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Zum zwanzigsten Jahrestag der Premiere von „Die Rückkehr des Königs“: das flammende Auge über dem Turm von Barad-dûr. Bewegtbild, kein Standbild.
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Der Herr der Ringe (Filmtrilogie)
Peter Jacksons Trilogie, 2001–2003
Jackson-Trilogie
KI-generierte Stimme · wird laufend verbessert · auch verhüllte Schicksale werden mit vorgelesenKI-Stimme · wird laufend verbessert
Peter Jacksons drei Filme erschienen in aufeinanderfolgenden Jahren und wurden gemeinsam in Neuseeland gedreht. Sie sind die Bearbeitung, die die meisten Leser zuerst gesehen haben, und diejenige, über deren Abweichungen vom Buch am häufigsten gesprochen wird.
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Der Kinotrailer zum ersten Film, auf dem Kanal des Studios.
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Frodo am Boden liegend, den Einen Ring auf der Spitze des ausgestreckten Zeigefingers.
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Aragorns Gesicht, geteilt von der aufrecht gehaltenen Klinge Andúrils; im Hintergrund die schemenhaften Toten. Anlass war die Wiederaufführung der verlängerten Fassungen im Kino.
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Théoden in Rüstung, hinter ihm Rohirrim mit Speeren. Der Beitrag ist ein Nachruf des Studios auf Bernard Hill, der die Rolle spielte.
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Bruchtal im Film: Häuser mit spitzen Dächern an einem bewaldeten Steilhang, dahinter Wasserfälle und ferne Schneeberge.
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Eines der beiden Standbilder der Argonath in der Abendsonne, aufgenommen von unten — der Kanal betitelt die Aufnahme selbst als „Sunset at the Gates of Argonath“.
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Über diese Fassung
Peter Jackson drehte die drei Filme in einem Zug: Die Hauptaufnahmen liefen von Oktober 1999 bis Dezember 2000 an Schauplätzen in ganz Neuseeland, Nachdrehs kamen bis 2003 jedes Jahr hinzu. Das Drehbuch schrieben Fran Walsh, Philippa Boyens, Stephen Sinclair und Jackson selbst; produziert wurde für New Line Cinema und WingNut Films. Die Teile erschienen 2001, 2002 und 2003, jeder später zusätzlich in einer verlängerten Fassung für die Heimauswertung. Bei einem Gesamtbudget von rund 281 Millionen Dollar spielten sie zusammen etwa 2,96 Milliarden ein; die Reihe erhielt insgesamt 17 Academy Awards, davon elf für Die Rückkehr des Königs, die 2004 jede ihrer elf Nominierungen gewann.
Wo diese Fassung unsere Einträge berührt
72 Absätze in 65 Einträgen berufen sich auf diese Fassung. Jeder steht hier genauso da wie auf seiner eigenen Seite, mit demselben Kanon-Sigel und derselben Fundstelle.
Aragorn
2 Absätze
In Ralph Bakshis Zeichentrickfilm von 1978 lieh John Hurt der Figur seine Stimme; im Fernseh-Zeichentrickfilm der Studios Rankin/Bass über die Rückkehr des Königs (1980) sprach Theodore Bikel den Aragorn, und in der umfangreichen BBC-Hörspielfassung von 1981 übernahm Robert Stephens die Rolle. In Peter Jacksons Realverfilmung (2001–2003) wurde Aragorn von Viggo Mortensen dargestellt, der die Rolle erst nach Drehbeginn übernahm, nachdem der ursprünglich besetzte Stuart Townsend ersetzt worden war. Die Filme nennen ausdrücklich ein Alter von siebenundachtzig Jahren und übernehmen damit die Chronologie der Anhänge.
Jacksons Fassung verändert die Anlage der Figur an mehreren Stellen: Der Film-Aragorn zweifelt lange an seinem Erbe und schreckt vor dem Anspruch auf den Thron zurück, während er im Buch von Beginn an bewusst auf das Königtum zugeht. Narsil bleibt in Bruchtal zurück und wird nicht vor dem Aufbruch der Gemeinschaft neu geschmiedet; stattdessen überbringt Elrond das Schwert Andúril erst im dritten Film vor dem Gang auf die Pfade der Toten, wodurch die Graue Schar der nördlichen Dúnedain samt Halbarad entfällt. Neu hinzuerfunden ist eine Episode im zweiten Film, in der Aragorn nach einem Warg-Angriff einen Abhang hinabstürzt und für tot gehalten wird; die erweiterte Fassung des dritten Films lässt ihn zudem den Mund Saurons vor dem Schwarzen Tor erschlagen. In Jacksons Hobbit-Verfilmung tritt Aragorn nicht auf, wird aber am Ende des dritten Teils erwähnt, als Thranduil seinen Sohn Legolas zu einem jungen Waldläufer namens Streicher schickt — nach der Zeittafel der Anhänge wäre Aragorn zur Handlungszeit allerdings erst zehn Jahre alt.
Celeborn
2 Absätze
In Peter Jacksons Filmtrilogie wird Celeborn von Marton Csokas gespielt. Sein Auftritt beschränkt sich im Wesentlichen auf die Ankunft der Gefährten in Caras Galadhon, wo das Herrscherpaar gemeinsam die Treppe herabsteigt und die Reisenden empfängt; die Redeanteile liegen dabei fast vollständig bei Galadriel, während der Herr Lóriens auf wenige Sätze zurückgenommen ist. Damit entfällt der gesamte Vorgang, der die Figur in der Vorlage kenntlich macht: das Zählen der Gefährten und die Frage nach dem fehlenden Neunten, das harte Wort über die Zwerge und dessen öffentliche Rücknahme, vor allem aber die ausführliche Wegberatung beim Abschied mit Booten, Stromkunde und der Warnung vor dem Fangorn. Die Übergabe der Gaben ist in der Kinofassung des ersten Teils ebenfalls gestrichen und erst in der erweiterten Schnittfassung enthalten. In den beiden folgenden Filmen fehlt die Figur, und der Angriff auf Lórien wie der spätere Zug gegen Dol Guldur kommen nicht vor. Ein letzter Auftritt erfolgt in der Schlussszene an den Grauen Anfurten, wo Celeborn im Kreis der scheidenden Elben steht — die Vorlage lässt ihn dort gerade nicht auftreten, sondern ausdrücklich zurückbleiben.
Celeborn tritt darin bislang nicht in Erscheinung; er wird nur genannt, und zwar als Galadriels Gemahl, der in den Krieg zog und nicht zurückkehrte, sodass sein Verbleib als offene Frage geführt wird. Insgesamt zeigt die Bearbeitungsgeschichte eine gleichbleibende Tendenz: Wo Lórien auf die Leinwand kommt, wandert das Gewicht zu Galadriel, und der Herr der Galadhrim verliert Text, Handlung oder beides.
Frodo Beutlin
2 Absätze
In Peter Jacksons Filmtrilogie (2001–2003) wird Frodo von Elijah Wood verkörpert. Die Filme weichen in mehreren Punkten von der Vorlage ab: Frodo erscheint deutlich jünger als der fünfzigjährige Hobbit des Buches, und die siebzehn Jahre, die zwischen Bilbos Abschiedsfest und Frodos Aufbruch aus dem Auenland liegen, sind stark gerafft. Die Episoden im Alten Wald und bei Tom Bombadil entfallen vollständig; an der Bruinen-Furt wird der verwundete Frodo nicht von Glorfindel, sondern von Arwen nach Bruchtal gebracht, während er im Buch allein auf dem Elbenpferd reitet. Neu hinzuerfunden ist die Szene, in der Frodo auf den Treppen von Cirith Ungol Sam fortschickt, nachdem Gollum die beiden gegeneinander ausgespielt hat. Die Befreiung des Auenlandes nach der Rückkehr fehlt in der Filmfassung, sodass Frodos Heimat unversehrt bleibt.
Frühere Adaptionen besetzten die Rolle unterschiedlich: In Ralph Bakshis Zeichentrickfilm von 1978, der die Handlung nur bis zur Schlacht um Helms Klamm führt, sprach Christopher Guard den Frodo; im Fernseh-Zeichentrickfilm der Studios Rankin/Bass zu den Ereignissen des dritten Bandes (1980) übernahm Orson Bean die Rolle. In der umfangreichen BBC-Hörspielfassung von 1981 sprach Ian Holm den Frodo — derselbe Schauspieler, der zwei Jahrzehnte später in Jacksons Filmen den alten Bilbo darstellte. Auch im deutschen Sprachraum entstand Anfang der 1990er Jahre eine mehrteilige Hörspielbearbeitung des Romans mit Frodo als Erzähl- und Hauptfigur.
Gandalf
2 Absätze
In den Verfilmungen wurde Gandalf von mehreren Darstellern verkörpert. Im Zeichentrickfilm von Rankin/Bass (1977, Der Hobbit) sprach John Huston die Figur, in Ralph Bakshis Animationsfilm (1978) William Squire. In Peter Jacksons Realverfilmungen des Herrn der Ringe (2001–2003) und des Hobbits (2012–2014) spielte Ian McKellen den Zauberer; für seine Darstellung in Die Gefährten wurde er für den Oscar als bester Nebendarsteller nominiert. In der deutschen Synchronfassung lieh Joachim Höppner Gandalf in der Ringe-Trilogie die Stimme, nach Höppners Tod übernahm Eckart Dux die Rolle in den Hobbit-Filmen. Im Hörspielbereich sprach Michael Hordern die Figur in der BBC-Produktion von 1981, in der deutschen WDR-Fassung von 1992 Manfred Steffen.
Die Filmfassungen weichen an mehreren Stellen belegbar von der Vorlage ab. Jacksons Die Gefährten zeigt die Auseinandersetzung zwischen Gandalf und Saruman im Orthanc als offenes Zauberduell, während das Buch die Gefangensetzung nur in Gandalfs Bericht vor Elronds Rat schildert. In der erweiterten Fassung von Die Rückkehr des Königs zerbricht der Hexenkönig vor den Toren von Minas Tirith Gandalfs Stab — eine Szene ohne Entsprechung im Roman. Die Hobbit-Trilogie wiederum verlegt Handlungsstränge, die im Buch nur angedeutet und erst in den Anhängen des Herrn der Ringe umrissen werden, direkt auf die Leinwand, darunter Gandalfs Nachforschungen in Dol Guldur und das Eingreifen des Weißen Rates.
Lúthien
2 Absätze
Lúthien ist bis heute in keiner Verfilmung als handelnde Figur besetzt worden. Der Grund liegt in der Überlieferungslage der Rechte: Verfilmt wurden allein „Der Hobbit“ und „Der Herr der Ringe“ samt Anhängen, während die ausführliche Erzählung von Beren und Lúthien zum Silmarillion gehört, der nicht Teil der lizenzierten Werke ist. Die Adaptionen erreichen sie deshalb nur an jenen wenigen Stellen, an denen ihr Name im Herrn der Ringe selbst fällt, und stets aus zweiter Hand — als Lied, als Auskunft, als Vergleich. Eine Darstellerin gibt es folglich nicht, ebenso wenig eine bildliche Umsetzung der Ereignisse in Angband oder in den Hallen des Mandos.
