Herkunft, Volk und Namen
Legolas gehört zu den Elben des großen Waldes östlich des Anduin, den die Menschen Düsterwald nannten, und ist der Sohn Thranduils, der über das Waldlandreich im Norden dieses Waldes herrscht. Sein Volk sind die Waldelben, eine Gemeinschaft, die nie in den Westen über das Meer gezogen war und die sich, anders als die Elben Bruchtals oder Lóriens, kaum um die Geschicke der übrigen Welt kümmerte. Der Erzähler des Ringkriegs zeichnet diese Waldleute als misstrauisch gegenüber Fremden, kundig in Wald und Nacht und weniger weise, aber auch weniger gefährlich als die Hochelben. Aus dieser Welt kommt Legolas nach Bruchtal, wo er in Elronds Rat als Vertreter seines Vaters auftritt. Über sein Alter, sein Geburtsjahr oder seine Jugend schweigen die Quellen vollständig; jede Zahl, die dazu im Umlauf ist, entbehrt einer Grundlage im Text.
Der Name Legolas erscheint im Roman durchweg unübersetzt; daneben steht der Beiname Greenleaf, den Carroux als „Grünblatt“ wiedergibt und den Gandalf beim Wiedersehen im Fangorn aus Galadriels Botschaft an ihn heranträgt. Dass es sich dabei nicht um eine freie Zutat, sondern um die schlichte Verdeutschung des Elbennamens handelt, zeigt eine Parallele in der Zeittafel: Nach dem Ende des Ringkriegs erhält der gereinigte Wald den Namen Eryn Lasgalen, den Wald der grünen Blätter, in dem dieselben Wortbestandteile in umgekehrter Reihenfolge stehen. Die Betonung folgt der in Anhang E dargelegten Regel und liegt auf der ersten Silbe, da die mittlere Silbe kurz ist und auf einfachen Konsonanten endet; die im Deutschen verbreitete Aussprache le-GO-las geht auf die Verfilmungen zurück, nicht auf das Buch.
Die posthum veröffentlichten Schriften ordnen den Namen sprachlich ein: Das Verzeichnis der Namenselemente im Silmarillion führt „las“ als Bestandteil für „Blatt“ und „laeg“ als seltenere, altertümliche Form für „grün“, die im gewöhnlichen Sindarin durch calen ersetzt wurde. Die Form Legolas trägt damit einen dialektalen Zug, wie er zu den Waldelben passt, deren Sprache sich von der der Sindar des Westens merklich unterschied. Zugleich erhellen dieselben Quellen, dass das Herrscherhaus, dem Legolas entstammt, nicht waldelbischer Abkunft ist: Thranduils Vater Oropher kam als Sinda aus dem versunkenen Beleriand in den Osten und errichtete seine Herrschaft über ein Volk, das nicht das seine war. Legolas steht also zwischen zwei Überlieferungen — er ist ein Fürstensohn sindarischen Geblüts, der sich selbst und seine Gefährten als Waldelben versteht.
Geschichte
Der überlieferte Lebenslauf des Legolas beginnt im Herbst 3018 des Dritten Zeitalters. Zu der Beratung, die am 25. Oktober in Bruchtal zusammentrat, brachte er eine unerfreuliche Meldung mit: Das Geschöpf Gollum, das Gandalf der Obhut der Elben des Waldlandreichs übergeben hatte, war bei einem Überfall von Orks entkommen, und die Wachen hatten es entwischen lassen. Damit haftete seinem Volk ein Versäumnis an, das den Gegenstand der Versammlung unmittelbar berührte. Aus dem Boten wurde ein Teilnehmer der Unternehmung: Elrond bestimmte neun Gefährten gegen die neun Reiter Saurons, und Legolas trat für die Elben ein. Am 25. Dezember 3018 verließ die Schar Bruchtal und wandte sich nach Süden.
