Namen und Ursprung

Das deutsche Wort „Elben“ wie das englische „Elves“ ist ein Behelf: Es überträgt Begriffe der elbischen Sprachen in eine Sprache der Menschen und schleppt dabei Bedeutungen mit, die dem Volk selbst fremd sind. Tolkien merkt in den Anhängen zum Ringkrieg ausdrücklich an, dass er das überlieferte Wort trotz seiner verkleinernden Nebentöne beibehalten habe, weil kein anderes zur Verfügung stand. Die Elben selbst nannten sich Quendi, was auf ihre Gabe der Rede zielt: Sie waren die Ersten, die mit Stimme sprachen, und begriffen sich als die Sprechenden schlechthin. Neben diesem Gesamtnamen standen die Bezeichnungen einzelner Zweige, deren Sprachen und Selbstverständnisse sich früh auseinanderentwickelten, sowie Namen, die ihnen von Menschen gegeben wurden – darunter das „Schöne Volk“, ein Ausdruck ehrfürchtiger Distanz.

Der zweite große Name, Eldar, stammt nicht von ihnen selbst. Orome, der als erster der Valar auf sie stieß, gab ihn ihnen im Sinne von „Volk der Sterne“, denn unter dem Sternenlicht hatten sie die Augen aufgeschlagen. Im engeren Gebrauch der Überlieferung bezeichnet Eldar dann nicht mehr alle Quendi, sondern jene, die dem Ruf der Valar folgten und den Zug nach Westen antraten; wer sich weigerte, hieß fortan Avari, die Unwilligen. Aus derselben Wurzel stammt Eldalië als Sammelname für dieses Volk. Die drei Geschlechter, die aufbrachen – Vanyar, Noldor und Teleri –, führten daneben eigene Namen, und wer den Weg über das Meer nicht zu Ende ging, erhielt später wiederum andere.

Ihrer Herkunft nach sind die Elben unmittelbare Geschöpfe Ilúvatars, im Denken vor der Musik entworfen und von keiner anderen Macht gemacht; darin liegt der Grund ihres Vorrangs vor allem, was die Valar hervorbrachten. Sie erwachten am Wasser Cuiviénen im Osten Mittelerdes, in einer Zeit, in der Sonne und Mond noch nicht aufgegangen waren, und blickten zuerst in den gestirnten Himmel. Weil ihr Erwachen dem Kommen der Menschen vorausging, heißen sie die Erstgeborenen oder die Älteren Kinder Ilúvatars, während die Menschen ihnen als die Nachkommenden gelten – eine Ordnung, die in den elbischen Überlieferungen weniger Rang als Reihenfolge bezeichnet.

Geschichte

Die früheste Geschichte der Elben spielt sich unter dem Sternenlicht ab, in einer Welt, die noch keine Sonne kannte. Nicht lange nach dem Erwachen kam Melkor von ihnen Kunde, und Elben, die sich allein von den Wassern des Erwachensortes entfernten, verschwanden; aus den Gefangenen, so lehrte man später unter den Weisen, seien in der Finsternis die Orks hervorgegangen. Der Krieg, den die Valar um der Quendi willen führten, endete mit der Zerstörung von Melkors nördlicher Feste und seiner Fesselung, doch das Land selbst wurde dabei zerbrochen. Danach ergingen die Boten der Valar an die Elben mit der Aufforderung, nach Westen zu ziehen, und über diese Einladung zerfiel das Volk zum ersten Mal – ein Riss, der sich in den Namen der Zweige bis in späte Zeiten hinein erhalten hat.

Der Zug nach Westen war lang und verlor unterwegs immer neue Scharen. Ein Teil der Wandernden blieb an den Ufern des großen Flusses zurück, andere verloren sich in den Wäldern und wurden nie wieder gesehen; wieder andere gelangten an die Küste, blieben aber am Meer, weil ihr Herr nicht mit ihnen weiterzog oder weil das Meer selbst sie festhielt. So entstanden jene Völker, die man später die Elben der Dämmerung und die Grauelben nannte, während Vanyar, Noldor und ein Teil der Teleri Valinor erreichten und dort im Licht der Zwei Bäume lebten. In dieser Zeit erreichten die Künste der Noldor ihre höchste Blüte: Sprache, Schrift, Steinschnitt und die Werke Feanors, dessen drei Juwelen das Licht der Bäume in sich einschlossen. Die Zwietracht, die Melkor nach seiner Freilassung unter sie säte, wandte eben diese Begabung gegen sie selbst.