Am ausführlichsten geht Peter Jacksons Filmtrilogie auf sie ein, und zwar in der erweiterten Fassung des ersten Teils von 2001. Auf der Wetterspitze singt Aragorn dort ein Lied auf Sindarin, das unübersetzt bleibt; auf Frodos Frage nennt er Tinúviel eine Elbenfrau, die einem Sterblichen ihre Liebe schenkte, und schließt mit der Auskunft, sie sei gestorben. Gegenüber der Buchvorlage ist das eine erhebliche Verkürzung: Aus dem längeren Vortrag vor allen vier Hobbits wird ein kurzer Wortwechsel unter vier Augen, und der Silmaril, die Fahrt nach Norden und die Wahl vor Mandos entfallen vollständig. In der Kinofassung fehlt die Szene ganz. Die im Anhang berichtete erste Begegnung Aragorns mit Arwen, bei der er sie mit Lúthiens Beinamen anspricht, gehört nicht zu den verfilmten Szenen.
Palantír
2 Absätze
In Peter Jacksons Filmtrilogie (2001–2003) ist der Orthanc-Stein der einzige Palantír, der eine tragende Rolle erhält; Herkunft, Zahl und Verteilung der Steine über die Türme der Reiche im Exil bleiben unerwähnt. Bereits der erste Teil zeigt Saruman, gespielt von Christopher Lee, in Verbindung mit Sauron, ohne dass die Filme erklären, woher das Gerät stammt oder woran seine Wirkung gebunden ist. Der Weg des Steins in Pippins Hände ist gegenüber der Vorlage verändert: Gríma Schlangenzunge wirft ihn nicht aus einem Fenster Orthancs, vielmehr findet der von Billy Boyd gespielte Peregrin Tuk die Kugel im Flutwasser rings um den Turm. Auch der Zeitpunkt verschiebt sich, denn die Szene, in der Pippin sie dem schlafenden Gandalf (Ian McKellen) entwendet und hineinblickt, steht nicht mehr am Ende des zweiten Films, sondern am Anfang des dritten.
Aragorns Gebrauch des Steins zeigt der dritte Film unmittelbar, während das Buch ihn erst im Nachhinein berichten lässt; hinzu kommt eine Gegenvision, in der Sauron dem von Viggo Mortensen dargestellten Erben Elendils das Sterben Arwens vorhält – im Roman ohne Entsprechung. Der Anor-Stein fällt dagegen ganz fort: Denethor, gespielt von John Noble, wird nie bei dessen Gebrauch gezeigt, sodass die im Buch entscheidende Begründung seiner Verzweiflung entfällt und sein Zusammenbruch allein aus Trauer und Charakter erklärt wird. Die Hörspielfassung der BBC von 1981 verfährt anders und hält in ihren sechsundzwanzig Teilen den gesamten Erzählstrang samt Denethors heimlichem Gebrauch des Steins bei; Michael Hordern spricht dort Gandalf, Robert Stephens Aragorn und Peter Vaughan Denethor. Ralph Bakshis Zeichentrickfilm von 1978 wiederum bricht nach dem Kampf um Helms Klamm ab und erreicht die Ereignisse um den Orthanc-Stein deshalb gar nicht mehr.
Samweis Gamdschie
2 Absätze
Die bekannteste Verkörperung stammt aus der Kinotrilogie Peter Jacksons (2001–2003), in der Sean Astin die Rolle übernahm. Ältere Bearbeitungen kennen Sam allein als Sprechrolle: Im Zeichentrickfilm Ralph Bakshis von 1978 lieh ihm Michael Scholes die Stimme, im Fernseh-Zeichentrickfilm „Die Rückkehr des Königs“ von Rankin/Bass (1980) sprach ihn Roddy McDowall. In der sechsundzwanzigteiligen Hörspielfassung der BBC von 1981 gab Bill Nighy den Gärtner. Wie viel vom Weg der Figur überhaupt erzählt wird, fällt dabei sehr unterschiedlich aus: Bakshis Film bricht nach der Schlacht um Helms Klamm ab und lässt Sams Gang durch Mordor gänzlich aus, während der Rankin/Bass-Film umgekehrt im Wesentlichen erst nach Cirith Ungol einsetzt und die Vorgeschichte einer Rahmenerzählung überlässt.
Die Filmtrilogie weicht an mehreren Stellen erkennbar von der Vorlage ab. Am folgenreichsten ist ein eingefügter Bruch zwischen den Gefährten: Auf den Treppen vor Cirith Ungol gelingt es Gollum, den Verdacht der unterschlagenen Wegzehrung auf Sam zu lenken, woraufhin Frodo ihn fortschickt; Sam kehrt erst um, als er die Spur der beiden wieder aufnimmt. Ohne Entsprechung im Buch ist ferner die Verschleppung der Hobbits nach Osgiliath, wo Sam vor Faramir eine Rede über das Durchhalten hält. Nach der Vernichtung des Rings folgt im Film kein Aufstand im Auenland: Die Heimkehr mündet unmittelbar in die Hochzeit mit Rosie Kattun und den Abschied an den Grauen Anfurten, sodass Sams Anteil an der Schlacht von Wasserau und an der Wiederbepflanzung des Landes entfällt. Erhalten bleibt dagegen, dass er den Ring nach Kankras Angriff an sich nimmt und ihn im Turm zurückgibt.
Andúril
1 Absatz
In Peter Jacksons Filmtrilogie (2001–2003) ist die Neuschmiedung aus dem Auftakt herausgelöst und ans Ende der Handlung verschoben. Die Splitter bleiben zunächst in Bruchtal zurück; Aragorn bricht mit gewöhnlichem Schwert auf und führt es durch die ersten beiden Filme. Erst im dritten Teil überbringt Elrond ihm die fertige Klinge, kurz bevor Aragorn den Weg zu den Pfaden der Toten einschlägt. Damit wandert auch die Benennung: Im Buch gibt Aragorn selbst dem erneuerten Schwert seinen Namen, im Film spricht ihn Elrond bei der Übergabe aus. Die Umstellung folgt der dramaturgischen Grundentscheidung der Trilogie, Aragorns Zögern vor dem Erbe Elendils zu einem eigenen Handlungsbogen auszubauen — eine Frage, die der Roman bereits in Bruchtal beantwortet hat. Für die Filme wurde die Waffe zudem als reales Requisit gefertigt, samt der Gravur aus Sonne, Mond und Sternen, und in dieser Form vielfach als Sammlerstück nachgebildet.
Arwen
1 Absatz
In der Filmtrilogie Peter Jacksons wird Arwen von Liv Tyler gespielt, und keine andere Fassung hat die Figur so weitgehend umgebaut. Was im Roman in die Anhänge ausgelagert ist, wandert dort in den Hauptstrang: Die Liebesgeschichte wird in eingeschobenen Szenen erzählt und bis in den dritten Teil hinein fortgesetzt. Am auffälligsten ist die Umbesetzung im ersten Film, wo Arwen die Rolle Glorfindels übernimmt — sie findet die Reisenden vor Bruchtal, nimmt den verwundeten Frodo auf ihr Pferd und reitet mit ihm vor den Neun her zur Furt. Auch das Schwert Elendils wird anders geführt: Es bleibt zunächst zerbrochen und wird erst spät neu geschmiedet, worauf Elrond es Aragorn im Lager unterhalb des Gebirges überbringt; das gewebte Banner und die Graue Schar, mit der es im Buch nach Süden kommt, entfallen ersatzlos. Hinzu tritt eine Erfindung ohne Vorbild in der Vorlage: Arwens Kräfte schwinden im dritten Teil in dem Maß, wie Saurons Macht wächst, sodass ihr Leben an den Ausgang des Krieges gebunden erscheint.
Auenland
1 Absatz
In den drei Filmen Peter Jacksons ist das Auenland vor allem Hobbingen: Für die Aufnahmen wurde auf einer Schaffarm bei Matamata auf der neuseeländischen Nordinsel ein begehbares Dorf mit Höhlenfronten, Gärten und Mühlteich angelegt, das für die spätere Hobbit-Trilogie in dauerhaften Materialien neu errichtet wurde und seither bestehen blieb. Erzählerisch fasst die Verfilmung die Anfangskapitel stark zusammen — zwischen dem Geburtstagsfest und Frodo Beutlins Aufbruch vergeht kaum spürbare Zeit statt siebzehn Jahren, die Verabredung der jüngeren Verwandten entfällt, und Meriadoc und Peregrin geraten eher zufällig in die Reise, nachdem sie einem Bauern das Feld geplündert haben. Der Alte Wald jenseits des Brandywein und die Hügelgräberhöhen fehlen ganz, ebenso Tom Bombadil. Die schwerwiegendste Abweichung liegt am Schluss: Die Rückkehr in ein besetztes, verwüstetes Land findet nicht statt, die Heimkehrer treffen ein unverändertes Auenland an, und Saruman stirbt im Süden. Das Bild der zerstörten Heimat, das Samweis im Spiegel Galadriels gezeigt wird, bleibt dabei erhalten, ohne dass es sich später erfüllt. Ralph Bakshis unvollendeter Zeichentrickfilm setzt ebenfalls beim Fest ein, lässt die Wanderung durch das Land und Bombadil aus und bricht ohnehin lange vor jeder Rückkehr ab.
Balin
1 Absatz
Die einzige Fassung, die Balin als handelnde Figur in vollem Umfang ausgestaltet, ist Peter Jacksons Hobbit-Trilogie von 2012 bis 2014; gespielt wird er dort von dem schottischen Schauspieler Ken Stott. Da die drei Filme den kurzen Roman auf beträchtliche Länge dehnen und dafür Stoff aus den Anhängen des Herrn der Ringe hinzuziehen, wächst ihm eine Rolle zu, die das Buch nicht kennt: Er tritt als ältester und engster Ratgeber Thorins auf und übernimmt die Erzählerstimme für die Vorgeschichte von Thrórs Tod und der Schlacht vor dem Osttor Morias, die im Buch als knapper Anhangsbericht ohne Zeugen steht. Diese Rückblende weicht zugleich am deutlichsten ab, denn der Ork Azog überlebt in der Filmfassung jene Schlacht und wird zum durchgehenden Widersacher der Trilogie, während er in Tolkiens Darstellung dort fällt. Hinzu kommt ein Handlungsfaden, für den es im Roman keine Entsprechung gibt: Balin wird zu demjenigen, der Thorins wachsende Verfallenheit an den Hort früh bemerkt und ihr widerspricht. In Jacksons Verfilmung des Herrn der Ringe von 2001 bis 2003 erscheint er dagegen nur noch als Grabmal in der Kammer von Mazarbul, deren Aufzeichnungen der Film gegenüber der Vorlage stark verkürzt.
