Herkunft und Namen
In ihrer eigenen Sprache, dem Khuzdul, nannten sich die Zwerge Khazâd — ein Name, den sie ungern preisgaben und den sie auch in ihre Ortsnamen einwoben, etwa in Khazad-dûm, der Zwergenfeste unter dem Nebelgebirge. Ihre wahren, in dieser Sprache gegebenen Namen hielten sie zeitlebens geheim und teilten sie Fremden nicht mit; nach außen trugen sie Namen aus den Sprachen der Menschen des Nordens, und selbst auf ihren Grabmalen erschien nichts, was ihnen innerlich zugehörte. Diese Verschwiegenheit prägte auch den Umgang mit ihrer Sprache selbst, die sie kaum lehrten und die im Alltag hinter den Verkehrssprachen der Nachbarvölker zurücktrat. Die Elben gaben ihnen eigene Bezeichnungen, unter ihnen Naugrim, die „Verkümmerten“ oder Kleingewachsenen, sowie Gonnhirrim, die Herren des Steins — Benennungen von außen, die Gestalt und Handwerk hervorhoben und nicht das Selbstverständnis des Volkes trafen.
Von ihrem Ursprung berichtet die Überlieferung der Eldar, dass Aule sie schuf, ehe die Erstgeborenen erwachten. Ungeduldig in der langen Erwartung der Kinder Ilúvatars formte er in einer Halle unter den Bergen Mittelerdes sieben Väter der Zwerge und wollte ihnen die Künste weitergeben, die er selbst beherrschte. Da diese Schöpfung nicht in seiner Macht lag, besaßen die Gestalten zunächst kein eigenes Leben, sondern bewegten sich allein nach seinem Gedanken. Ilúvatar stellte ihn zur Rede, und als Aule sein Werk zu zerschlagen bereit war, nahm Ilúvatar es an und gab ihm eigenes Sein; die Zwerge aber mussten schlafen, bis die Elben erwacht waren. Die Zwerge selbst nennen ihren Schöpfer Mahal und überliefern, dass er sie am Ende der Welt wieder zu seinem Dienst rufen werde.
Aus den Sieben Vätern gingen sieben Sippen hervor, die sich über die Bergländer Mittelerdes verteilten. Die bekannteste ist die des Durin, den seine Nachkommen den Ältesten nannten und der allein erwachte, ohne Gefährten; sein Geschlecht siedelte im Nebelgebirge. Der Name Durin stammt nicht aus dem Khuzdul, sondern aus den Sprachen der nördlichen Menschen, und derselbe Name kehrte in der Linie mehrfach wieder, weil die Zwerge glaubten, ihr Ahnherr kehre in seinen Erben zurück. Zwei weitere Häuser, die der Feuerbärte und der Breitbeine, hatten ihre Städte Nogrod und Belegost im Blauen Gebirge und traten schon im Ersten Zeitalter mit den Elben Beleriands in Verkehr, während von den übrigen Sippen im Osten nur wenig überliefert ist.
Geschichte
Im Ersten Zeitalter zogen die Zwerge des Blauen Gebirges über die alte Straße nach Beleriand hinab und traten dort in Verkehr mit den Sindar, die zuvor nichts von ihnen gewusst hatten. Für Thingol bauten sie die Tausend Grotten von Menegroth aus, gestalteten Hallen und Pfeiler nach dem Vorbild des Waldes und erhielten dafür Lohn an Perlen und Nahrung; auch schmiedeten sie Waffen und Kettenpanzer, wie sie in Mittelerde bis dahin nicht getragen wurden. Nogrod und Belegost blieben durch Handel mit Doriath und später mit den Noldor verbunden, und in der Nirnaeth Arnoediad hielten die Zwerge von Belegost unter ihrem Herrn Azaghâl dem Feuer des Drachen stand, weil ihre Masken sie schützten; Azaghâl fiel, doch nicht ohne Glaurung eine Wunde beizubringen, die ihn vom Feld trieb. Abseits dieser Häuser lebten die verstoßenen Kleinzwerge, deren letzter, Mîm, auf dem Amon Rûdh hauste. Am Ende geriet das Bündnis in Blut: Über das Nauglamír, in das ein Silmaril gefasst worden war, kam es in Menegroth zum Streit, Thingol wurde erschlagen und Doriath geplündert, worauf die Heimkehrenden an der Furt von Sarn Athrad vernichtend geschlagen wurden. Im Krieg des Zorns versank Beleriand, und Nogrod und Belegost wurden zerstört oder verlassen; viele ihrer Bewohner wanderten ostwärts nach Khazad-dûm.