Mit dem Verderben der Bäume, dem Tod Finwes und dem Raub der Juwelen brach das Zeitalter des Friedens ab. Feanor bewog den größeren Teil der Noldor zur Rückkehr nach Mittelerde und band sie an einen Eid, dem sie nicht mehr entkamen; der Angriff auf die Teleri im Hafen von Alqualonde war das erste Blutvergießen von Elb an Elb, und der Fluch, den die Boten der Valar aussprachen, begleitete die Aufbrechenden. In Beleriand, wo die Grauelben unter Thingol schon lange saßen, errichteten die Zurückgekehrten Königreiche – Hithlum, Nargothrond, Gondolin –, und über Jahrhunderte hielten sie Morgoth in einer Belagerung fest, die nie ganz gelang. Sie zerbrach in einer Nacht des Feuers, und die Schlachten, die folgten, kosteten die Elben ihre Ordnung im Norden.

Das Ende des Ersten Zeitalters gehört zu den dunkelsten Abschnitten elbischer Überlieferung. Doriath fiel durch inneren Streit um eines der Juwelen, Nargothrond wurde von Glaurung verwüstet, Gondolin durch Verrat verraten und von innen genommen; von der Nirnaeth an bis zum Untergang der letzten Zufluchten an den Mündungen des Sirion trug der Eid der Söhne Feanors ebenso viel zum Untergang bei wie Morgoths Heere. Erst die Fahrt Earendils brachte die Hilfe des Westens, und im Krieg des Zorns wurde Morgoth gestürzt – um den Preis, dass Beleriand in der Schlacht zerbrach und im Meer versank. Wer danach das Angebot der Valar annahm, fuhr über See; ein Teil aber blieb in Mittelerde zurück, und mit ihnen blieb die Erinnerung an ein Land, das es nicht mehr gab.

Im Zweiten Zeitalter sammelten sich die Gebliebenen in neuen Reichen: Lindon unter Gil-galad, dem letzten Hochkönig der Noldor in Mittelerde, Eregion unter Celebrimbor in der Nähe der Zwergenstadt im Gebirge, dazu die Waldlandreiche im Osten. Dort geschah der folgenreichste Fehlgriff dieses Zeitalters, denn Sauron trat in schöner Gestalt und unter falschem Namen zu den Schmieden von Eregion und half ihnen bei den Ringen der Macht, ehe er heimlich den Einen schuf. Der Krieg, der darauf folgte, vernichtete Eregion und zwang die Elben in die Verteidigung, bis Númenors Eingreifen Sauron aus dem Feld schlug; am Ende des Zeitalters trat Gil-galad im Letzten Bündnis noch einmal an der Seite Elendils an, und beide fielen vor Barad-dûr. Damit endete das letzte große Elbenreich als Königreich; was blieb, waren die Drei Ringe, die nie von Sauron berührt worden waren, und die Häuser derer, die sie hüteten.

Das Dritte Zeitalter war für die Elben eine Zeit des Bewahrens, nicht des Wachsens. Bruchtal, Lothlórien und das Waldlandreich hielten sich, teils durch die verborgene Kraft der Drei, doch ihre Zahl nahm nicht zu, und immer mehr Elben nahmen den Weg zu den Grauen Anfurten. Im Ringkrieg traten sie noch einmal hervor – Bruchtal beriet und rüstete die Gemeinschaft, Lórien und das Waldlandreich schlugen die Angriffe aus Dol Guldur zurück –, aber gerade der Sieg besiegelte ihren Abschied: Mit der Vernichtung des Einen verloren auch die Drei ihre Wirkung, und was sie erhalten hatten, begann zu verblassen. Elrond und Galadriel fuhren mit den Ringträgern über das Meer, andere folgten in den Jahren danach, und einige blieben, verstreut und schwindend, unter den Menschen der Vierten Zeit. Das Zeitalter der Elben in Mittelerde ging damit nicht mit einer Niederlage zu Ende, sondern mit einem Rückzug, den sie selbst gewählt hatten.