Balrogs
1 Absatz
Peter Jacksons Trilogie von 2001 bis 2003 gestaltet das Wesen als reine Computeranimation und behält seine Wortlosigkeit bei. Die auffälligste Abweichung betrifft nicht die Gestalt, sondern die Erzählordnung: Was das Buch erst nachträglich und aus Gandalfs eigenem Mund berichtet, führt der zweite Film unmittelbar vor, indem er den Sturz und den weitergehenden Kampf an den Anfang stellt, statt ihn der späteren Wiederbegegnung im Wald vorzubehalten. Der Zuschauer weiß damit früher Bescheid als die Gefährten, und die Zurückhaltung, mit der die Vorlage den Ausgang zunächst verschweigt, entfällt.
Barad-dûr
1 Absatz
In Peter Jacksons Filmtrilogie ist der Dunkle Turm über weite Strecken präsent, allerdings in einer Deutung, die von der Vorlage abweicht: Saurons Auge erscheint dort als ein tatsächlich sichtbares, flammendes Auge auf der Turmspitze und bleibt zugleich die einzige Erscheinungsform, die dem Dunklen Herrscher in der Gegenwartshandlung zugestanden wird, während der Roman ihn als leibhaftig vorhanden voraussetzt und das Auge vor allem als Bild für seinen suchenden Willen führt. Auch die Vorgeschichte ist gerafft: Von der langjährigen Belagerung der Festung durch das Letzte Bündnis ist nichts zu sehen, die Entscheidung fällt stattdessen unmittelbar am Hang des Schicksalsbergs. In der Prologsequenz wird Sauron von Sala Baker verkörpert; den Mund Saurons, den Statthalter des Turms, spielt Bruce Spence – eine Figur, die erst die erweiterte Fassung des dritten Teils aufnimmt und die dort ein anderes Ende findet als im Buch, da Aragorn den Gesandten tötet, statt ihn davonreiten zu lassen.
Baumbart
1 Absatz
In Peter Jacksons Trilogie wird die Figur als Verbindung einer großen mechanischen Puppe mit digitaler Animation umgesetzt; die Stimme stammt von John Rhys-Davies, der zugleich Gimli spielt. Die auffälligste Abweichung betrifft den Entschluss zum Krieg. Wo im Roman die Versammlung nach drei Tagen aus eigenem Antrieb den Aufbruch beschließt, endet sie im Film mit der Entscheidung, sich herauszuhalten; erst als Pippin ihn bittet, die Hobbits nach Süden zu tragen, sieht Baumbart die Kahlschläge an seiner Grenze selbst und wendet sich zum Angriff. Der Anstoß liegt damit bei einer List des Hobbits statt bei der Beratung des eigenen Volkes, und die jahrzehntelange Beobachtung des Nachbarn im Steinring wird durch einen einzelnen Anblick ersetzt. Verschoben ist ebenso das Ende des Zauberers: Die Kinofassung lässt es offen, die erweiterte Fassung zeigt seinen Tod in Isengart durch die Hand seines eigenen Dieners, sodass Verwahrung und spätere Freilassung des Gefangenen gänzlich entfallen. Erhalten bleibt dagegen, in der erweiterten Fassung, der Trunk, der die beiden Hobbits sichtbar wachsen lässt.
Beorn
1 Absatz
Auch sein Eingreifen in die Schlacht ist umgestaltet. Im Buch erscheint er allein und ungeklärt auf dem Feld, trägt den verwundeten Zwergenkönig fort und tötet den Orkführer; im Film wird er von den Adlern zum Kampfplatz gebracht, gemeinsam mit dem Zauberer Radagast, und die beiden Taten, die ihn in der Vorlage zum Wendepunkt machen, fallen anderen Figuren zu — der Anführer der Orks stirbt dort durch einen Elben. Sein Auftritt bleibt entsprechend eine kurze Episode und keine Entscheidung. In den übrigen Fassungen kommt er nicht vor, was bereits im Stoff begründet liegt: Ralph Bakshis Zeichentrickfilm von 1978, das Hörspiel des BBC von 1981 und Jacksons frühere Trilogie von 2001 bis 2003 folgen dem Ringkrieg, in dem Beorn selbst nicht mehr handelt, sondern allenfalls sein Sohn und sein Volk erwähnt werden.
Beren
1 Absatz
Beren ist bis heute in keiner Verfilmung als handelnde Figur aufgetreten; einen Darsteller gibt es nicht. Der Grund liegt in der Rechtelage: Verfilmt wurden allein „Der Hobbit“ und „Der Herr der Ringe“, deren Filmrechte Tolkien noch selbst veräußerte, während der Stoff der Ältesten Tage beim Nachlass verblieb und bislang nicht lizenziert wurde. In der Kinotrilogie Peter Jacksons fällt Berens Name deshalb nur ein einziges Mal, und zwar in einer Szene, die erst die erweiterte Fassung von „Die Gefährten“ enthält. Auf der Wetterspitze singt Streicher vor der Rast ein Lied in elbischer Sprache; auf Frodos Frage, von wem er da singe, antwortet er, es sei das Lied von Lúthien, einer Elbin, die einem sterblichen Mann namens Beren ihre Liebe geschenkt habe, und auf die weitere Nachfrage nach ihrem Ergehen nur, dass sie gestorben sei.
Bilbo Beutlin
1 Absatz
In Peter Jacksons Realverfilmung des Herrn der Ringe (2001–2003) spielte Ian Holm den gealterten Bilbo — derselbe Schauspieler, der 1981 im BBC-Hörspiel noch Frodo gesprochen hatte. In der anschließenden Hobbit-Trilogie (2012–2014) übernahm Martin Freeman den jungen Bilbo, während Ian Holm in der Rahmenhandlung zurückkehrte. Diese Trilogie dehnte den einen Roman auf drei Filme und ergänzte Stoff aus den Anhängen des Herrn der Ringe; für die Figur selbst ergaben sich dabei einzelne Abweichungen vom Buch: Im Gespräch im Drachenhort gibt der Film Bilbos Unsichtbarkeit auf, sodass Smaug ihm sichtbar gegenübersteht, und in der Schlacht der Fünf Heere bleibt er bei Bewusstsein, kämpft mit und wird zum unmittelbaren Zeugen von Thorins Tod.
Boromir
1 Absatz
In Peter Jacksons Verfilmung von 2001 bis 2003 spielt Sean Bean die Rolle. Die auffälligste Umstellung betrifft den Aufbau: Bruch der Gemeinschaft und Tod stehen am Ende des ersten Films, während der Roman diese Szene an den Anfang des zweiten Bandes rückt. Der Anführer der angreifenden Schar ist eine Erfindung des Drehbuchs und trägt einen im Buch nicht vorkommenden Namen; anders als dort erreicht Aragorn den Kampfplatz rechtzeitig und greift ein, sodass aus dem einsamen Ende ein Zweikampf mit Zeugen wird. Das Traumwort, das die Figur im Roman überhaupt erst nach Norden führt, verliert seine Funktion: In der erweiterten Fassung geht der Auftrag von Denethor aus, der den Sohn ausdrücklich nach dem Fundstück ausschickt, womit die Versuchung von Beginn an väterlich vorbelastet ist. Hinzuerfunden sind ferner der Fechtunterricht für die beiden jüngeren Hobbits, ein Wortwechsel über die Bruchstücke des Schwertes in Bruchtal und, ebenfalls in der erweiterten Fassung des zweiten Teils, eine Rückblende auf eine Rückeroberung Osgiliaths, die es im Buch nicht gibt.
Bruchtal
1 Absatz
In Peter Jacksons Trilogie spielt Hugo Weaving den Herrn des Tales. Die auffälligste Abweichung betrifft erneut die Furt: An Glorfindels Stelle tritt Arwen, die den Verwundeten auf ihrem Pferd ins Tal bringt und die Flut selbst heraufruft. Der Rat verliert überdies seinen beratenden Charakter und wird als offener Streit der Völker angelegt, aus dem der Beschluss erst hervorgeht, nachdem der Ringträger sich meldet. Auch das zerbrochene Schwert bleibt in den Filmen zunächst ein bloßes Erbstück im Haus; neu geschmiedet und überbracht wird es erst im dritten Teil, während es im Buch noch vor dem Aufbruch der Gemeinschaft im Tal wiederhergestellt wird. Die spätere Hobbit-Trilogie kehrt mit demselben Darsteller dorthin zurück und fügt eine Zusammenkunft des Weißen Rates ein, die im Roman keine Entsprechung hat und aus dem Anhangsmaterial entwickelt ist.
Celebrimbor
1 Absatz
In den älteren Verfilmungen und Hörspielfassungen tritt Celebrimbor nicht als Figur auf; weder die Zeichentrickfilme noch Peter Jacksons Trilogie geben ihm eine Rolle, obwohl deren Vorspann die Ringschmiede des Zweiten Zeitalters berührt.
Denethor II.
1 Absatz
Am bekanntesten ist die Darstellung durch John Noble in Peter Jacksons Filmtrilogie von 2001 bis 2003. Sie weicht in mehreren nachweisbaren Punkten von der Vorlage ab. Der Palantír, im Buch die Ursache von Denethors Wissen wie seiner Verzweiflung, spielt für die Figur keine erkennbare Rolle mehr; sein Zusammenbruch erscheint dadurch als Wirkung des Kummers und einer schon vorher angelegten Schwäche, nicht als Ergebnis eines jahrelangen Ringens mit dem Feind. Die erweiterte Fassung legt ihm überdies den Auftrag an Boromir in den Mund, das Waffenstück aus Bruchtal nach Gondor zu holen, während der Roman die Reise dem Sohn selbst zuschreibt. Auch der Ausfall nach Osgiliath geht im Film auf einen ausdrücklichen väterlichen Befehl zurück. Die Führung der Verteidigung verliert Denethor nicht durch eigenen Verzicht, sondern durch Gandalfs handgreifliches Eingreifen, und er stirbt nicht auf dem Scheiterhaufen im Haus der Truchsesse, sondern brennend im Sturz von der Feste. Faramirs Rettung durch Beregond entfällt entsprechend.