Der Versuch, das Nebelgebirge über den Pass des Caradhras zu überqueren, scheiterte am Schnee; dort führt der Text elbische Eigenart nüchtern vor, denn Legolas ging über die Schneedecke, während die Übrigen einbrachen. So blieb nur der Weg unter dem Gebirge hindurch. Das Westtor von Moria erreichten die Gefährten am Abend des 13. Januar 3019; an der Brücke von Khazad-dûm erkannte Legolas den Feind, der ihnen entgegentrat, sogleich als einen Balrog aus der Vorzeit, und am 15. Januar stürzte Gandalf mit ihm in die Tiefe. In Lothlórien fand er unter den Galadhrim entfernte Verwandte und vermittelte zwischen ihnen und dem Zwerg Gimli, dessen Aufnahme zunächst umstritten war. Beim Aufbruch am 16. Februar erhielt er einen Bogen der Galadhrim, länger und stärker als die Bogen seines Waldes.
Auf der Fahrt den Großen Strom hinab bewährte sich diese Waffe: In der Nacht des 23. Februar, als die Boote unterhalb von Sarn Gebir lagen, schoss er im Dunkeln das geflügelte Reittier eines Ringgeistes vom Himmel, ohne zu wissen, was er getroffen hatte. Am 26. Februar zerbrach die Gemeinschaft am Amon Hen, und während die Hobbits sich trennten, schlug Legolas mit Aragorn und Gimli den Weg der Verfolgung ein. Vier Tage lang liefen die drei den Orks nach, die Merry und Pippin verschleppt hatten, quer durch die Ebenen Rohans; dass er dabei kaum ermüdete und in weiter Ferne erkannte, was den Menschen verborgen blieb, gehört zu den wenigen Stellen, an denen seine Herkunft handfeste Folgen für den Gang der Handlung hat. Am Morgen des 30. Februar stießen sie auf Éomer und seine Reiter.
Am 1. März begegneten sie im Fangorn dem wiedergekehrten Gandalf, der Legolas eine Botschaft Galadriels ausrichtete: eine Warnung, deren Sinn sich erst Wochen später erschloss, denn sollte er den Schrei der Möwen an der Küste hören, werde sein Herz im Wald keine Ruhe mehr finden. Über Edoras zog er mit dem Heer des Königs von Rohan zur Hornburg. In der Schlacht in Helms Klamm am 3. und 4. März zählten er und Gimli die von ihnen erschlagenen Feinde gegeneinander auf; der Zwerg gewann diesen Wettstreit mit zweiundvierzig gegen einundvierzig. Aus denselben Tagen stammt die Abrede, dass jeder dem anderen an den Ort folgen werde, den dieser gerühmt hatte: Gimli zu den Glitzernden Grotten von Aglarond, Legolas in den Wald von Fangorn. Am 5. März sahen sie in Isengart Merry und Pippin wieder und lernten Baumbart kennen.
Legolas gehörte zu den wenigen, die Aragorn am 8. März auf die Pfade der Toten folgten; dass die Schatten der Menschen ihm nichts anhaben konnten, hält der Text ausdrücklich fest, denn die Elben fürchten diese Toten nicht. Über den Stein von Erech führte der Weg in den Süden, und am 13. März fiel die Flotte der Korsaren bei Pelargir in Aragorns Hand. Dort, an den Ufern des unteren Anduin, hörte Legolas zum ersten Mal die Möwen, und die Sehnsucht nach dem Meer, vor der Galadriel gewarnt hatte, erwachte in ihm und verließ ihn nicht mehr. Am 15. März kämpfte er auf den Pelennor-Feldern, am 25. März vor dem Schwarzen Tor, wo der Untergang des Ringes die Schlacht beendete.
Schicksal verhüllt — enthüllenSchicksal enthüllt — wieder verhüllenDieser Abschnitt verrät, wie es ausgeht.