Lebensweise und Werke

Am deutlichsten unterscheidet die Elben ihr Verhältnis zur Sprache. Wo andere Völker eine Zunge gebrauchen, haben sie mehrere ausgebildet, gepflegt und gegeneinander abgewogen: Das Hochelbische, die Sprache Valinors, wurde in Mittelerde zur Sprache des Wissens und der Feier, während im täglichen Umgang das Grauelbische galt, das sich in Beleriand entwickelt hatte und später auch unter den Menschen des Westens Verbreitung fand. Ebenso eigen ist ihnen die Schrift: Die Buchstaben, die Feanor in Valinor ausarbeitete, verdrängten eine ältere Schrift, und in Doriath entstanden unabhängig davon die Runen, die Daeron ordnete und die später vor allem die Zwerge bewahrten. Beides zeigt eine Neigung, die alle elbischen Künste durchzieht: Sie ordnen und überliefern, was sie machen, statt es dem bloßen Brauch zu überlassen. Gesang ist dabei keine Nebensache, sondern die Form, in der Erinnerung weitergegeben wird, und selbst Klage und Wegzehrung finden bei ihnen ihre Lieder.

Ihre Werke tragen fast durchweg den Zug, unauffällig zu sein und dennoch mehr zu leisten, als sie versprechen. Die Gefährten empfingen in Lothlórien Mäntel, deren Farbe sich dem Land anpasste, ein Seil von geringem Gewicht und außergewöhnlicher Festigkeit und das Wegbrot, von dem ein kleiner Bissen einen Tagesmarsch trug – Dinge des Gebrauchs, nicht des Prunks. Ihre Wohnweise fügt sich in das, was schon da ist: In Lórien lebten sie auf Plattformen in den Bäumen und ließen den Wald unversehrt, und ihre Boote auf dem großen Strom waren so leicht gebaut, dass sie über Untiefen glitten. Auch am Körper zeigt sich der Unterschied, ohne dass darüber viele Worte fielen: Legolas ging über den Schnee des Caradhras, in den die anderen einbrachen, und sah weiter, als menschliche Augen reichen.

Am tiefsten aber trennt die Elben von den Menschen ihr Anteil an der Zeit. Sie sterben nicht an Alter, sondern leben, solange die Welt lebt, und sind an sie gebunden; werden sie durch Waffe oder Kummer aus dem Leib gerissen, so gehen ihre Geister in die Hallen des Mandos, aus denen mancher nach langer Wartezeit zurückkehrt. Den Menschen dagegen ist bestimmt, die Welt gänzlich zu verlassen, und was den Elben als das schwerste Los erscheint, gilt in der Überlieferung als Gabe, um die sie die Nachkommenden zuweilen beneiden. Weil ihnen keine Grenze gesetzt ist, wächst mit den Jahren die Last der Erinnerung: Sie werden nicht schwächer, aber müde, und ihr Sinn hängt mehr am Bewahrten als am Kommenden. Legolas sagte darum am Anduin, dass die Zeit für sein Volk zugleich rasch und langsam vergehe – rasch, weil die Welt sich unter ihnen ändert, langsam, weil sie selbst darin gleich bleiben.

Stämme und Häuser

Die drei Scharen des Zuges unterschieden sich nach Zahl, Neigung und Herrschaft. Die kleinste war die der Vanyar unter Ingwe, der in der Überlieferung als Oberherr des ganzen Volkes gilt; sie hingen Manwe und Varda an und kehrten nie wieder nach Mittelerde zurück. Die Noldor folgten Finwe, standen Aule nahe und gewannen ihren Ruf durch Wissen, Steinkunde und die Bildung neuer Wörter. Am zahlreichsten waren die Teleri, die als einzige zwei Herren hatten, die Brüder Elwë und Olwe, und deren Sinn früh dem Wasser und dem Gesang zufiel. Quer zu dieser Ordnung läuft eine zweite Scheidung: Wer das Licht der Zwei Bäume gesehen hatte, hieß Calaquendi, alle übrigen Moriquendi – ein Unterschied der Erfahrung, nicht des Ranges.