Der Eine Ring
1 Absatz
Peter Jacksons Trilogie von 2001 bis 2003 ist die Fassung, deren Abweichungen am häufigsten erörtert werden. Die siebzehn Jahre zwischen Bilbos Fest und Frodos Aufbruch schrumpfen dort auf eine kurze Spanne. Faramir, der im Roman erklärt, er würde den Ring nicht einmal aufheben, lässt Frodo im zweiten Film unter Bewachung nach Osgiliath bringen und gibt ihn erst dort frei. Auch der Ausgang in der Feuerkammer ist geändert: Nicht die Ausgelassenheit des Finders bringt Gollum zu Fall, sondern ein Handgemenge am Rand des Abgrunds, aus dem Sam den Gefährten heraufholt. Ian Holm, im Hörspiel noch Frodo, spielt hier Bilbo; Gollum verkörpert Andy Serkis, auch in der Hobbit-Trilogie von 2012 bis 2014, die den kürzeren Roman auf drei Filme dehnt und zusätzlichen Stoff aus den Anhängen zieht, sodass der Fund unter dem Nebelgebirge in den Zusammenhang von Saurons Wiederkehr rückt.
Die Ringe der Macht
1 Absatz
Peter Jacksons Filmreihe von 2001 bis 2003 eröffnet mit einem gesprochenen Vorspann Galadriels, in dem Cate Blanchett die Verteilung der neunzehn Ringe und Saurons heimliches Werk zusammenfasst. Die Täuschung, aus der die Ringe hervorgingen, entfällt dabei: Weder Annatar noch Celebrimbor noch der Bund der Schmiede werden genannt, und wer die neunzehn gefertigt hat, bleibt offen. Von den Drei tritt allein Galadriels Ring erkennbar in Erscheinung; Círdan fehlt, und damit auch die Übergabe Naryas an Gandalf, dessen Ring in der Reihe unerwähnt bleibt. Die zwischen 2012 und 2014 erschienene Hobbit-Reihe greift den Stoff von der anderen Seite auf und trägt Material aus den Anhängen ein, geht darin aber weit über die Vorlage hinaus: Die Neun erscheinen dort als Wesen, die in Grabkammern im Hochland gebannt lagen und erst wieder freikommen — ein Vorgang, für den es bei Tolkien keine Grundlage gibt, da die Ringgeister dort nie bestattet wurden. Auch das Schicksal des letzten Zwergenringes wird szenisch ausgeführt und in der erweiterten Fassung mit Thráins Gefangenschaft in Dol Guldur verbunden, wo der Roman nur eine Zeile der Zeittafel bietet.
Düsterwald
1 Absatz
Weit mehr Raum nimmt der Wald in Peter Jacksons dreiteiliger Hobbit-Verfilmung ein, die den kurzen Roman auf drei Filme dehnt und dafür Stoff aus den Anhängen des Ringkriegs heranzieht. Der Elbenkönig erhält hier den aus den späteren Schriften stammenden Namen Thranduil und wird von Lee Pace gespielt; sein Sohn Legolas (Orlando Bloom), der in der Vorlage nicht vorkommt, wird ebenso in die Handlung eingefügt wie die eigens für die Filme erfundene Waldelbin Tauriel (Evangeline Lilly). Ein zweiter Handlungsstrang führt in den Süden des Waldes und macht aus dem, was das Buch nur als Randnotiz kennt, gezeigte Handlung: Gandalf wird in Dol Guldur gefangen gesetzt und vom Weißen Rat befreit, während die Vorlage beides außerhalb der erzählten Ereignisse belässt. Umgeformt ist auch die Flucht aus den Hallen des Königs, die von einer stillen Fahrt in verschlossenen Fässern zu einer Verfolgungsjagd auf dem Fluss wird. In Jacksons Ringkrieg-Trilogie hingegen wird der Wald nicht betreten; er bleibt allein als Herkunft Legolas' gegenwärtig.
Elben
1 Absatz
Peter Jacksons Filmreihe von 2001 bis 2003 hat das heutige Bild dieses Volkes stärker geprägt als jede andere Fassung: Hugo Weaving als Elrond, Cate Blanchett als Galadriel, Orlando Bloom als Legolas und Liv Tyler als Arwen. Zwei Eingriffe werden regelmäßig genannt: Arwen übernimmt die Rettung Frodos an der Furt, die im Buch Glorfindel zufällt, der in den Filmen ganz entfällt; und vor Helms Klamm erscheint eine Streitmacht aus Lothlórien unter Haldir, für die es in der Vorlage keine Grundlage gibt. Die Hobbit-Trilogie von 2012 bis 2014 verstärkt diesen Zug, indem sie Legolas in eine Erzählung einfügt, in der er nicht vorkommt, und mit Tauriel eine Waldelbin erfindet, die es bei Tolkien nicht gibt; Thranduil erhält als Lee Pace einen Namen und ein Gewicht, die der Roman ihm nicht gibt.
Elendil
1 Absatz
In Peter Jacksons Filmtrilogie tritt Elendil nur in der Vorgeschichte auf, die den ersten Teil eröffnet; gespielt wird er von Peter McKenzie. Die Fassung rafft den Ausgang des Zweiten Zeitalters auf wenige Minuten und verschiebt dabei die Gewichte: Gil-galad, in der Vorlage gleichrangiger Anführer des Letzten Bündnisses, hat am Sturz Saurons keinen Anteil und stirbt dort auch nicht, so dass der Widerstand allein an Elendil und seinem Sohn hängt. Auch die Umstände des Schwertbruchs sind geändert — Narsil zerbricht nicht unter dem stürzenden Elendil, sondern erst danach im Ringen um die Klinge. Anárion fehlt ganz, ebenso jeder Hinweis darauf, dass Elendil zwei Reiche gegründet hatte und Hochkönig über sie war; die Filme kennen ihn im Wesentlichen als Vater Isildurs und fernen Vorfahren Aragorns.
Elrond
1 Absatz
In Peter Jacksons Verfilmung des Herrn der Ringe (2001–2003) verkörpert Hugo Weaving den Herrn von Bruchtal; zuvor hatte André Morell die Rolle in Ralph Bakshis Zeichentrickfassung von 1978 gesprochen, Hugh Dickson in der Hörspielbearbeitung der BBC von 1981. Die Filme weichen an mehreren Stellen von der Vorlage ab. Der Rat auf den Hängen des Orodruin wird als Bildszene ausgeführt, in der Elrond den Ring eigenhändig in das Feuer stoßen will; den Ritt zur Furt übernimmt Arwen, während Glorfindel ganz entfällt. In der zweiten Folge entsendet Elrond ein Aufgebot von Elben nach Helms Klamm, wovon das Buch nichts berichtet. Die Neuschmiedung Narsils ist aus Bruchtal in die letzte Folge verlegt: Elrond selbst überbringt Andúril nach Dunharg und rät dort zu den Pfaden der Toten — im Buch geht dieser Rat durch seine Söhne, die in den Filmen nicht auftreten.
Ents
1 Absatz
In Peter Jacksons Filmtrilogie von 2001 bis 2003 leiht John Rhys-Davies, der zugleich den Gimli verkörpert, dem Baumbart die Stimme. Die auffälligste Abweichung vom Roman betrifft den Entschluss zum Krieg: Während das Entthing im Buch nach langer Beratung selbst den Marsch auf Isengart beschließt, endet die Versammlung im Film mit der Entscheidung, sich herauszuhalten; erst als Meriadoc und Peregrin den Ent dazu bewegen, sie nach Süden an den Waldrand zu tragen, wo er die Verwüstung durch Sarumans Rodungen unmittelbar vor Augen hat, schlägt seine Haltung um. Der Zorn der Ents wird damit von einer gemeinschaftlich gefassten Entscheidung zu einem spontanen Umschwung, den die Hobbits herbeiführen. Auch die Huorns entfallen als eigenständige, benannte Macht: Der Wald, der bei Helms Klamm über die fliehenden Feinde hereinbricht, erscheint ohne die im Buch gegebene Erklärung seiner Herkunft. Die erweiterten Fassungen ergänzen unter anderem den Ent-Trunk und dessen Wirkung auf die beiden Hobbits sowie eine Szene am Orthanc, in der Baumbart bei der Abrechnung mit dem gestürzten Zauberer zugegen ist – dessen Ende dort anders und früher eintritt als im Roman, da die Trilogie auf die abschließende Rückkehr Sarumans ins Auenland verzichtet.
Éomer
1 Absatz
In Peter Jacksons Filmtrilogie wird Éomer von Karl Urban dargestellt; die Figur tritt im zweiten und dritten Teil auf. Die auffälligste Abweichung betrifft seine Entfernung vom Hof: Statt nach dem eigenmächtigen Ausritt in Edoras festgesetzt zu werden, wird er auf Betreiben Grímas aus der Mark verbannt und sammelt außerhalb des Landes eine eigene Reiterschar. Daraus folgt eine zweite Umstellung — er befindet sich während der Schlacht um die Hornburg nicht in der Festung, sondern führt jene Reiter an, die im Morgengrauen an Gandalfs Seite eintreffen; die Rolle, die im Buch einem anderen Anführer der Westfold zufällt, geht damit an ihn über. Auch auf den Pelennor-Feldern verschiebt der Film die Zuständigkeiten: Nicht der Fürst von Dol Amroth, sondern Éomer selbst entdeckt die verwundete Schwester. Die förmliche Übergabe des Reiches durch den sterbenden König und die Ausrufung Éomers auf dem Schlachtfeld werden im Kino nicht gezeigt; ebenso bleiben seine spätere Ehe und seine Regierungszeit außerhalb der Erzählung.
Erebor
1 Absatz
In den älteren Bearbeitungen tritt der Berg unterschiedlich stark hervor. Der Zeichentrickfilm der Rankin/Bass-Produktion von 1977 rafft den Roman auf rund neunzig Minuten und kürzt vor allem die Wegstrecke, so dass der Aufenthalt am Berg einen verhältnismäßig großen Anteil der Laufzeit einnimmt; dafür sind der Streit um den Hort, die Verhandlungen vor dem verschlossenen Tor und die Schlacht der Fünf Heere auf wenige Szenen zusammengezogen, und der Vorgeschichte des Reiches unter dem Berg bleibt kaum Raum. Die BBC-Hörspielfassung von 1981 folgt dem „Herrn der Ringe“ und lässt den Berg daher nur mittelbar auftreten, im Wesentlichen durch das, was Glóin in Bruchtal über den Norden berichtet; als Schauplatz kommt er nicht vor. Ähnlich verfährt Peter Jacksons Filmtrilogie von 2001 bis 2003: Sie nennt den Berg, verzichtet aber auf Glóins Bericht über Saurons Boten und zeigt weder die Kämpfe im Norden noch die Belagerung, so dass der nördliche Kriegsschauplatz aus der Erzählung fällt.
Fangorn
1 Absatz
Peter Jacksons Trilogie von 2001 bis 2003 zeigt Fangorn ausführlich; die Aufnahmen entstanden wie der gesamte Film in Neuseeland, Baumbart spricht John Rhys-Davies, der zugleich Gimli verkörpert. Die auffälligste Abweichung betrifft den Entschluss zum Krieg: Während die Ent bei Tolkien nach langer Beratung selbst zum Aufbruch finden, endet die Versammlung im Film mit der Weigerung, sich einzumischen; erst als Pippin Baumbart dazu bringt, den Weg an den Südrand des Waldes zu nehmen, wo dieser die Kahlschläge sieht, kommt der Zug gegen Isengart zustande. Erhalten bleibt dagegen die Begegnung mit dem wiedergekehrten Gandalf im Wald sowie das Auftauchen der Huorns vor Helms Klamm, das der Film ohne Erklärung stehen lässt.