Schicksal
Nach der Krönung Aragorns am 1. Mai 3019 blieb Legolas zunächst im Süden und geleitete im Sommer den Leichenzug Théodens zurück nach Edoras; auf der Heimreise lösten er und Gimli ihre gegenseitigen Versprechen ein und trennten sich bei Isengart von den übrigen Gefährten. In den Jahren danach führte er Elben aus dem Wald seines Vaters nach Ithilien, das unter ihrer Pflege wieder zum schönsten Landstrich der Westlande wurde, während Gimli mit Zwergen aus dem Erebor nach Aglarond zog. Damit gehört Legolas zu den wenigen Gefährten, deren Wirken über den Ringkrieg hinaus verfolgt wird. Im Jahr 120 des Vierten Zeitalters, nach dem Tod König Elessars, baute er in Ithilien ein graues Schiff, fuhr den Anduin hinab und über das Meer; die Überlieferung fügt hinzu, dass Gimli ihn begleitete. Hier bricht der Bericht der Quellen über ihn ab.
Rolle, Fähigkeiten und deren Grenzen
Innerhalb der Erzählung hat Legolas ein eng umgrenztes Amt. Er führt nie, entscheidet nie und spricht in den Beratungen kurz; die Richtung der Unternehmung bestimmen Gandalf und Aragorn, und auch auf dem Marsch mit den Rohirrim bleibt er Begleiter, nicht Ratgeber. Sein Nutzen für die Schar liegt im Vorausgehen, im Erkunden und im Deckungsfeuer aus der Ferne, und er wird dort eingesetzt, wo Augen und Bogen mehr wiegen als Klinge oder Befehl. Über diese Handwerksrolle hinaus trägt er eine zweite: Er ist die eine Hälfte jener Freundschaft, an der die Erzählung die alte Entfremdung zwischen Elben und Zwergen aufhebt — anfangs mit spürbarer Kühle, am Ende mit einer Verabredung, die beide über die Grenzen ihrer Völker hinausführt. In der Zeitrechnung des Legendariums steht er zudem für ein Volk im Abzug: Er gehört zu den wenigen Elben, die im Ringkrieg noch handeln, statt nur Abschied zu nehmen.
Seine Fähigkeiten schildert der Text nüchtern und ohne Zauberwerk; sie sind Eigenschaften seines Volkes, nicht persönliche Kunst. Dazu gehört ein Blick, der über Meilen trägt: In der Ebene Rohans erkennt er Reiter, ihre Zahl und Einzelheiten ihrer Ausrüstung, lange bevor Aragorn und Gimli mehr als eine Staubwolke sehen, und in der Dunkelheit über dem Anduin trifft er ein Ziel, das niemand sonst wahrnimmt. Dazu gehören ein leichter Gang, der ihn über verharschten Schnee trägt, und eine Ausdauer, die ihn in der viertägigen Verfolgung kaum ermüden lässt, während seine Gefährten sich verausgaben. Seine Ruhe sucht er nicht im Schlaf gewöhnlicher Art, sondern in einem wachen Zustand, den die Erzählung als Wandeln in Gedanken beschreibt. Hinzu kommen Bogenkunst und ein Gespür für Bäume und Landschaft, das ihm in Fangorn eine Sprache öffnet, die den Menschen verschlossen bleibt.
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Schicksal
Ebenso deutlich sind die Grenzen. Gegen den Willen des Caradhras hilft seine Leichtigkeit nur ihm selbst, den verschütteten Weg kann er nicht öffnen; vor dem verschlossenen Westtor Morias ist er so ratlos wie die Übrigen. Als der Balrog auf die Brücke tritt, versagt ihm die Waffe: Der Pfeil bleibt ungeschossen, und die Furcht bezwingt ihn wie jeden anderen. Auch sein Stand schützt ihn nicht — an der Grenze Lóriens muss er sich, obwohl unter Verwandten, der Verbindung der Augen fügen, gegen die er zuvor Einspruch erhoben hatte. Die schwerste Grenze aber setzt ihm seine eigene Natur: Die Sehnsucht nach dem Meer, die an der Küste in ihm erwacht, lässt sich weder abwehren noch rückgängig machen, und sie bestimmt am Ende sein Fortgehen. Der Text gibt ihm mithin scharfe Sinne und lange Kraft, keine Macht über Dinge und keine Freiheit von dem, was ihn als Elben bindet.