Der Zuzug aus dem Westen machte Khazad-dûm im Zweiten Zeitalter zur größten und reichsten Zwergenstadt, die je bestanden hat, denn nur dort fand sich das Mithril, das kein anderes Bergwerk der Welt hergab. Zwischen den Bergwerken und dem nahen Eregion entstand eine Freundschaft, wie sie zwischen Elben und Zwergen sonst nirgends erreicht wurde: Narvi schuf das Westtor, und Celebrimbor zeichnete die Zeichen darauf, die nur bei Mondlicht und Sternenlicht sichtbar wurden. In dieselbe Zeit fällt die Verteilung der Sieben Ringe unter die Zwergenherren, wobei Durins Volk überlieferte, sein Ring stamme nicht aus Saurons Hand, sondern von den Schmieden Eregions. Zu Schatten wurden die Träger nicht, denn sie erwiesen sich als zäh und ließen sich nicht beherrschen; die Ringe weckten allein Zorn und ein Verlangen nach Gold, das die Grundlage großer Horte wurde und ebenso großen Unheils. Von den Sieben verzehrten Drachen mit der Zeit vier, drei brachte Sauron in seine Gewalt zurück.
Der Bruch kam im Jahr 1980 des Dritten Zeitalters, als die Zwerge bei der Suche nach Mithril zu tief gruben und einen Schrecken der Urzeit weckten. Durin VI. fiel ihm zum Opfer, im Jahr darauf sein Sohn Náin I., und das Volk floh aus den Hallen, die fortan Moria hießen, der Schwarze Schlund. Thráin I. führte einen Teil nach Erebor, wo er den Arkenstein fand und sich König unter dem Berg nannte; unter Thorin I. zog die Mehrheit weiter nordwärts in das Graue Gebirge, wo reiche Adern lockten. Dort aber mehrten sich die Drachen aus den Öden des Nordens, bis Dáin I. samt einem Sohn vor seiner eigenen Tür erschlagen wurde. Daraufhin kehrte Thrór im Jahr 2590 nach Erebor zurück, während sein Bruder Grór die Eisenberge besiedelte; unter dem Berg wuchs neuer Reichtum, und der Handel mit den Menschen von Thal blühte auf.
Dieser Wohlstand rief den Drachen Smaug herbei, der 2770 über den Berg kam, Thal verwüstete und Erebor nahm; die Überlebenden zerstreuten sich in Armut über Eriador. Thrór, ruhelos geworden, wandte sich zuletzt nach Moria und wurde dort von dem Ork Azog erschlagen, der seinen Leichnam schändete und den Namen des Mörders in die Stirn brannte. Der Zorn darüber einte die sieben Häuser zum Krieg gegen die Orks des Nebelgebirges, der von 2793 bis 2799 dauerte und Halle um Halle leerte. Er endete in der Schlacht von Azanulbizar vor dem Osttor, die ungeheure Verluste kostete, bis Dáin II. Eisenfuß den Ork Azog vor der Schwelle erschlug; hineinzugehen aber weigerte er sich, denn er hatte im Torschatten gesehen, was dort wartete. Thráin II., der Erbe, verlor sich Jahrzehnte später auf einer Wanderung nach Osten, wurde in Dol Guldur gefangen gesetzt und ihm der letzte der Sieben Ringe genommen.