Faramir
1 Absatz
In Peter Jacksons Filmtrilogie wird Faramir von David Wenham gespielt; die Figur tritt im zweiten und dritten Teil auf. Hier liegt zugleich die am häufigsten erörterte Abweichung vom Roman: Statt Frodo Beutlin und Samweis nach der Befragung am Henneth Annûn ziehen zu lassen, führt der Film-Faramir die beiden Gefangenen weiter nach Osgiliath, um den Ring seinem Vater zu bringen, und gibt sie erst frei, nachdem Frodo dort einem geflügelten Reiter beinahe erlegen ist. Aus der von vornherein feststehenden Weigerung des Buches wird damit ein später Sinneswandel; die Drehbuchautoren begründeten die Änderung mit der Sorge, ein Held, der der Versuchung ohne Kampf widersteht, biete keinen dramatischen Bogen. In dieselbe Richtung weist die Behandlung Gollums, den die Waldläufer im Film härter zusetzen als in der Vorlage. Die erweiterte Schnittfassung mildert den Eingriff teilweise ab: Sie enthält eine Rückblende auf die Rückeroberung Osgiliaths, in der Denethors Geringschätzung des jüngeren Sohnes und das gute Einvernehmen mit Boromir sichtbar werden, sowie die Begegnung mit Éowyn in den Häusern der Heilung, die in der Kinofassung auf einen stummen Blick zusammenschrumpft.
Galadriel
1 Absatz
In Ralph Bakshis Zeichentrickfilm von 1978 tritt Galadriel nur kurz auf, gesprochen von Annette Crosbie; das BBC-Hörspiel von 1981 besetzte die Rolle mit Marian Diamond. Weit prägender wurde Peter Jacksons Filmtrilogie (2001–2003), in der Cate Blanchett die Herrin des Goldenen Waldes verkörpert. Die Filme erweitern ihre Rolle gegenüber dem Buch: Galadriel spricht den einleitenden Prolog über die Geschichte der Ringe der Macht, wendet sich mehrfach in Gedankenrede an Frodo Beutlin und erscheint in der Versuchungsszene am Spiegel in einer überhöhten, visuell verfremdeten Gestalt, die das Buch so nicht schildert. In Jacksons Hobbit-Trilogie (2012–2014) tritt sie ebenfalls auf, obwohl sie im Buch nicht vorkommt: Sie nimmt an der dort ins Bild gesetzten Beratung des Weißen Rates in Bruchtal teil und betritt im dritten Teil selbst Dol Guldur, wo sie den geschwächten Gandalf birgt und den Nekromanten vertreibt — eine Ausgestaltung von Vorgängen, die die Vorlage nur andeutet.
Gil-galad
1 Absatz
In Peter Jacksons Filmtrilogie erscheint Gil-galad ausschließlich in der Vorgeschichte, die dem eigentlichen Geschehen vorangestellt ist; dargestellt wird er von Mark Ferguson, ohne Sprechtext, und sein Name fällt im gesprochenen Text der Kinofassungen nicht. Die auffälligste Abweichung betrifft den Ausgang der Schlacht am Schicksalsberg: Während die Bücher Gil-galad und Elendil gemeinsam den Feind niederwerfen und dabei umkommen lassen, zeigt der Film beide nacheinander von Sauron erschlagen, sodass allein Isildur als derjenige übrig bleibt, der die Entscheidung herbeiführt. Damit entfällt der Anteil des Hochkönigs am Sieg fast vollständig. Ebenso bleibt unerwähnt, dass er einen der Drei trug und dass Vilya an Elrond überging; die Ringträgerschaft der Elben wird in den Filmen nicht auf ihn zurückgeführt. In Ralph Bakshis Zeichentrickfassung, deren Vorspann die Vorgeschichte des Ringes in geraffter Form abhandelt, tritt er gar nicht als eigenständige Figur hervor.
Gimli
1 Absatz
In Peter Jacksons Dreiteiler von 2001 bis 2003 spielte John Rhys-Davies die Rolle; derselbe Darsteller sprach in der zweiten und dritten Folge auch Baumbart. Da Rhys-Davies deutlich hochgewachsen ist, wurde die Zwergengestalt durch Größendoubles, verschobene Kameraperspektiven und umfangreiche Maske hergestellt — ein Verfahren, das der Darsteller wegen der Verträglichkeit der Gesichtsteile später als beschwerlich schilderte. Inhaltlich verschiebt sich die Figur am stärksten in ihrer Funktion: Wo das Buch den Zwerg als ernsten, urteilsfähigen Steinkenner führt, übernimmt er in den Filmen weitgehend die Rolle der komischen Entlastung, samt eigens erfundener Späße wie dem Trinkwettstreit in Edoras der erweiterten Fassung. Sein Blick auf Aglarond und der Plan, dort später eine Siedlung zu gründen, entfallen ebenso wie der gesamte Ausklang des Vierten Zeitalters, sodass die Filme über sein weiteres Schicksal nichts mitteilen. In Jacksons Hobbit-Dreiteiler von 2012 bis 2014 tritt Gimli nicht auf; er wird dort lediglich als Sohn Glóins erwähnt, während sein Vater zu den Begleitern Thorins zählt.
Glorfindel
1 Absatz
In den beiden großen Verfilmungen des Herrn der Ringe fehlt Glorfindel als Figur; seine Aufgabe auf dem Weg zur Furt des Bruinen wird jeweils einer anderen Gestalt übertragen. Ralph Bakshis Zeichentrickfilm von 1978, der die Handlung nur bis zur Schlacht um Helms Klamm führt und dessen Fortsetzung nie entstand, lässt an seiner Stelle Legolas auftreten, der den Wanderern schon vor Bruchtal begegnet. Peter Jacksons Trilogie der Jahre 2001 bis 2003 geht weiter und gibt die Rettung an Arwen (Liv Tyler), die den verwundeten Frodo selbst auf ihr Pferd nimmt und am Ufer die Flut heraufruft; die Rolle, die dem Buch zufolge einem Boten aus Elronds Haus zufällt, dient hier dazu, eine im Roman nur am Rand handelnde Figur früh einzuführen. Da Glorfindel in beiden Fassungen auch im Rat Elronds nicht vorkommt, entfallen zugleich sein Vorschlag zum Verbleib des Ringes und die Erwägung, ihn der Gemeinschaft beizugeben.
Gollum
1 Absatz
Prägend für das heutige Bild der Figur wurde Peter Jacksons Filmtrilogie (2001–2003), in der Andy Serkis Gollum mittels Motion-Capture-Verfahren verkörperte; in der deutschen Fassung sprach ihn Andreas Fröhlich. Die Rückblende zu Beginn des dritten Films zeigt Serkis zudem leibhaftig als noch unverwandelten Sméagol beim Mord an Déagol, den das Buch nur in Gandalfs Bericht referiert. Die Filme fügen außerdem eine im Roman fehlende Intrige hinzu: Gollum wirft das Elbenbrot fort und lastet den Diebstahl Sam an, worauf Frodo den Gefährten fortschickt. Auch das Ende am Schicksalsberg verläuft verändert — statt im Triumphtaumel selbst den Halt zu verlieren, stürzt Gollum im Ringen mit dem erneut angreifenden Frodo in die Feuerklüfte. Für Jacksons Hobbit-Verfilmung (2012) kehrte Serkis in der Rätselszene ein weiteres Mal in die Rolle zurück.
Gondor
1 Absatz
Peter Jacksons Filmtrilogie von 2001 bis 2003 räumt Gondor breiten Raum ein und weicht dabei an mehreren Stellen erkennbar von der Vorlage ab. Faramir bringt Frodo und Sam als Gefangene nach Osgiliath und lässt sie erst dort ziehen, während er sie im Roman schon in Ithilien freigibt; die Prüfung, die er bei Tolkien ohne langes Schwanken besteht, wird so zu einem Konflikt über mehrere Szenen gestreckt. Die Warnfeuer des Weißen Gebirges werden im Film gegen den Willen Denethors entzündet, der bei Tolkien selbst den Befehl dazu gibt, und der Truchsess erscheint durchweg als von Anfang an gebrochener Herrscher. Auch der Ausgang der Schlacht auf dem Pelennor-Feld ist verändert: Das Heer der Toten folgt Aragorn bis vor die Stadt und entscheidet dort den Kampf, wohingegen es im Buch nach der Einnahme der Flotte entlassen wird und stattdessen die Aufgebote der südlichen Lehen mit den Schiffen kommen. Fürst Imrahil und die Fürstentümer Gondors fehlen in den Filmen ganz.
Helms Klamm
1 Absatz
Peter Jacksons Verfilmung rückt die Belagerung in den Mittelpunkt des zweiten Films seiner zwischen 2001 und 2003 erschienenen Trilogie und weicht dabei an mehreren Stellen erheblich ab. Théoden, gespielt von Bernard Hill, zieht sich hier gegen Gandalfs ausdrücklichen Rat in die Klamm zurück, und statt der Männer der Westmark bringt er die gesamte Bevölkerung von Edoras dorthin; Aragorn, dargestellt von Viggo Mortensen, wird auf dem Weg durch einen im Buch nicht vorhandenen Überfall von Wargreitern von der Gruppe getrennt. Am auffälligsten ist der Zuzug einer elbischen Abteilung aus Lothlórien unter Haldir, gespielt von Craig Parker, die in der Vorlage keinerlei Entsprechung hat und deren Anführer in der Schlacht fällt. Auch der Entsatz ist umbesetzt: An die Stelle Erkenbrands, der im Film nicht auftritt, tritt Éomer, der mit Gandalf und seinen Reitern auf der Höhe über dem Tal erscheint. Die Huorns bleiben dagegen erhalten, wenn auch ohne nähere Erklärung, und der Sprengsatz, mit dem Sarumans Truppen die Mauer öffnen, wird zu einer ausdrücklich gezeigten Ladung.