Verwandte, Gefährten und Gegner
Das Verhältnis zum Vater bleibt in den Quellen auffällig unbelebt. Thranduil ist der Herr, dessen Auftrag Legolas nach Bruchtal führt, und der Herr jenes Waldes, aus dem er später Leute nach Süden holt; eine Begegnung zwischen beiden, ein Wort des einen über den anderen, eine Heimkehr schildert der Roman jedoch an keiner Stelle. Was von dieser Abstammung tatsächlich in die Handlung hineinreicht, ist kein persönliches Band, sondern eine geerbte Feindschaft: Unter den Gästen Elronds befindet sich Glóin, der gut siebzig Jahre zuvor in den Verliesen des Elbenkönigs gesessen hatte, und dessen Sohn Gimli tritt der Unternehmung mit spürbarer Kühle gegenüber dem Elben bei. Legolas hat mithin für eine Rechnung einzustehen, die nicht er angelegt hat.
Der Umschlag dieses Verhältnisses vollzieht sich ohne große Erklärung und wird an Kleinigkeiten sichtbar. Als die Reiter Rohans den drei Verfolgern zwei Pferde überlassen, nimmt Legolas den Zwerg hinter sich auf sein Tier, das er ohne Sattel und Zaum lenkt; von da an bewegen sich beide buchstäblich im selben Takt. Kurz zuvor hatte er, als Éomer geringschätzig von der Herrin des Goldenen Waldes sprach und Gimli auffuhr, den Bogen gespannt und sich vor den Zwerg gestellt — die Parteinahme kommt früher als jedes Bekenntnis. Bemerkenswert ist, wie wenig der Text dabei erklärt: Er zeigt gemeinsames Reiten, gemeinsames Gehen und gemeinsames Einstehen, benennt die Zuneigung aber kaum je und überlässt die Deutung den Umstehenden, denen das Nebeneinander von Elb und Zwerg als Merkwürdigkeit auffällt.
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Schicksal
Zu Aragorn steht Legolas in einem Verhältnis freiwilliger Gefolgschaft ohne Anspruch: Er erkennt dessen Führung an, lange bevor sie durch Krone oder Herkunft bestätigt ist, und folgt ihm auch dorthin, wo Menschen zurückschrecken. Gandalf gegenüber ist er der Aufmerksame, der als Erster begreift, welcher Macht die Schar in den Tiefen Morias gegenübersteht. Die einzige Gestalt jedoch, die ihn selbst meint und nicht seine Dienste, ist Galadriel: Ihre Botschaft gilt nicht dem Weg der Gefährten, sondern seinem eigenen Ausgang, und sie trifft ein. Gegenspieler im eigentlichen Sinn besitzt er nicht. Wo andere der Gefährten einem benannten Widersacher gegenüberstehen, kämpft Legolas gegen Zahlen — Orks, Belagerer, Heerhaufen —, und die beiden Erscheinungen, die ihn persönlich berühren, der Feuergeist auf der Brücke und der geflügelte Schatten über dem Strom, sind Augenblicke, keine Beziehungen. Auch diese Leerstelle gehört zu seinem Bild: Seine Feindschaft ist die seines Volkes, seine Freundschaft dagegen ist die eigene.
Entwürfe und Varianten
Der Name begegnet in Tolkiens Papieren lange vor dem Ringkrieg. Schon in der frühesten Fassung vom Fall Gondolins, die Christopher Tolkien im zweiten Band der Verschollenen Geschichten mitteilt, trägt ihn ein Elb der belagerten Stadt: Legolas Greenleaf aus dem Hause des Baumes, der die Ebene von Tumladen bei Tag wie bei Nacht kannte und von Jugend an im Dunkeln zu sehen vermochte. Ihm fällt die Aufgabe zu, die Flüchtlinge aus der brennenden Stadt über das Feld zum Gebirgspass zu führen; eine Anmerkung fügt hinzu, dass er noch in Tol Eressea lebe, wo die Eldar ihn Laiqalassë nennen. Das beigegebene Namensverzeichnis löst beide Formen gleichbedeutend als „grünes Blatt“ auf, die eine in der frühen noldorischen, die andere in der qenyanischen Gestalt der Sprachen. Dass dieser Elb mit dem späteren Sohn Thranduils identisch wäre, behauptet keine Quelle; es handelt sich um die Wiederverwendung eines Namens, nicht um dieselbe Gestalt. Bemerkenswert bleibt allein, dass bereits der erste Träger durch eben jene Eigenschaft ausgezeichnet ist, die auch den späteren kennzeichnet: durch Augen, die weiter und im Dunkeln schärfer sehen als die der Übrigen.
