanggestalt wählte er nach erklärtem Geschmack — für die hochelbische Sprache nannte er das Finnische als Vorbild und beschrieb ihre Stellung als eine Art elbisches Latein, für die graue Zunge das Walisische. Wo eine Sprache dagegen einem Volk anderer Art gehören sollte, griff er zu anderen Mustern und legte etwa die Zunge der Zwerge ausdrücklich nach semitischem Zuschnitt an. Dass eine Sprache elbischen Ohren hart und unlieblich erscheint, ist demnach nicht nur ein Urteil im Text, sondern ein Mittel des Verfassers, Sprecher voneinander abzusetzen.

Dazu kommt die zweite Grundentscheidung: Tolkien trat nicht als Erfinder auf, sondern als Übersetzer eines alten Buches. Der Anhang über die Sprachen legt offen, dass die gemeine Sprache des Westens im Bericht durch das Englische wiedergegeben ist und ihre Verwandten durch entsprechend verwandte ältere Sprachstufen, sodass keine Zunge unmittelbar, sondern jede durch eine Wiedergabe hindurch erscheint. Auch der Lautcharakter dient dort der Kennzeichnung: Die Schwarze Sprache ersann Sauron, damit sie all seinen Dienern gemeinsam sei, doch dieses Ziel verfehlte er, und die Orks brachten verderbte Mundarten hervor. Nach demselben Verfahren ist die Zunge der Mächte angelegt — kenntlich allein daran, dass ihre wenigen Spuren sich der elbischen Bildeweise entziehen. Über einzelne Benennungen hinaus hat Tolkien zu ihr zeit seines Lebens nichts drucken lassen; was er sonst darüber notierte, kam erst nach seinem Tod ans Licht und blieb Entwurf.