Hexenkönig von Angmar
1 Absatz
In Peter Jacksons Filmtrilogie von 2001 bis 2003 wird die Figur in der Rüstung von Lawrence Makoare dargestellt; die Stimme im dritten Teil stammt von Andy Serkis, der zugleich Gollum spricht. Die Filme lassen Glorfindel ganz aus und übertragen den Ritt zur Furt auf Arwen, weshalb die Weissagung, die im Buch nach der Schlacht bei Fornost fällt, ohne ihren ursprünglichen Sprecher und ohne ihren nördlichen Anlass bleibt — die Vorgeschichte in Angmar klingt nur noch im Namen an. Deutlicher noch weicht die erweiterte Fassung des dritten Teils ab: Sie führt die Begegnung im gebrochenen Tor als offenen Zweikampf aus, in dem Gandalfs Stab zerbricht, während der Roman den Auftritt unentschieden abbrechen lässt, als die Hörner Rohans erklingen. Der Ablauf des Endes dagegen folgt der Vorlage, einschließlich des Stiches, den Meriadock Brandybock von hinten führt.
Hobbits
1 Absatz
Das verbreitete Bild des Volkes prägte Peter Jacksons Trilogie von 2001 bis 2003, in der Elijah Wood, Sean Astin, Dominic Monaghan und Billy Boyd die vier Reisenden spielten und Ian Holm den alten Bilbo. Der Größenunterschied entstand ohne gezeichnete Figuren, durch perspektivische Anordnung der Darsteller, überdimensionierte Bauten und Requisiten sowie eigens eingesetzte Doppel. Von der Vorlage weicht die Fassung mehrfach ab: Die siebzehn Jahre zwischen Bilbos Fest und Frodos Aufbruch entfallen, Meriadoc und Peregrin geraten eher zufällig in die Reise, statt sie planvoll vorzubereiten, Frodo schickt Samweis auf dem Weg nach Cirith Ungol fort, und die Befreiung des besetzten Auenlands fehlt ganz, sodass die Heimkehrer ein unversehrtes Land vorfinden. Die spätere Hobbit-Trilogie von 2012 bis 2014 besetzte den jungen Bilbo mit Martin Freeman, behielt Holm für die Rahmenhandlung bei und rückt ihn deutlich tatkräftiger in den Vordergrund, als das kürzere Buch es vorsieht.
Isengart
1 Absatz
In Peter Jacksons Filmtrilogie von 2001 bis 2003 spielt Christopher Lee den Herrn der Festung, Brad Dourif dessen Diener Schlangenzunge. Die Filme verlegen einen erheblichen Teil der Handlung in ausgedehnte Stollen und Gruben unter der Ringmauer, in denen die Uruk-hai unmittelbar aus dem Schlamm hervorgebracht werden – eine Ausgestaltung, für die das Buch keine Vorlage bietet. Auch der Entschluss der Ents ist verändert: Das Entthing endet zunächst gegen einen Kriegszug, und erst als Pippin Baumbart über die gefällten Waldränder führt, wendet sich dieser gegen Isengart, während im Buch der Beschluss aus der Versammlung selbst hervorgeht. Der schwarze Stein gelangt an Pippin, indem dieser ihn aus dem Flutwasser der überschwemmten Ebene birgt, statt dass er vom Turm herabgeworfen wird. Die Ankunft Gandalfs und Théodens vor der Festung sowie die letzte Unterredung mit Saruman fehlen in der Kinofassung des dritten Teils ganz und wurden erst in der erweiterten Fassung eingefügt; dort stirbt Saruman noch an diesem Ort durch die Hand seines Dieners, während er im Buch überlebt und sein Ende erst später im Auenland findet.
Isildur
1 Absatz
In Peter Jacksons Verfilmung tritt Isildur im Prolog von „Die Gefährten“ auf und wird von Harry Sinclair gespielt; darüber hinaus kehrt die Figur nur in kurzen Rückblenden wieder. Die Abweichungen ergeben sich zunächst aus der Verdichtung: Die siebenjährige Belagerung entfällt, Sauron erscheint leibhaftig mitten in der Feldschlacht, und Elendil fällt unmittelbar vor den Augen des Sohnes, worauf Isildur dem Feind den Ring mit dem Bruchstück Narsils von der Hand trennt. Dass Saurons Gestalt darauf sogleich zerfällt, macht den Verlust des Ringes zur eigentlichen Ursache seiner Niederlage, während er in der Vorlage zuvor von Elendil und Gil-galad überwunden wird. Auch die Zurückweisung des Rates ist umgestellt: Sie ergeht am Rand des Orodruin und geht allein von Elrond aus, der Isildur dorthin führt; von Círdan, vom beanspruchten Wergeld und von der später niedergelegten Aufzeichnung ist keine Rede. Der ältere Zeichentrickfilm Ralph Bakshis behandelt dieselben Vorgänge im einleitenden Bericht, ohne Isildur zu einer sprechenden Rolle zu machen.
Legolas
1 Absatz
Am bekanntesten ist die Darstellung durch Orlando Bloom in Peter Jacksons Filmtrilogie von 2001 bis 2003. Sie erweitert die Figur erheblich: Wo das Buch ihre Fähigkeiten nüchtern hält, zeigen die Filme akrobatische Kunststücke, für die es in der Vorlage keine Entsprechung gibt — das Besteigen eines laufenden Pferdes im Sprung, die Fahrt auf einem Schild die Treppe hinab in Helms Klamm, die Erlegung eines Olifanten samt Besatzung im Alleingang auf den Pelennor-Feldern. Auch der Wettstreit mit Gimli fällt anders aus, denn die Filme heben die Zahlen an und lassen den Zwerg mit dreiundvierzig gegen zweiundvierzig gewinnen. Verändert ist ferner der Süden des Feldzugs: Aragorn, Legolas und Gimli ziehen allein mit dem Heer der Toten nach Pelargir, und die Toten greifen anschließend in die Schlacht vor Minas Tirith ein, während sie im Roman nach der Einnahme der Flotte entlassen werden. Ganz ohne Grundlage ist der Auftritt in der Hobbit-Trilogie von 2012 bis 2014, in der Bloom die Rolle erneut übernimmt: In Tolkiens früherem Roman kommt Legolas nicht vor, hier aber wird er zur durchgehenden Nebenfigur am Hof seines Vaters und in eine erfundene Dreiecksgeschichte um die eigens für den Film geschaffene Elbin Tauriel eingebunden.
Lothlórien
1 Absatz
In Peter Jacksons Verfilmung von 2001–2003 fällt der Wald in den ersten Teil; Galadriel wird von Cate Blanchett gespielt, Celeborn von Marton Csokas, Haldir von Craig Parker. Die auffälligste Abweichung betrifft das Becken im Garten: Das Bild des verwüsteten Auenlandes, das im Buch Sam gezeigt wird, ist hier Frodo zugeordnet, womit die Szene ganz auf den Ringträger zugespitzt wird. Celeborns Anteil an der Herrschaft schrumpft merklich — der Streit um Gimlis Aufnahme und der Widerspruch der Herrin entfallen, sodass das Paar nicht mehr als gemeinsam urteilende Instanz auftritt. Die Gaben sind in der Kinofassung bis auf das Glas mit dem Sternenlicht gestrichen und erst in der erweiterten Fassung enthalten, dort auch Gimlis Bitte um eine Strähne aus dem Haar Galadriels. Am weitesten entfernt sich der zweite Teil von der Vorlage: Haldir führt dort eine Abteilung Elben nach Helms Klamm und fällt in der Schlacht, während er im Buch den Wald nicht verlässt und ein solcher Auszug der Galadhrim über ihre Grenzen hinaus nirgends berichtet wird. Schließlich ist der monatelange Aufenthalt auf wenige Szenen zusammengezogen, sodass der in der Vorlage betonte Verlust des Zeitgefühls kaum Raum findet.
Meriadoc Brandybock
1 Absatz
In Peter Jacksons Filmtrilogie von 2001 bis 2003 spielte Dominic Monaghan die Rolle. Die Abweichungen betreffen vor allem Anfang und Schluss. Von der vorbereiteten Verschwörung der jungen Hobbits bleibt nichts: Merry und Pippin stoßen zufällig zu Frodo und Sam, als diese über ein Feld fliehen, und der planvolle Kenner von Fähren und Wegen weicht einem eher unbedarften Mitläufer. Weil auch hier Alter Wald und Hügelgräber fehlen, bleibt die Waffe, mit der er später den Herrn der Nazgûl trifft, ohne Vorgeschichte. Im Fangorn ist die Reihenfolge umgekehrt: Das Entthing beschließt zunächst, sich herauszuhalten, und erst der Weg nach Süden, auf den die Hobbits Baumbart bringen, führt zum Zug gegen Isengart. Am schwersten wiegt der Verzicht auf die Befreiung des Auenlands — Merry führt dort keine Landsleute mehr in ein Gefecht, das Horn aus Rohan bleibt ohne Verwendung, und die Handlung schließt mit der Heimkehr und den Grauen Anfurten. Erhalten bleiben dagegen die Zurücksetzung beim Aufgebot, der heimliche Ritt und der Stoß auf dem Pelennor.
Minas Tirith
1 Absatz
Peter Jacksons Trilogie von 2001 bis 2003 rückt Minas Tirith in den Mittelpunkt ihres dritten Teils; für die Aufnahmen entstanden in Neuseeland eine begehbare Außenkulisse in einem Steinbruch bei Wellington sowie ein großes Modell der Ringmauern. Denethor wird von John Noble gespielt. Die belegten Abweichungen betreffen vor allem die Abfolge der Ereignisse: Die Leuchtfeuer auf den Bergen werden im Film heimlich und gegen den Willen des Truchsessen entzündet, während sie im Roman auf dessen eigene Anordnung längst brennen, ehe Gandalf und Peregrin die Stadt erreichen. Auch Denethors Ende ist umgestellt — statt in den Grabstätten auf dem Scheiterhaufen zu sterben, stürzt er brennend vom Felsvorsprung der Stadt in die Tiefe. Vor den Mauern entscheidet nicht das Aufgebot der südlichen Lehen die Schlacht, sondern das Heer der Toten, das im Buch bereits am Strom aus seinem Eid entlassen wird; die äußere Landmauer des Pelennor entfällt, und der Aufenthalt in den Häusern der Heilung ist stark gekürzt.
Mordor
1 Absatz
Peter Jacksons Filmreihe von 2001 bis 2003, in Neuseeland gedreht, prägt die verbreitete Vorstellung des Landes am stärksten, und entsprechend oft werden ihre Abweichungen erörtert. Auf der Treppe zum hohen Pass schickt Frodo dort Sam fort, wovon das Buch nichts weiß; der Mund Saurons tritt nur in der erweiterten Fassung auf und wird vor dem Schwarzen Tor erschlagen, statt davonzureiten; und die Vernichtung des Ringes wird zum Handgemenge, bei dem Frodo und Gollum gemeinsam über den Rand stürzen, während im Buch allein Gollum fällt. Auch das Ende ist ausgeweitet: Der Boden reißt auf und verschlingt die Heere, die im Buch lediglich Halt und Willen verlieren. Die Hobbit-Filme von 2012 bis 2014 führen überdies vor, wie Sauron nach seiner Vertreibung aus dem Süden nach Osten in sein altes Reich ausweicht — ein Vorgang, den die Anhänge nur berichten.