Erst 2941 brach Thorin Eichenschild mit zwölf Gefährten und einem Hobbit nach Erebor auf, ein Unternehmen, das mit dem Tod Smaugs durch den Bogen Bards und mit der Schlacht der Fünf Heere endete, in der Zwerge, Elben und Menschen gemeinsam gegen die Orks des Nebelgebirges standen. Thorin fiel dort, und die Krone kam an Dáin II. Eisenfuß, unter dem das Königreich unter dem Berg und das wiedererbaute Thal rasch erstarkten. Ein Versuch, auch die alte Heimat zurückzugewinnen, scheiterte: Balin zog 2989 nach Moria, hielt sich dort wenige Jahre als Herr von Khazad-dûm und kam 2994 mit seiner ganzen Gefolgschaft um. Im Ringkrieg belagerte ein Heer aus dem Osten Erebor; Dáin und König Brand fielen vor dem Tor, doch der Berg wurde gehalten, und nach Saurons Sturz schlugen die Belagerten den Feind zurück. Thorin III. Steinhelm nahm die Herrschaft auf und blieb mit Bard II. von Thal dem Wiedervereinigten Königreich verbunden.
Zu Beginn des Vierten Zeitalters entstand eine neue Siedlung im Süden, als Gimli einen Teil von Durins Volk in die Glitzernden Grotten von Aglarond führte und dort Herr wurde. Seine Schmiede arbeiteten in Rohan und Gondor, erneuerten das steinerne und eherne Werk der Städte und schufen für Minas Tirith ein Tor aus Mithril und Stahl an der Stelle des von den Belagerern zerbrochenen. Damit stand am Ende der überlieferten Geschichte kein Untergang, sondern ein enger Bund mit den Reichen der Menschen, wie ihn die früheren Zeitalter nicht gekannt hatten. Gleichwohl ist die lange Linie eine des Schwindens: Frauen sind unter den Zwergen wenige, viele heiraten überhaupt nicht, und so wächst das Volk kaum nach und wird leicht für ausgestorben gehalten, wo es sich zurückzieht. Die Geschlechterfolge Durins wird in den Verzeichnissen bis zu einem siebten Träger dieses Namens fortgeführt, und Durins Volk hielt daran fest, dass Khazad-dûm ihm eines Tages wieder gehören werde.
Lebensweise und Werke
Die Zwerge richteten ihr Dasein auf das aus, was unter dem Stein zu gewinnen und in der Schmiede zu formen war: auf Bergbau, Steinmetzarbeit und die Bearbeitung der Metalle. Sie ertrugen Mühsal, Hunger und Verwundung besser als alle anderen sprechenden Völker, arbeiteten ausdauernd und gaben ein begonnenes Werk nicht leicht auf. Ihre Zuneigung galt weniger dem Gewachsenen als dem Gemachten — dem Gestein, den Edelsteinen und allem, was unter der Hand des Handwerkers Gestalt annimmt. Nach außen wirkten sie verschlossen, rasch in Freundschaft wie in Feindschaft, und ihr Gedächtnis bewahrte erlittenes Unrecht ebenso genau wie empfangene Wohltat; als Diener des Feindes traten sie nur selten und kaum aus freiem Willen auf, was immer die Erzählungen der Menschen darüber behaupteten. Sie liebten die Harfe und den Gesang, rechneten daneben aber genau, hielten auf den Wert einer Sache und auf den vereinbarten Lohn, und wer in ihnen selbstlose Helden suchte, verkannte sie.