In den Vorarbeiten zum Herrn der Ringe fehlt die Figur dagegen zunächst ganz. Die Schar, die in den frühen Entwürfen von Bruchtal nach Süden aufbricht, besteht aus Hobbits und Gandalf sowie jenem Trotter, der damals noch selbst ein Hobbit mit hölzernen Schuhen war; ein Elb ist darin nicht vorgesehen. Erst über die mehrfach umgearbeiteten Fassungen des Rates von Elrond verfestigte sich die Zusammensetzung der Gemeinschaft, deren Zahl und deren Namen lange in Bewegung blieben. Ein eigenes Vorleben erhält Legolas dabei nicht: Er tritt als Abgesandter des Waldlandreichs in den Text ein und behält diese Stellung, während die Entwürfe an anderen Gefährten ungleich stärker arbeiten. Die auffällig knappe Zeichnung der Figur im fertigen Buch hat hier ihren Ursprung — sie erwuchs nicht aus älterem Stoff, sondern aus der Aufgabe, die freien Völker in der Unternehmung vertreten zu lassen.
In Verfilmungen und Hörspielen
Die älteren Bearbeitungen räumen Legolas eine feste, aber schmale Rolle ein. In Ralph Bakshis Zeichentrickfilm von 1978 leiht ihm Anthony Daniels die Stimme; da diese Fassung nur etwa die erste Hälfte der Handlung erzählt, nach der Schlacht in Helms Klamm abbricht und ein zweiter Teil nie zustande kam, endet auch der Weg der Figur dort — ohne Pfade der Toten, ohne Meeressehnsucht, ohne Ithilien. Ein großer Teil der Animation wurde von zuvor gedrehten Realaufnahmen abgezeichnet, was auch die Bewegungen dieser Gestalt bestimmt. Die Hörspielfassung von BBC Radio 4 aus dem Jahr 1981, mit sechsundzwanzig halbstündigen Teilen die vollständigste der älteren Umsetzungen, besetzt die Rolle mit David Collings; sie gilt gemeinhin als diejenige Bearbeitung, die dem Buch am genauesten folgt, und behält den Anteil der Figur an der Handlung weitgehend bei.
Am bekanntesten ist die Darstellung durch Orlando Bloom in Peter Jacksons Filmtrilogie von 2001 bis 2003. Sie erweitert die Figur erheblich: Wo das Buch ihre Fähigkeiten nüchtern hält, zeigen die Filme akrobatische Kunststücke, für die es in der Vorlage keine Entsprechung gibt — das Besteigen eines laufenden Pferdes im Sprung, die Fahrt auf einem Schild die Treppe hinab in Helms Klamm, die Erlegung eines Olifanten samt Besatzung im Alleingang auf den Pelennor-Feldern. Auch der Wettstreit mit Gimli fällt anders aus, denn die Filme heben die Zahlen an und lassen den Zwerg mit dreiundvierzig gegen zweiundvierzig gewinnen. Verändert ist ferner der Süden des Feldzugs: Aragorn, Legolas und Gimli ziehen allein mit dem Heer der Toten nach Pelargir, und die Toten greifen anschließend in die Schlacht vor Minas Tirith ein, während sie im Roman nach der Einnahme der Flotte entlassen werden. Ganz ohne Grundlage ist der Auftritt in der Hobbit-Trilogie von 2012 bis 2014, in der Bloom die Rolle erneut übernimmt: In Tolkiens früherem Roman kommt Legolas nicht vor, hier aber wird er zur durchgehenden Nebenfigur am Hof seines Vaters und in eine erfundene Dreiecksgeschichte um die eigens für den Film geschaffene Elbin Tauriel eingebunden.