Unter den Noldor trat an die Stelle der Stammesgliederung die Ordnung der Häuser. Finwe hatte drei Söhne, Feanor aus erster Ehe, Fingolfin und Finarfin aus zweiter, und an ihnen schied sich das Volk in drei Gefolgschaften, die einander bis zum Ende Beleriands misstrauten. Zum Haus Feanors gehörten seine sieben Söhne, die den Eid mit sich trugen; das Haus Fingolfins behielt in Mittelerde die Königswürde der Noldor, die von Fingolfin auf Fingon und weiter auf Turgon überging; Finarfin selbst blieb in Aman und herrschte dort über die Zurückgebliebenen, während seine Kinder – unter ihnen Finrod und Galadriel – nach Osten zogen. Wie lange solche Zugehörigkeiten nachwirkten, zeigt sich noch im Dritten Zeitalter, als sich eine wandernde Schar Hochelben im Auenland als Leute aus dem Hause Finrods zu erkennen gab.

Auch unter den Zurückgebliebenen gab es feste Gliederungen. Elwë, der den Zug nicht vollendete, wurde als Thingol König der Sindar in Doriath; er allein unter deren Fürsten hatte das Licht der Bäume mit eigenen Augen gesehen, und sein Reich galt den Grauelben als Mitte. An den Küsten Beleriands saßen die Falathrim in den Häfen Brithombar und Eglarest unter Círdan dem Schiffbauer, der noch am Ende des Dritten Zeitalters an den Grauen Anfurten stand. Jene Teleri, die schon östlich des Gebirges zurückgeblieben waren, hießen Nandor und folgten Lenwe; ein Teil von ihnen zog später unter dessen Sohn Denethor nach Ossiriand und wurde als die Grünelben bekannt. Aus derselben Wurzel stammen die Waldelben der östlichen Reiche, über die in späterer Zeit Herren sindarischer Abkunft geboten – im Düsterwald Oropher und nach ihm Thranduil.

Bedeutung in der Erzählung

Erzählerisch treten die Elben fast immer als das Fremde auf, das die kleineren Völker streift, ohne sich ihnen ganz zu öffnen. Im Hobbit sind sie erst spöttische Sänger im verborgenen Tal, deren Übermut Bilbo verwirrt, und später ein misstrauisches Waldvolk, das Gäste einkerkert, ehe es sich dem Bündnis fügt. Im Ringkrieg begegnet Frodo ihnen zuerst auf nächtlicher Straße im Auenland: Eine singende Schar zieht vorüber, ihre bloße Gegenwart vertreibt den Verfolger, aber Rat geben sie nur widerstrebend, weil jeder Rat eine Last auflädt. Diese Zurückhaltung ist keine Laune, sondern die Rolle, die ihnen die Erzählung zuweist – sie helfen an der Schwelle und lassen die Entscheidung bei denen, die sie zu tragen haben.

In Bruchtal und Lothlórien wird aus dieser Distanz ein Maßstab, an dem sich die anderen Gestalten messen lassen. Wie jemand über die Elben spricht, verrät im Buch regelmäßig mehr über ihn als über sie: Boromirs Argwohn gegen die Herrin des Goldenen Waldes, die Scheu der Reiter vor demselben Land und Gimlis Wandlung vom Zwergen-Groll zur lebenslangen Ergebenheit stehen dafür ein. Vor allem aber ist Lórien der Ort, an dem die Versuchung offen ausgesprochen wird: Galadriel weist den ihr angebotenen Ring zurück und nimmt damit den eigenen Untergang an. Darin liegt der eigentliche Beitrag der Elben zur Handlung – sie verkörpern die Frage, ob man Bewahren um jeden Preis wollen darf, und beantworten sie mit Verzicht.

Was im Ringkrieg als Abschied erscheint, ist in der älteren Überlieferung als Tragödie angelegt. Die Elben sind dort die Begabtesten und zugleich die Gefährdetsten, weil ihre Kunst in Besitzgier umschlägt und das schönste Werk seinen Meister an sich bindet; Tolkien selbst hat den Hang dieses Volkes, die Zeit anzuhalten und das Geliebte unverändert zu erhalten, als seinen kennzeichnenden Fehler beschrieben. Ihre Schwermut ist deshalb kein bloßer Stimmungswert, sondern eine Aussage über Vergänglichkeit, die erst durch die Ehen zwischen Elben und Menschen aufgebrochen wird – jene wenigen Verbindungen, an denen die Erzählung die getrennten Geschicke der beiden Kinder Ilúvatars miteinander verknüpft.