Moria
1 Absatz
Peter Jacksons Verfilmung, deren erster Teil 2001 erschien, hat das Bild des Ortes für die meisten Zuschauer festgelegt und weicht dabei an mehreren belegbaren Stellen ab. Der Angriff des Wesens aus dem stehenden Wasser wird zu einem ausgedehnten Kampf vor dem Tor ausgebaut, statt wie im Buch fast nebenbei den Rückweg zu verschließen. Die drei Tage unter dem Berg schrumpfen auf einen zusammenhängenden Marsch, in der Grabkammer verwundet ein Höhlentroll den Ringträger, während im Roman ein Ork-Hauptmann den Speer führt, und der lange Abstieg über eine zerbrechende Treppe vor der Brücke hat im Text keine Entsprechung. Sie arbeitet allein aus den Anhängen und ergänzt reichlich: Owain Arthur spielt Durin IV. neben Peter Mullan als dessen Vater, Sophia Nomvete die Zwergin Disa, eine Figur ohne Vorlage.
Narsil
1 Absatz
In Peter Jacksons Filmtrilogie (2001–2003) tritt das Schwert bereits im Prolog des ersten Teils auf: Elendil führt es in der Schlacht gegen Sauron, es zerbricht, und Isildur schneidet mit der Scherbe den Ring von der Hand des Feindes – insoweit folgt die Verfilmung dem Buch. Deutlich abweichend ist der weitere Weg der Bruchstücke. Sie werden nicht als Erbstück von den Häuptlingen der Dúnedain mitgeführt, sondern liegen in Bruchtal aufgestellt, wo Boromir sie vor dem Rat in die Hand nimmt; Aragorn trägt sie zu keinem Zeitpunkt bei sich. Vor allem aber unterbleibt die Neuschmiedung vor dem Aufbruch der Gemeinschaft: Aragorn zieht mit einer anderen Klinge aus, und erst im dritten Film bringt Elrond ihm das fertige Andúril in das Heerlager der Rohirrim. Damit verschiebt die Filmfassung den Übergang vom unerkannten Waldläufer zum offenen Königsanwärter aus dem Rat von Elrond in die Spätphase des Krieges und verknüpft Aragorns Entschluss zugleich mit dem Schicksal Arwens, einem Motiv, das im Roman an dieser Stelle keine Entsprechung hat.
Narya
1 Absatz
In keiner der Verfilmungen ist Narya mehr als eine Randerscheinung, und in mehreren kommt er überhaupt nicht vor. Ralph Bakshis Zeichentrickfassung bricht nach der Schlacht am Hornburg-Wall ab und erreicht die Grauen Anfurten gar nicht erst; Gandalf, dort von William Squire gesprochen, trägt keinen benannten Ring. Der Fernsehfilm von Rankin/Bass zum letzten Teil der Geschichte, mit John Huston als Stimme Gandalfs, führt die Abfahrt über das Meer zwar vor, verzichtet aber auf jede Erwähnung des Roten Ringes und damit auf den Umstand, dass der Graue Pilger selbst einer der Ringträger ist. Die BBC-Hörspielfassung in sechsundzwanzig Halbstundenfolgen mit Michael Hordern als Gandalf gilt als die werkgetreueste der älteren Bearbeitungen; für einen Gegenstand, der im Buch ohnehin fast nur im Gespräch vorkommt, ist das Radio das Medium mit dem geringsten Nachteil. Peter Jacksons Trilogie schließlich nennt Narya an keiner Stelle: Die Vorgeschichte fasst die Ringe der Elben nur summarisch, Círdans Übergabe hat im Film keinen Platz, und Ian McKellens Gandalf bleibt bis zum Schluss ein Ratgeber ohne eigenen Ring.
Nazgûl
1 Absatz
In Peter Jacksons Filmreihe von 2001 bis 2003 wurde der Herr von Morgul im dritten Teil von Lawrence Makoare verkörpert und von Andy Serkis gesprochen; die Schreie der Nazgûl gehen auf Tonaufnahmen von Fran Walsh zurück. Die auffälligste Abweichung betrifft die Furt: An Glorfindels Stelle tritt Arwen, die den verwundeten Frodo selbst nach Bruchtal bringt und die Flut heraufruft, während der Ringträger bewusstlos bleibt statt den Verfolgern entgegenzutreten. In der erweiterten Fassung des dritten Films zerbricht der Hexenkönig überdies Gandalfs Stab vor dem Tor von Minas Tirith — ein Vorgang, für den es im Buch keine Grundlage gibt.
Nenya
1 Absatz
In Peter Jacksons Verfilmung des Ringkrieges (2001–2003) spielt Cate Blanchett Galadriel, und der Ring an ihrer Hand ist von ihrem ersten Auftritt an ohne Weiteres zu sehen. Damit entfällt der Vorbehalt der Vorlage, dass die Drei nur demjenigen sichtbar werden, der selbst einen Ring der Macht getragen hat; Frodos Wahrnehmung erscheint im Film nicht als eine erworbene Fähigkeit, sondern als gewöhnliches Sehen. Erhalten bleibt dagegen die Prüfung der Trägerin: Das Angebot des Einen und dessen Zurückweisung stehen auch hier an derselben Stelle des Aufenthalts in Lothlórien. Die Vorgeschichte, mit der der erste Teil einsetzt, wird von Galadriel gesprochen und fasst die Verteilung der Ringe an Elben, Zwerge und Menschen zusammen, ohne die Drei einzeln beim Namen zu nennen. In der späteren Hobbit-Trilogie desselben Regisseurs (2012–2014) tritt dieselbe Darstellerin erneut auf und erhält mit dem Weißen Rat und den Vorgängen um Dol Guldur einen Handlungsstrang, den die zugrunde liegende Erzählung nicht kennt.
Orks
1 Absatz
In Peter Jacksons Filmtrilogie werden die Orks überwiegend durch Masken- und Prothesenarbeit an Darstellern verkörpert und in den großen Schlachtszenen durch digital erzeugte Massen ergänzt. Deutlich sichtbar wird die Bearbeitung an einzelnen Figuren: Der Uruk-Hauptmann Lurtz, gespielt von Lawrence Makoare, ist eine Erfindung des Films und tötet dort Boromir, während das Buch den Anführer des Angriffs nicht benennt. Ebenso erhält Gothmog, im Roman nur beiläufig als Befehlshaber aus Minas Morgul erwähnt, in der Verfilmung eine ausgeführte Rolle als Feldherr auf den Pelennor-Feldern, wiederum von Makoare dargestellt; Uglúk wird von Nathaniel Lees, Grishnákh von Stephen Ure gesprochen und gespielt. Die Entstehung der Uruk-hai zeigen die Filme als Ausgraben aus Schlammgruben unter Isengart – ein Vorgang, den die Vorlage nirgends beschreibt. In der später gedrehten Hobbit-Trilogie wiegt die auffälligste Abweichung noch schwerer: Azog, von Manu Bennett in Bewegungsaufnahme gespielt, überlebt dort die Schlacht von Azanulbizar und verfolgt Thorin durch alle drei Filme, obwohl er nach den Anhängen bereits dort fiel; Bolg übernahm Lawrence Makoare, dem Großen Ork lieh Barry Humphries die Stimme.
Peregrin Tuk
1 Absatz
In Peter Jacksons Trilogie spielt Billy Boyd die Rolle. Die Bearbeitung verschiebt Pippins Ausgangslage grundlegend: Statt einer vorbereiteten Verschwörung unter Freunden stoßen er und Merry rein zufällig zu Frodo und Sam, nachdem sie auf Bauer Maggots Feldern erwischt wurden, und geraten so ohne Kenntnis des Ringes in die Reise hinein. In Moria stößt Pippin nicht einen Stein, sondern ein ganzes gerüstetes Gerippe in den Schacht. Umgekehrt wächst ihm in Fangorn ein Verdienst zu, den das Buch ihm nicht gibt: Dort lehnt Baumbart den Krieg zunächst ab, und erst Pippins List, ihn nach Süden führen zu lassen, bringt die Ents angesichts der Verwüstung zum Aufbruch. Ebenso ist die heimliche Entzündung des Leuchtfeuers von Minas Tirith auf Gandalfs Geheiß eine Zutat der Filme, da der Truchsess die Feuerzeichen in der Vorlage selbst anordnet; hinzu kommt ein eigens erfundener Auftritt, in dem Boyd vor Denethor singt. Da die Filme die Rückkehr ins Auenland auslassen, entfallen Pippins Rolle im dortigen Aufstand und jeder Hinweis auf sein späteres Amt.
Rohan
1 Absatz
Am bekanntesten ist die Darstellung in Peter Jacksons Filmtrilogie, für die in Neuseeland eine eigene Kulisse von Edoras auf einem freistehenden Hügel errichtet wurde. Bernard Hill spielt Théoden, Miranda Otto Éowyn, Karl Urban Éomer und Brad Dourif den Ratgeber Gríma. Die Abweichungen betreffen vor allem die Herrschaftskrise: Wo das Buch einen durch schlechten Rat und Alter erlahmten König kennt, zeigen die Filme eine regelrechte Besessenheit durch Saruman, die Gandalf sichtbar austreibt, worauf Théoden äußerlich verjüngt wird. Éomer wird nicht wie im Roman kurzzeitig in Haft genommen, sondern von Gríma verbannt und kehrt erst zur Entsatzschlacht zurück; Théodred stirbt nicht an den Furten des Isen, sondern an seinen Wunden in Edoras. Neu erfunden sind der Auszug der Bevölkerung nach Westen samt Überfall durch Wargreiter und die Ankunft eines Elbenaufgebots an der Hornburg. Auch die Bündnistreue ist umgedeutet: Théoden zögert lange, dem Hilferuf Gondors zu folgen, während der Roman den alten Eid ohne Zaudern eingelöst sieht.
Rohirrim
1 Absatz
Am bekanntesten ist die Darstellung der Mark in Peter Jacksons Filmtrilogie, in der Bernard Hill den König Théoden, Miranda Otto seine Nichte Éowyn, Karl Urban ihren Bruder Éomer und Brad Dourif den Ratgeber Gríma Schlangenzunge verkörpern. Die Filme weichen dabei in mehreren erzählerisch folgenreichen Punkten vom Buch ab: Théodens Umnachtung wird als körperliche Besessenheit durch Saruman gezeigt, die Gandalf sichtbar von ihm nimmt und die den König äußerlich verjüngt, während der Roman nur von zermürbendem Rat und Schwermut spricht. Éomer wird im Film von Gríma verbannt und kehrt erst zur Entsatzschlacht zurück, wodurch er die Rolle übernimmt, die im Buch Erkenbrand als Herr der Westfold zufällt. Auch die Bevölkerung von Edoras wird im Film nach Helms Klamm in Sicherheit gebracht statt, wie im Buch, nach Dunharg, und ein Aufgebot von Elben tritt dort an der Seite der Rohirrim in den Kampf, wovon der Roman nichts weiß.