Im Verkehr mit anderen Völkern bedienten sie sich deren Sprachen, die sie mit Leichtigkeit aufnahmen, während ihre eigene ihnen vorbehalten blieb und sich über die Zeitalter hinweg weniger veränderte als die Zungen der Menschen. Die Schrift dagegen übernahmen sie von den Elben Beleriands: Aus den Runen, die für den Meißel geschaffen waren, entwickelten die Zwerge von Khazad-dûm eine eigene, erweiterte Reihe, die sie sowohl in Stein schlugen als auch mit Feder und Tinte schrieben, und über die Bergwerke des Nordens verbreitete sich diese Ordnung der Zeichen weiter. Ihre Sitten hielten sie mit derselben Zähigkeit fest wie ihre Sprache. Ein Zwerg lebte etwa zweihundertfünfzig Jahre, alterte langsam und blieb lange bei voller Kraft; die Toten bettete man nach altem Brauch in Stein, und wo die Zahl der Gefallenen dazu zwang, sie zu verbrennen, empfand man dies zunächst als Notbehelf, ehe die Nachkommen es sich zur Ehre anrechneten.
Wie sehr dieses Volk auf das Werk der Hände hin angelegt war, zeigt schon die Überlieferung von seinem Ursprung. Als Yavanna von Aules heimlicher Schöpfung erfuhr, sorgte sie sich um alles Wachsende, denn sie sah voraus, dass diese Geschöpfe den Bäumen ohne Ehrfurcht begegnen würden; Aule bestritt nicht, dass sie das Holz ebenso brauchen würden wie den Stein, und aus Yavannas Klage ging der Schutz hervor, den Hirten für die Wälder erhielten. Vom Ende hielten die Zwerge, dass Mahal sich ihrer annehme und die Verstorbenen in Hallen sammle, die abseits von denen der Elben und Menschen liegen und in denen sie warten, statt die Welt zu verlassen. Er habe ihren Vätern zugesagt, Ilúvatar werde ihr Geschlecht dereinst heiligen und ihm einen Platz unter seinen Kindern geben. So maßen sie ihre Zeit nicht am eigenen Ende, sondern an einer Frist, die weit darüber hinausreicht.
Sippen und Häuser
Nach außen trug Durins Geschlecht den Beinamen der Langbärte, und seine Herren galten als Häupter des ältesten der sieben Häuser; wo die Aufzeichnungen des Nordens schlicht von den Zwergen sprechen, sind meist sie gemeint. Dieses Volk lebte in den späteren Zeitaltern in weit getrennten Gemeinden, ohne die Einheit der Herrschaft aufzugeben: neben der Linie unter dem Berg und dem Zweig in den Eisenbergen bestand seit den Jahren des Umherziehens eine Ansiedlung im Blauen Gebirge östlich des Lhûn, von wo aus Trupps von Schmieden und Händlern die Große Oststraße bis ins Auenland und darüber hinaus befuhren. Aus dieser Verwandtschaft ist mit Dís, der Tochter Thráins II. und Mutter von Fíli und Kíli, überhaupt die einzige Zwergenfrau namentlich überliefert; sonst nennen die Verzeichnisse nur Väter und Söhne.
Den Eldar wurden von den sieben Sippen allein die beiden westlichen deutlich, die im Blauen Gebirge saßen; die übrigen hatten ihre Städte fern im Osten und blieben den Erzählungen Beleriands ein bloßer Name. Die Elben unterschieden die Naugrim daher weniger nach Häusern als nach ihren Städten, und dieser Unterschied erwies sich als wirklich: Als es um das Nauglamír zum Zerwürfnis kam, waren es die Zwerge von Nogrod, die zu den Waffen griffen, während man in Belegost von dem Unternehmen abriet und sich fernhielt. Auch die Sprache und die Überlieferung der beiden Städte galten als eng verwandt, ihr Vorgehen jedoch nicht als eines.
Abseits der großen Häuser stand ein älterer Zweig, den die Sindar Noegyth Nibin nannten. Er war aus den östlichen Städten verstoßen worden und gelangte vor allen anderen Zwergen nach Beleriand; im Lauf der Zeit nahm er an Wuchs und Kunstfertigkeit ab, verlor die Erinnerung an das eigene Handwerk und lebte heimlich in den Bergen. Die Elben hielten diese scheuen Gestalten zunächst für Wild und jagten sie, ehe man erkannte, dass sie eine Sprache besaßen. Ihr letzter Herr war Mîm, der mit seinen Söhnen Khîm und Ibun auf dem Amon Rûdh hauste und für sein Geschlecht auch die Höhlen am Narog beanspruchte, die seine Vorfahren gegraben hätten, lange bevor Elben dort ein Reich gründeten.