Entwürfe und Fassungen

In den frühesten Fassungen der Mythologie, den „Verschollenen Geschichten“, trägt das Volk noch eine ganz andere Ordnung. Die drei Scharen heißen dort Teleri, Noldoli und Solosimpi – wobei Teleri den ersten Stamm bezeichnet, aus dem später die Vanyar wurden, während der Name erst nachträglich auf die dritte Schar überging, die anfangs als „Ufer-Pfeifer“ am Meer erscheint. Die Noldoli nannte Tolkien über Jahrzehnte hinweg im Englischen „Gnomes“, ein Wort, das er aus dem griechischen Begriff für Erkenntnis herleitete und das noch die Prosafassungen der dreißiger Jahre beherrscht, ehe er es wegen seiner irreführenden Beiklänge aufgab. Auch die Stadt der Elben in Aman heißt in diesen Entwürfen Kôr, und wer sie nie erreichte, wird als Ilkorin geführt. Kennzeichnend für die frühe Schicht ist zudem, dass die Elben ausdrücklich kleiner und blasser werden, je mehr die Menschen zunehmen – ein Schwinden, das in den Rahmenerzählungen um den Seefahrer Eriol beinahe ins Feenhafte führt.

Ebenso tiefgreifend änderte sich die Zuordnung der Sprachen: Nach dem älteren Entwurf war die graue Zunge Beleriands eine Sprache der Noldor selbst, und erst in den Umarbeitungen nach dem Ringkrieg wurde daraus das Sindarin der Grauelben, das die Heimkehrer übernahmen. Die späten Abhandlungen gehen dann hinter die Stammesnamen zurück und erzählen vom Erwachen dreier Elbenpaare am Wasser, aus deren Nachkommen die ursprünglichen Gruppen Minyar, Tatyar und Nelyar hervorgingen – eine Vorgeschichte, die den bekannten Zweigen erst nachträglich untergelegt wurde. In denselben späten Papieren verschiebt sich auch die Lehre vom Weiterleben: Statt einer Wiedergeburt als Kind, wie sie die früheren Fassungen kennen, tritt die Wiederverkörperung durch die Valar. Am folgenreichsten ist Tolkiens späte Unzufriedenheit mit der Herkunft der Orks; er erwog dort, sie nicht mehr aus gefangenen Elben abzuleiten, sondern aus Menschen oder aus geistlosen Geschöpfen – eine Änderung, die er nie in eine abgeschlossene Erzählung überführte.

Adaptionen

Die älteren Bearbeitungen behandeln die Elben sehr unterschiedlich. Der Zeichentrickfilm des Rankin/Bass-Studios von 1977 drängt den Hobbit auf gut anderthalb Stunden zusammen und behält von den elbischen Auftritten vor allem die Lieder; Elrond wird dort von Cyril Ritchard gesprochen, während der Elbenkönig des östlichen Waldes wie in der Vorlage ohne Namen bleibt. Ralph Bakshis Verfilmung von 1978, deren Bilder in weiten Teilen über abgefilmtes Schauspiel gelegt sind, bricht nach dem Kampf um Helms Klamm ab, sodass Lothlórien nur als Zwischenstation erscheint; Legolas spricht dort Anthony Daniels, Elrond André Morell und Galadriel Annette Crosbie. Am ausführlichsten kommen die Elben in der sechsundzwanzigteiligen Hörspielfassung der BBC von 1981 zu Wort, die als die buchnächste der frühen Bearbeitungen gilt und den Rat in Bruchtal wie den Aufenthalt im Goldenen Wald in voller Länge ausspielt; Legolas sprach David Collings, Galadriel Marian Diamond.

Peter Jacksons Filmreihe von 2001 bis 2003 hat das heutige Bild dieses Volkes stärker geprägt als jede andere Fassung: Hugo Weaving als Elrond, Cate Blanchett als Galadriel, Orlando Bloom als Legolas und Liv Tyler als Arwen. Zwei Eingriffe werden regelmäßig genannt: Arwen übernimmt die Rettung Frodos an der Furt, die im Buch Glorfindel zufällt, der in den Filmen ganz entfällt; und vor Helms Klamm erscheint eine Streitmacht aus Lothlórien unter Haldir, für die es in der Vorlage keine Grundlage gibt. Die Hobbit-Trilogie von 2012 bis 2014 verstärkt diesen Zug, indem sie Legolas in eine Erzählung einfügt, in der er nicht vorkommt, und mit Tauriel eine Waldelbin erfindet, die es bei Tolkien nicht gibt; Thranduil erhält als Lee Pace einen Namen und ein Gewicht, die der Roman ihm nicht gibt.