Saruman
1 Absatz
In Peter Jacksons Filmtrilogie (2001–2003) wird Saruman von Christopher Lee gespielt; derselbe Darsteller kehrt in zwei Teilen der Hobbit-Verfilmung wieder, wo die Figur bei der Ratsversammlung in Bruchtal und beim Angriff auf Dol Guldur auftritt — Vorgänge, die in den Anhängen nur knapp berichtet, nicht aber ausgeführt werden. Gegenüber der Vorlage rückt der Film ihn näher an Sauron heran: Seine eigene Suche nach dem Ring tritt in den Hintergrund, während er im Auftrag des Feindes handelt. Mehreres ist eigens hinzugefügt: ein Zweikampf mit Gandalf im Saal von Orthanc, bei dem beide ihre Stäbe wie Waffen gebrauchen; ein von Isengart aus gewirkter Schneesturm über dem Caradhras; die Uruk-hai, die in den Gruben unter dem Ringmauerbezirk aus dem Schlamm gezogen werden. Auch Théoden erscheint dort nicht bloß schlecht beraten, sondern von einem fremden Willen besessen, aus dem Gandalf ihn sichtbar löst.
Sauron
1 Absatz
Die älteren Bearbeitungen halten an der vermittelten Darstellung des Romans fest. Ralph Bakshis Zeichentrickfilm führt Sauron allein in der vorangestellten Vorgeschichte vor, die Schmiedung und Verlust des Rings zusammenzieht; da die Handlung nach der Schlacht um Helms Klamm abbricht und der geplante zweite Teil nie entstand, bleibt es bei diesem einen Auftritt. Die 26-teilige Hörspielfassung von BBC Radio 4, die dem Buch unter den frühen Bearbeitungen am genauesten folgt, verzichtet ebenfalls auf eine sprechende Figur und hält den Dunklen Herrscher durch die Ringgeister, durch Boten und durch die Berichte der Weisen gegenwärtig. Peter Jacksons Trilogie gibt ihm dagegen einen Körper: Sala Baker verkörpert ihn im Vorspiel der Schlacht des Letzten Bündnisses, Alan Howard spricht ihn und den Ring. Die meistdiskutierte Abweichung ist die Verfestigung des Auges zu einem dauerhaft sichtbaren Zeichen über Barad-dûr, während der Roman es als wahrgenommenes Bild führt; der Bote vor dem Schwarzen Tor, gespielt von Bruce Spence, fehlt in der Kinofassung und erscheint erst in der erweiterten Schnittfassung.
Schattenfell
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In Peter Jacksons Filmtrilogie (2001–2003) ist Schattenfell von Gandalfs Rückkehr an durchgehend präsent; für die Aufnahmen wurden helle Andalusier eingesetzt, die ihm sein charakteristisches Grau geben. Die deutlichste Abweichung vom Roman betrifft seine Herkunft: Gandalfs Ritt nach Edoras im Jahr 3018 und die Bitte an Théoden um ein Ross entfallen ersatzlos, da der erste Film den Zauberer nach der Befreiung aus Isengart unmittelbar nach Bruchtal gelangen lässt. Schattenfell tritt daher ohne Vorgeschichte auf, als Gandalf ihn im Wald von Fangorn herbeiruft; erst Aragorn ordnet ihn dort als Ersten aller Pferde ein, womit die im Buch ausführlich erzählte Ausnahmestellung der Mearas auf eine knappe Kennzeichnung zusammenschrumpft. Auch praktische Zugeständnisse fallen auf: Während Tolkiens Text betont, dass das Tier weder Zaum noch Sattel duldet, zeigen die Filme es aus Gründen der Handhabbarkeit mit Zaumzeug. Die Begegnung Gandalfs mit dem Hexenkönig am zerbrochenen Tor von Minas Tirith, bei der Schattenfell im Buch als einziges Pferd standhält, hat wiederum nur in der verlängerten Schnittfassung des dritten Teils Platz gefunden und fehlt in der Kinofassung ganz.
Théoden
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Am bekanntesten ist die Darstellung durch Bernard Hill in Peter Jacksons Filmtrilogie, die in den zweiten und dritten Teil fällt. Die Abweichungen betreffen vor allem die Beweggründe. Was im Buch als zersetzender Rat wirkt, wird im Film als körperliche Besessenheit gezeigt, aus der Gandalf den Greis sichtbar heraustreibt, worauf dieser vor den Augen der Halle seine Jugend zurückgewinnt. Théodred stirbt nicht an den Furten des Isen, sondern wird verwundet nach Edoras gebracht und dort bestattet, so dass die Schlachten am Fluss entfallen und der Vater den Sohn selbst betrauert. Der entschlossene Aufbruch der Vorlage weicht einem zögernden König: Er wählt den Rückzug nach Helms Klamm gegen fremden Rat, und den Beistand für Gondor verweigert er zunächst mit dem Hinweis auf frühere ausgebliebene Hilfe, ehe er sich zum Ritt entschließt. Auch der Bote mit dem Roten Pfeil fehlt; an seine Stelle tritt das Anzünden der Signalfeuer. Schließlich erkennt der Sterbende auf dem Pelennor seine Nichte und nimmt von ihr Abschied — im Buch erfährt er nie, wer ihn verteidigt hat, und seine letzten Worte gelten Meriadok und der Nachfolge Éomers.
Thranduil
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In den älteren Adaptionen kommt die Gestalt nur ein einziges Mal vor. Der Zeichentrick-Fernsehfilm der Produktionsfirma Rankin/Bass von 1977 rafft den Hobbit auf rund anderthalb Stunden und behält den Elbenkönig als Herrn des Düsterwalds bei: Gefangennahme der Zwerge und Flucht in den Fässern bleiben erhalten, das Verhör und der spätere Streit um den Hort sind dagegen stark zusammengezogen. Gesprochen wird die Rolle von Otto Preminger; wie im Roman bleibt der König auch hier ohne Namen und wird allein über seinen Titel geführt. Ralph Bakshis Verfilmung von 1978 bricht nach der Schlacht um Helms Klamm ab und berührt das Waldlandreich nicht, und auch der Rankin/Bass-Fernsehfilm von 1980, der den letzten Teil der Handlung aufnimmt, kennt die Figur nicht. In Peter Jacksons Verfilmung des Herrn der Ringe (2001–2003) tritt sie ebenfalls nicht auf.
Tom Bombadil
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Keine der Verfilmungen hat Tom Bombadil bisher in die Handlung des Ringkriegs übernommen. Ralph Bakshis Zeichentrickfassung von 1978 führt die Hobbits vom Auenland unmittelbar nach Bree; der Alte Wald, das Haus am Waldrand und die Hügelgräberhöhen entfallen ersatzlos, und da der Film nach der Schlacht um Helms Klamm abbricht und nie fortgesetzt wurde, kommt die Figur auch nachträglich nicht vor. Peter Jacksons Trilogie verfährt ebenso, hier jedoch mit erzählerischen Folgen: Mit den drei ausgelassenen Kapiteln fällt auch die Herkunft der Dolche fort, die im Buch aus dem aufgebrochenen Grab stammen. Die Hobbits erhalten ihre Waffen stattdessen von Streicher auf dem Weg zur Wetterspitze, sodass die Klinge, mit der Merry später den Hexenkönig trifft, ohne die im Roman ausschlaggebende Vorgeschichte bleibt. Einzelne Bestandteile der gestrichenen Episode wurden versetzt: In der erweiterten Fassung des zweiten Teils greift ein Baum Merry und Pippin im Fangorn an, und Baumbart übernimmt dabei die rettende Rolle, die dem Buch nach Bombadil zufällt.
Vilya
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In den älteren Bearbeitungen bleibt Vilya ohne eigenes Gewicht. Ralph Bakshis Zeichentrickfilm bricht nach dem Kampf am Hornburg-Tal ab und erreicht das Ende der Geschichte gar nicht, sodass der einzige Augenblick, in dem der Ring im Buch überhaupt sichtbar wird, entfällt; Elrond, gesprochen von André Morell, tritt nur als Herr des Rates in Bruchtal auf. Die BBC-Hörfassung von 1981 ist mit sechsundzwanzig Teilen die ausführlichste der frühen Bearbeitungen und führt die Handlung bis zum Abschied an den Anfurten; Elrond spricht dort Hugh Dickson. Peter Jacksons Trilogie nennt den Namen Vilya in keiner Szene und räumt dem Ring keinen eigenen Auftritt ein – anders als bei Galadriel, deren Reif in Lothlórien eigens zur Sprache kommt. Hugo Weavings Elrond wird also nicht als Ringträger eingeführt, und Gil-galad erscheint nur in der einleitenden Vorgeschichte (Mark Ferguson), ohne dass die Weitergabe des Ringes berührt würde. Auch in derselben Regie entstandene Hobbit-Trilogie, die Elrond und den Weißen Rat breit ausbaut, greift den Gegenstand nicht auf.
Zwerge
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In Peter Jacksons Ringverfilmung spielt John Rhys-Davies den Gimli als einzigen Vertreter seines Volkes; die Bearbeitung weist ihm merklich mehr komische Aufgaben zu als die Vorlage, und Galadriels Gabe der Haare erscheint nur in der erweiterten Schnittfassung. Die spätere Hobbit-Trilogie besetzt umgekehrt alle dreizehn Gefährten mit erkennbaren Darstellern, unter ihnen Richard Armitage als Thorin, Ken Stott als Balin, Graham McTavish als Dwalin, James Nesbitt als Bofur, Aidan Turner als Kíli und Billy Connolly als Dáin. Ihre auffälligsten Abweichungen betreffen die Vorgeschichte des Volkes: Der Ork Azog überlebt hier die Schlacht vor dem Osttor und verfolgt die Zwerge durch alle drei Filme, während die Anhänge ihn dort fallen lassen; hinzu treten die für den Film erfundene Elbin Tauriel und ihre Zuneigung zu Kíli sowie die Aufteilung der Schar in Esgaroth, die das Buch nicht kennt.
Quellen
- Der Herr der Ringe (Filmtrilogie) — 2001–2003
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Legendarium (2026): „Der Herr der Ringe (Filmtrilogie)“. Stand 19. August 2026. https://www.legendarium.page/de/adaptionen/herr-der-ringe-filmtrilogie/
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Legendarium. (2026). Der Herr der Ringe (Filmtrilogie). Stand 19. August 2026. https://www.legendarium.page/de/adaptionen/herr-der-ringe-filmtrilogie/
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„Der Herr der Ringe (Filmtrilogie)“. Legendarium, 2026, https://www.legendarium.page/de/adaptionen/herr-der-ringe-filmtrilogie/. Stand 19. August 2026.
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