Rolle in der Erzählung
In der Erzählung vom Hobbit sind die Zwerge nicht Nebenfiguren, sondern die treibende Partei: Ihr Anliegen bringt die Handlung in Gang, und es ist kein Rettungswerk für die Welt, sondern eine Rückforderung. Der Beginn setzt sie bewusst als Störung ins Bild — eine Schar Fremder, die ungebeten in eine wohlgeordnete Hobbitstube eindringt und ihr die Ruhe nimmt; von dort an misst die Erzählung Beutlin an ihnen und sie an ihm. Je näher der Berg rückt, desto deutlicher wird der Hort zum Prüfstein: Was als Anspruch auf ererbtes Gut beginnt, verhärtet sich in Thorin zu einem Starrsinn, der Verhandlung unmöglich macht und beinahe Krieg zwischen Verbündeten stiftet. Dass er am Ende umkehrt und die Beharrlichkeit auf Besitz gegenüber Speise und Fröhlichkeit gering achtet, gibt dem Buch seinen moralischen Punkt — die Zwerge tragen hier das Thema der Habsucht und ihrer Heilung.
Im Herrn der Ringe steht Gimli allein für sein ganzes Volk, und an ihm wird ausgetragen, was zwischen Elben und Zwergen zerbrochen war. Sein Verhältnis zu Legolas beginnt in kühlem Misstrauen und wird über den Weg hinweg zu einer Freundschaft, die beide Völker so nicht kannten; die Wendung geschieht in Lórien, wo Gimli statt eines Kleinods drei Haare aus Galadriels Haupt erbittet. Der Gang durch Moria kehrt seine Erwartung um: Er tritt als Erbe in die Hallen der Väter und findet eine Grabkammer und eine abgebrochene Aufzeichnung. Und wenn er später die Grotten hinter der Helms Klamm schildert und sie gegen Legolas' Wälder stellt, weist die Erzählung den Zwergen ein eigenes Empfinden für Schönheit zu, das im Behutsamen liegt und nicht im Zugriff.
Über beide Bücher hinweg werden die Zwerge fast durchweg von außen gezeigt — aus der Sicht von Hobbits, Elben oder Menschen, denen ihre Sprache, ihre Namen und ihre Rechnungen verschlossen bleiben. Diese Erzählhaltung ist Teil ihrer Bedeutung: Sie sind das Volk, das nicht erklärt wird, das seine Anliegen als Vertrag und Anspruch vorbringt und dessen innere Überlieferung nur in wenigen Sätzen an den Rand der Berichte tritt. Auch in den Erzählungen der Eldar bleiben sie ein hinzugekommenes Volk, das in keinen der großen Bünde recht hineinpasst und die Geschichte eher stört als trägt. Was sie in der Gesamtanlage vertreten, ist die Arbeit an der Materie samt ihrem Risiko: Werke, die Bestand haben, und die Neigung, an ihnen mehr zu hängen, als gut ist.
In den Entwürfen und früheren Konzeptionen
In den ältesten Fassungen der Mythologie sind die Zwerge ein anderes Volk als in der späteren Überlieferung. Die Verlorenen Geschichten kennen sie unter dem Namen Nauglath, während die Bewohner von Belegost als Indrafangs, die Langbärte, geführt werden — ein Beiname, der erst später auf Durins Geschlecht überging. Gezeichnet werden sie dort als eine düstere, habgierige Sippschaft von zweifelhafter Herkunft, die weder zu den Kindern Ilúvatars noch eindeutig zu Melkos Geschöpfen gehört, sich mit Orks verbündet und den König der Waldelben aus reiner Gier erschlägt; von einer Freundschaft mit den Elben ist nichts zu spüren. Auch die Erschaffung durch Aule erscheint zunächst in härterer Gestalt: In der Quenta der frühen dreißiger Jahre heißt es, die Zwerge besäßen kein innewohnendes Geistwesen, verfügten über Fertigkeit, aber nicht über eigentliche Kunst, und gingen nach dem Tod in den Stein zurück, aus dem sie gemacht seien.
Erst die späteren Ausarbeitungen mildern dieses Urteil und geben dem Volk seinen Rang. In den Umarbeitungen der Quenta Silmarillion tritt das Gespräch zwischen Aule und Ilúvatar hinzu, mit der Annahme des Werkes und der daran anschließenden Sorge Yavannas um alles Wachsende; ein eigenes Kapitel über die Naugrim und die Edain hält fest, dass Aule den Sieben Vätern auch ihre Sprache gab und dass die Zwerge selbst von einem Fortbestehen nach dem Tod sprachen, das die Eldar ihnen absprachen. Ein später Aufsatz über Zwerge und Menschen ergänzt, dass Durin als einziger der Väter ohne Gefährtin erwachte, und legt dar, wie die nach außen gebrauchten Namen aus den Zungen der nördlichen Menschen stammen. Ebenso verschob sich die Gestalt Mîms, der ursprünglich nur als Bewacher und Verflucher des Drachenhorts von Nargothrond auftrat, ehe er zum letzten Herrn der Kleinzwerge wurde. In den Entwürfen zum Ringroman schließlich vertrat zunächst ein Burin, Sohn Balins, den Berg in Bruchtal; Gimli, Sohn Glóins, trat erst danach an seine Stelle.
In Film, Fernsehen und Hörspiel
Im Zeichentrickfilm von Rankin/Bass erhält von Thorins Schar allein der Anführer ein ausgeprägtes Profil — gesprochen von Hans Conried —, während die übrigen Zwerge zu einer kaum unterschiedenen Gruppe zusammengezogen werden, die den stark gekürzten Handlungsgang begleitet. In Ralph Bakshis Fassung vertritt Gimli, gesprochen von David Buck, das Volk in der Gemeinschaft; da der Film nach der Helms Klamm abbricht, fehlt alles, was der Roman den Zwergen an späteren Auftritten zuweist, und die Annäherung an Legolas bleibt unentfaltet. Die Rankin/Bass-Bearbeitung des letzten Teils knüpft daran nicht an, sondern erzählt aus einer Rahmenhandlung heraus und räumt Gimli kaum Raum ein. Am vollständigsten bleibt die Hörspielfassung der BBC in sechsundzwanzig halbstündigen Folgen, in der Douglas Livingstone den Gimli spricht; weil diese Bearbeitung der Vorlage enger folgt als die älteren Filme, bleiben auch jene Stationen erhalten, an denen die Zwerge im Buch als eigenes Volk hervortreten.
In Peter Jacksons Ringverfilmung spielt John Rhys-Davies den Gimli als einzigen Vertreter seines Volkes; die Bearbeitung weist ihm merklich mehr komische Aufgaben zu als die Vorlage, und Galadriels Gabe der Haare erscheint nur in der erweiterten Schnittfassung. Die spätere Hobbit-Trilogie besetzt umgekehrt alle dreizehn Gefährten mit erkennbaren Darstellern, unter ihnen Richard Armitage als Thorin, Ken Stott als Balin, Graham McTavish als Dwalin, James Nesbitt als Bofur, Aidan Turner als Kíli und Billy Connolly als Dáin. Ihre auffälligsten Abweichungen betreffen die Vorgeschichte des Volkes: Der Ork Azog überlebt hier die Schlacht vor dem Osttor und verfolgt die Zwerge durch alle drei Filme, während die Anhänge ihn dort fallen lassen; hinzu treten die für den Film erfundene Elbin Tauriel und ihre Zuneigung zu Kíli sowie die Aufteilung der Schar in Esgaroth, die das Buch nicht kennt.